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Es ist, als hätte Greta Thunberg in ein Wespennest gestochen. Am Freitag (25. Januar) hatte die 16-Jährige auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine Rede zum Klimawandel gehalten. Nun wird sie dafür heftig kritisiert.

Die Debatte um den Klimawandel ist längst nicht neu. Dass die Kommentare in den sozialen Netzwerken zurzeit extrem eskalieren, zeigt aber, wie sehr das Thema immer noch brennt, spaltet und aufregt.

Aktivistin wird heftig kritisiert

Natürlich fände sie es nicht schön, dass sie – zum Teil heftigst – wegen ihrer Rede angefeindet werde, erklärte die schwedische Klima-Aktivistin in der „Zeit“. Trotzdem fände sie es gut, dass jetzt überhaupt etwas passiere.

Auf dem jährlichen Treffen internationaler Wirtschaftsgrößen, auf dem die 16-Jährige gesprochen hatte, wählte sie eindringliche Worte um ihre Angst vor dem Klimawandel zu beschreiben. „Ich will, dass ihr in Panik geratet“, zitiert Spiegel Online die Rede. Und weiter: „Unser Haus brennt“.

Hass und Anfeindungen eskalieren

Im Netz eskalieren seitdem die Äußerungen in Bezug auf diese Rede – und vor allem in Bezug auf Greta Thunberg.

Zuerst richteten sich die hasserfüllten Posts hauptsächlich gegen die Schülerin selbst. Inzwischen schlagen Gegner der harten Anfeindung aber genau so hart zurück.

Was bis jetzt – sowohl auf der einen, als auch auf der anderen Seite – zu vermissen ist, ist jedoch die Frage: Worum geht es hier eigentlich? Vor allem: Worum ging es Greta in ihrer Rede? Um den Klimawandel!

Vielbeachteter Nebenkriegsschauplatz

Der Nebenkriegsschauplatz der heftigen Diskussion im Netz lenkt derweil völlig vom eigentlichen Thema ab. Dabei scheint die Schwedin mit ihrer Rede im Dezember den Nerv der Zeit getroffen zu haben: „Wir müssen verstehen, was für ein Chaos die älteren Generationen angerichtet haben, das wir nun aufräumen, und mit dem wir leben müssen.“

Was sie damit meint: Dass es einen Klimawandel gibt, wissen wir schon lange. Aber nicht nur das: Es ist sogar weithin bekannt, was dagegen unternommen werden könnte – zumindest um die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern.

Kinder müssen aufräumen

Doch es werde noch immer zu wenig unternommen, von Seiten der Politik, der Wirtschaft und jedes Einzelnen. Leidtragende werden aber nicht diejenigen sein, die jetzt als Erwachsene und handlungsfähige Menschen auf der Erde leben, sondern die zukünftigen Generationen – die, die jetzt Kinder sind. Aufräumen, was andere verbockt haben.

Diese anklagende Äußerung scheinen einige Zweifler des Klimawandels empfindlich getroffen zu haben. Statt jedoch mit handfesten Gegenargumenten zu kontern, flüchteten sich viele dahin, Greta als Person anzugreifen.

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Angreifbar wurde die 16-Jährige wegen ihres Alters, und weil sie das Asperger-Syndrom hat. Inzwischen wird außerdem ins Spiel gebracht, dass Thunberg vor allem von anderen für ihre eigenen Zwecke benutzt werde: Von der Regierung oder auch von PR-Leuten. Auszuschließen ist das nicht. Bewiesen bisher aber auch nicht.

Im Fokus steht die Schülerin, nicht ihr Anliegen

Greta Thunbergs Anliegen zu diskreditieren, indem auf das Asperger-Syndrom angespielt wird, regt derweil aber nicht nur die Journalisten der taz auf. Auch User im Netz haben dieser Kritik an Thunberg inzwischen den Kampf angesagt.

Kommentar der Autorin

Greta Thunberg ist froh, dass überhaupt etwas passiert. Dass wieder diskutiert wird. Eine Diskussion um ihre Person wollte die Schülerin allerdings mitnichten anstoßen. Ihr ging es um etwas völlig anderes.

Nicht zuletzt die Medien sollten bei all der Aufregung über die diversen Hasspostings – die in der Tat irritierend sind und verständlicherweise für Wut und Aufregung sorgen – nicht aus dem Blick verlieren, worum es im Wesentlichen geht: um den Klimawandel.