Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa

Wer in Deutschland ein Android-Smartphone benutzt, hält meist ein Samsung in der Hand – oder ein Huawei. Die chinesischen Handys sind vergleichsweise günstig und trotzdem leistungsstark. Jetzt hat Google angekündigt, keine Android-Updates mehr an Huawei zu liefern – mit womöglich drastischen Folgen für Nutzer.

Update, Montag (20. Mai), 19.30 Uhr: Aber was ist eigentlich mit den Rechten der Nutzer? Die Verbraucherzentrale NRW hat sich mit dem Thema beschäftigt und Tipps für Huawei– bzw. Honor-Besitzer parat.

Diese Rechte haben Kunden

Demnach sieht es so aus, dass auf zukünftigen Modellen wohl kein Android-Betriebssystem mehr installiert sein wird. Es kann außerdem passieren, dass amerikanische Apps wie WhatsApp, Instagram und Co. nicht mehr funktionieren. Aktuelle Modelle werden auf ihren derzeitigen Android-Versionen stehen bleiben.

Auf die Frage nach den Rechten der Kunden verweist die Verbraucherzentrale auf die Hersteller der Geräte – also Huawei bzw. Honor. Ein Vorgehen gegen den Verkäufer sei dagegen nicht sehr erfolgsversprechend. Auch Google sei in diesem Fall nicht der richtige Ansprechpartner.

Huawei muss sicherstellen, dass keine Schäden entstehen

Laut den Verbraucherexperten haben Kunden generell keinen Anspruch darauf, immer die neueste Version des Betriebssystems zu erhalten. Huawei müsse jedoch dafür sorgen, dass durch mögliche Softwarefehler keine Schäden entstehen. Das Unternehmen müsse mindestens sicherstellen, dass eine sichere Nutzung für einen angemessenen Zeitraum weiter möglich ist.

Wie der Hersteller das sicherstellt, ist jedoch ihm überlassen – inklusive eigener Lösungen. Kunden haben also keinen Anspruch darauf, in Zukunft weiterhin mit der gewohnten Google-Software versorgt zu werden.

Wer trotzdem auf der Suche nach einem neuen Handy ist – die Stiftung Warentest hat gerade die aktuellsten Smartphones unter die Lupe genommen.

Trump setzt Huawei auf schwarze Liste für den Handel

Ursprungsmeldung: Zwischen den USA und China tobt ein Handelskrieg. Und der hat jetzt auch Auswirkungen auf deutsche Handybesitzer. In der vergangenen Woche setzte US-Präsident Donald Trump Huawei auf eine schwarze Liste für den Handel. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass „Huawei nur noch die Open-Source-Variante von Android nutzen und nicht mehr auf herstellereigene Apps und Dienste von Google zugreifen könne“.

Kein Android-Update für Huawei

Bislang haben Google und das chinesische Unternehmen zusammengearbeitet, um so ein leistungsfähiges Betriebssystem für die Smartphones zur Verfügung zu stellen. Fällt das weg, bedeutet das für Nutzer nicht nur Sicherheitsprobleme, sondern auch das Fehlen beliebter Apps.

Wenn der Support für ein Gerät eingestellt würde, gibt es keine automatischen Updates mehr. Diese sind zwar manchmal nervig, sorgen aber auch dafür, dass Sicherheitslücken geschlossen werden und das Handy immer auf dem neuesten Stand ist. Alles andere ist ein Paradies für Hacker. Hier müsste Huawei demnächst selbst für den Support sorgen.

Kein YouTube, Gmail und Chrome mehr

Nutzer können wohl nach bisherigen Informationen den Google Play Store weiterhin nutzen und so ihre Apps aktualisieren. Bislang auch noch alle Google-Apps. Die könnten aber auf neueren Geräten aus dem Store verschwunden sein. Also kein Gmail, Chrome oder YouTube mehr.

Das könnte auch für andere amerikanische Apps wie WhatsApp, Instagram oder Facebook passieren. Bei Apps wie Spotify aus Schweden sind die Nutzer allerdings (erst einmal) auf der sicheren Seite.

Aktuelle Top-Themen:

Für das Unternehmen könnte das ein herber Verlust werden. Huawei hat in den vergangenen Jahren mehr und mehr Marktanteile in Deutschland gewinnen können. Nicht zuletzt ist das Unternehmen als Sponsor von Borussia Dortmund bekannt. Weltweit nutzen etwa 17 Prozent der Smartphone-Besitzer ein Gerät von Huawei.