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Das LKA warnt angeblich davor, in einem Kölner Kino wären HIV-verseuchte Spritzen verteilt worden. Die Polizei stellt jedoch klar, dass die Meldung nicht stimmt.

  • Auf Facebook kursiert die Meldung, in einem Kölner Kino würden HIV-Spritzen in Sitzen stecken.
  • Eine Person hätte sich so bereits infiziert.
  • Die Polizei stuft die Meldung, die angeblich vom LKA stammen soll, als Fake-News ein.

„Es ist kaum zu glauben, aber leider wahr“ – so lautet der Titel zu der Falschmeldung über HIV-verseuchte Spritzen, die derzeit auf Facebook kursiert. Sie wurde angeblich vom Landeskriminalamt (LKA) herausgegeben.

Weiter heißt es (originaler Wortlaut): „Vor einigen Wochen hat sich in einem Kino eine Person auf etwas Spitziges gesetzt, das sich auf einem der Sitze befand. Als sie sich wieder aufgerichtet hat, um zu sehen, um was es sich handelte, da hat sie eine Nadel gefunden, die in den Sitz gestochen war mit einer befestigten Notiz: „Sie wurden soeben durch das HIV infiziert.“

Bereits im Winter des vergangenen Jahres gab es die Fake News, es seien vergiftete Visitenkarten im Umlauf. Es handelte sich damals um einen Kettenbrief, der sich ähnlich wie jetzt, online verbreitete.

Spritzen mit HIV im Kino sind angeblich positiv

Außerdem heißt es in der Nachricht, das „Kontrollzentrum der Krankheiten“ berichte über mehrere ähnliche Fälle. Auch in den Rückgabefächern von Automaten (Fahrtickets, Parktickets, etc.) seien schon Spritzen gefunden. Alle von ihnen seien positiv auf HIV getestet worden.

„Es handelt sich hierbei um eine Falschmeldung“ heißt es nun von der Polizei als direkte Antwort auf die vermeintliche Warnung. Bereits seit zehn Jahren existiere die Nachricht bereits, nie hätte sie jedoch gestimmt.

Polizei identifizierte die Falschmeldung

Die Polizei Essen/Mülheim an der Ruhr hat die auf Facebook verbreitete angebliche Warnung bereits am 5. September dieses Jahres als Fake-News identifiziert.

„Entsprechende Fälle (HIV-Spritzen in Kinositzen) sind der Polizei allerdings nicht bekannt – dementsprechend ist das LKA nicht Verfasser dieser Meldung. Zudem ist diese angebliche Warnmeldung alt, sie kursierte bereits vor Jahren durch soziale Medien, hieß es seitens der Beamten.

Ähnliche Meldungen gab es bereits vor Jahren

Das LKA Schleswig-Holstein hatte eine ähnliche Warnung bereits im November 2007 als Falschmeldung identifiziert. “ Entsprechende Fälle hat es nicht gegeben. Das Sachgebiet Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landeskriminalamtes SH hat selbstverständlich eine solche ‚Warnung‘ nicht herausgegeben“, hieß es damals.

Auch die Technische Universität in Berlin hat sich mit Falschmeldungen dieser Art bereits beschäftigt. Angeblich seien ähnliche HIV-Fälle in Wien und Lausanne passiert. Das stimmt aber aber auch nicht.

Wie ihr selber Fake News erkennen könnt, lest ihr übrigens hier. Es handelt sich dabei um Tipps von der Polizei.