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Jan Böhmermann (38) ist der SPD in Köthen beigetreten. Sein nächstes Ziel: Er möchte Parteichef der SPD werden. Dafür muss er sich im Dezember dem Bundestag präsentieren.

  • Jan Böhmermann möchte Vorsitzender der SPD werden.
  • Dazu ist er jetzt offiziell Mitglied der SPD in Köthen geworden.
  • Seine neue Lebensaufgabe ist ihm im Traum erschienen.

Böhmermann ist jetzt Mitglied der SPD in Köthen

Böhmermann ist seinem Ziel, Vorsitzender der SPD zu werden, ein Stück näher gekommen. Am Dienstagabend (1. Oktober) hat der Kreisverband Anhalt-Bitterfeld den Beschluss veröffentlicht: Böhmermann ist jetzt offiziell Mitglied des Ortsvereins der SPD in Köthen.

Erst einen Monat ist es her, dass Böhmermann mit der Ankündigung überraschte, SPD-Vorsitzender werden zu wollen. Um sich für den Parteivorsitz zu bewerben, hätte er jedoch bis zum 1. September Mitglied der Partei sein müssen. Dies gelang dem 38-Jährigen aber nicht.

SPD-Genossen freuen sich über das neue Mitglied

Kritiker sehen den Plan des Satirikers als bloße Provokation. Dagegen freut sich Ronald Mormann, Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Anhalt-Bitterfeld: „Satire darf vieles und das hält Deutschlands älteste Partei sehr wohl aus. Die deutsche Sozialdemokratie hat 156 Jahre lang dafür gekämpft, dass Menschen ihre Meinung frei sagen dürfen.“, zitiert ihn die Deutsche Presseagentur.

Auch Generalsekretär Lars Klingbeil freut sich über den neuen Kollegen und begrüßte ihn auf Twitter: „Herzlich Willkommen in der SPD, lieber Genosse – jetzt geht’s los! Infostände, Hausbesuche, Bürgergespräche, Plakate kleben. Wir freuen uns sehr, dass du jetzt an unserer Seite für eine starke Sozialdemokratie kämpfst!“

Schneller Parteiaustritt, wenn er kein Vorsitzender wird

Wie lange Böhmermann jedoch Mitglied der SPD sein wird, ist noch offen. In seinem Podcast „Fest und Flauschig“ kündigte er bereits an, wieder aus der Partei austreten zu wollen, wenn er sein Vorhaben nicht umsetzen kann.

Damit das nicht passiert und der 38-Jährige eine reale Chance auf den Posten hat, werde er „gemeinsam mit vier durchgeknallten SPD-Ortsvereinen“ seine Bewerbung für den Vorsitz „offiziell und fristgerecht zum Parteitag einreichen, damit die Delegierten entscheiden können“, kündigte der Satiriker auf Twitter an.

Böhmermann ist gegen fossile Energieträger und möchte die Erbschaftssteuer erhöhen

Der wichtige Bundesparteitag findet vom 6. bis 8. Dezember in Berlin statt, dort muss sich Böhmermann dann den besagten Delegierten präsentieren.

Der Satiriker will unter dem Motto „#neustart2019“ ins Rennen um den Parteivorsitz gehen, was bereits eigentlich als gescheitert galt. In einer auf Youtube veröffentlichten Rede parodierte er die typischen Parteireden.

Dabei erklärte er aber auch seine politischen Ziele: Er ist für eine Reform des Gesundheitssystems, sich von fossilen Energieträgern abwenden, will sich für eine höhere Erbschaftssteuer einsetzen, die Gewerkschaften Stärken und sich gegen die „Schwarze Null“ einsetzen.

Willy Brand erschien Böhmermann im Traum

Dass Böhmermann der Vorsitzende der SPD werden möchte, liegt an einer nächtlichen Vision. Der frühere Parteivorsitzende und Bundeskanzler Willy Brand habe ihm im Traum gesagt: „Du musst es machen, der Olaf Scholz ist ’ne Pfeife.“

Wenn man die Ernsthaftigkeit seiner Kandidatur in Frage stelle, müsse man auch jene von Scholz anzweifeln, betont der 38-Jährige immer wieder.