Bild: Stefan Sauer/dpa

Die Insel Riems liegt in einem Ausläufer der Ostsee, dem Greifswalder Bodden, zwischen Rügen und dem Festland. Viele Menschen leben dort nicht mehr, denn die Insel hat es in sich. Laut Express gilt sie als die gefährlichste Insel Deutschlands.

Denn hier befindet sich das Hochsicherheitslabor des Friedrich-Loeffler-Institus (FLI) – die älteste virologische Forschungsstätte der Welt, die 1910 von Friedrich Loeffler aufgebaut worden ist.

Einziges Labor dieser Art in Europa

Loefflers Versuche zur Klauenseuche fanden zunächst im Greifswald statt. Nachdem sich immer mehr Nutztiere in der Region mit der Seuche infizierten, zog er mit seinem Institut auf die Ostseeinsel Riems um.

Nirgendwo in Europa gebe es ähnliche Labore und Ställe der höchsten Biosicherheitsstufe 4, in denen mit Großtieren an für Tier und Mensch hochgefährlichen Erregern geforscht werden kann. Nur im kanadischen Winnipeg und dem australischen Geelong stünden vergleichbare Anlagen für die Tierseuchenforschung.

Nur wenige Menschen leben auf Riems

Laut einem Eintrag bei Wikipedia befinden sich heute nur noch 13 Wohnhäuser auf der Insel mit 62 Wohneinheiten.

Die Wissenschaftler auf der Insel untersuchen nach Angaben des Express etwa das Krim-Kongo-Fieber, Eobola, Sars, die Vogelgrippe und die Schweinepest.

Auf Riems werden Impfstoffe entwickelt

„Im Mittelpunkt der Arbeiten des Instituts steht die Gesundheit und das Wohlbefinden landwirtschaftlicher Nutztiere und der Schutz des Menschen vor Zoonosen, das heißt zwischen Mensch und Tier übertragbare Infektionen“, heißt es auf der der Webseite des Bundesinstituts. In den Labors würden zum Beispiel auch Impfstoffe entwickelt.

Riems ist über einen Damm mit dem Festland verbunden. 2013 wurde ein neuer Forschungskomplex eingeweiht, der aus 89 Labors und 163 Stalleinheiten besteht. Der Bund investierte damals 300 Millionen Euro für den neuen Komplex.

Strenge Hygiene-Vorschriften für die Mitarbeiter

Die Forscher, die den Hochsicherheitstrakt betreten dürfen, erhalten nur mit Überdruckanzügen und über Schleusen Zugang. Die Wissenschaftler unterliegen strengen Hygiene-Vorschriften und müssen sich in einem aufwendigen Prozedere „rausduschen“, bevor sie die Insel wieder verlassen, wie es die Schweriner Volkszeitung formuliert.

Zudem gebe es eine Tierkörperbeseitigungsanlage: Tierkadaver würden in Metallkesseln mit Kaliumhydroxid versenkt, von denen am Ende nur noch ein paar Körner Sondermüll übrig bleiben.

Das Institut macht einen Großteil der Insel Riems aus, der für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist und rund um die Uhr bewacht wird. Ein kleinerer Teil der Insel ist öffentlich zugänglich.