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Kaum zu glauben, dass manche Autofahrer auf Deutschlands Straßen nicht in der Lage sind, eine Rettungsgasse zu bilden. Bei einem Unfall auf der A3 mussten die Sanitäter zu Fuß zur Unfallstelle, da niemand Platz machte.

Kaum zu glauben, aber wahr: Erneut sind Rettungssanitäter nach einem schweren Unfall erst spät zu einer verletzten Person gelangt, weil Lkw- und Autofahrer keine Rettungsgasse für die Helfer frei gelassen hatten.

Lkw-Fahrer ließen keine Rettungsgasse frei

Bei dem Autounfall am Freitag (1. Februar) mit drei Lkw auf der Autobahn 3 bei Hennef-Dambroich in Fahrrichtung Köln war einer der Fahrer eingeklemmt und schwer verletzt worden. Das teilte die Feuerwehr Königswinter mit.

Die Einsatzkräfte mussten mit ihrer Ausrüstung 500 Meter zu Fuß zur Unfallstelle laufen, weil keine Rettungsgasse gebildet wurde. Unterwegs versuchten die Sanitäter, vor allem Lkw-Fahrer dazu zu bewegen, ihre Fahrzeuge auf den Seitenstreifen zu fahren, um so eine Rettungsgasse freizumachen.

Doch ohne Erfolg: Erst nach eineinhalb Stunden konnte der Schwerverletzte aus dem Führerhaus seines Lkw befreit und in ein Krankenhaus gebracht werden.

Hohe Strafen bei fehlenden Rettungsgassen

Fehlende Rettungsgassen sind nach Angaben der Polizei immer häufiger ein Problem. Autofahrer, die Rettern im Stau keinen Platz machen, drohen hohe Geldstrafen, Punkte in Flensburg und Fahrverbote.

Aktuelle Top-Themen:

Nach einer Umfrage es Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vom vergangenen Herbst bilden Fahrer selten reibungslos eine Rettungsgasse. Nur in knapp 16 Prozent von 96 betrachteten Fällen hätten die Menschen spontan Platz gemacht.

In mehr als einem Drittel der Einsätze machten Fahrer den Weg für die Rettungskräfte nur nach Aufforderung frei, mehr als 20 Prozent der Fahrer reagierten gar nicht. Für die Umfrage waren 96 Berichte über Einsatzfahrten im Juli und August 2018 ausgewertet worden. Mit dpa-Material