Den Schülern in Nordrhein-Westfalen fällt Deutsch als Unterrichtsfach schwer. Vor allem die deutsche Rechtschreibung bereitet ihnen Probleme. In Englisch hingegen mausern sie sich. Doch woran liegt das?

Berlin/Düsseldorf – Die NRW-Neuntklässler haben im bundesweiten Vergleich weiter große Schwächen im Fach Deutsch. Das geht aus dem am Freitag (28. Oktober 2016) in Berlin vorgestellten Länderreport „IQB-Bildungstrend 2015“ der Kultusministerkonferenz (KMK) hervor. Demnach landeten die nordrhein-westfälischen Schüler der 9. Klassen bei den getesteten Deutsch-Kompetenzen Zuhören und Lesen auf den hinteren Ranking-Plätzen 12 und 13 unter den 16 Bundesländern. Probleme bereitet den Jugendlichen vor allem die Rechtschreibung. Hier liegt NRW deutlich unter dem bundesweiten Schnitt ebenfalls nur auf Platz 13.

Deutlich bessere Noten im Fach Englisch

Die Studie des Berliner Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) vergleicht aktuelle Daten mit dem ersten Neuntklässler-Test in Deutsch und Englisch 2008/2009. Den Angaben zufolge schnitt NRW in Deutsch etwas schlechter ab als vor acht Jahren.

Deutlich bessere Noten erhielten NRWs Schüler im Fach Englisch. Auf dem Gebiet Hör- und Leseverstehen legten die Neuntklässler deutlich zu. Den Forschern zufolge verstehen sie englische Texte durch Vorlesen besser als ein Großteil ihrer Schulkameraden in den anderen Ländern. Im Ranking bedeutet das wieder Platz 5. Das ist die beste Platzierung für Nordrhein-Westfalen und damit landen die Neuntklässler als einzige über dem bundesweiten Durchschnitt.

Bessere Förderung für NRWs Schüler

Schulministerin Sylvia Löhrmann von den Grünen sagte, NRW weise Stärken und Schwächen auf. In Deutsch bestehe Nachholbedarf: „Diese Herausforderungen müssen gezielt in den Blick genommen und Kinder und Jugendliche entsprechend gefördert werden.“ Hierfür forderte die FDP entsprechende Rahmenbedingungen für eine bessere Förderung der Schüler. „Die Entwicklungen bei den Deutsch-Kompetenzen sind höchst bedenklich“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Yvonne Gebauer.

Für ganz Deutschland kommt der IQB-Bildungsreport im Vergleich zum ersten Test 2008/2009 zu diesem Ergebnis: Die Schüler der 9. Klassen verbesserten sich im Fach Englisch deutlich, in Deutsch dagegen herrscht Stagnation. Nach Ländern geordnet bleibt Bayern bei Bildungserfolgen an der Spitze, Schleswig-Holstein ist neben Sachsen Aufsteiger, Baden-Württemberg schwächelt, Bremen und Berlin sind weiterhin oft Schlusslichter.

Der Report ist eine regionale Ergänzung zum internationalen PISA-Test. Den Angaben zufolge nahmen diesmal mehr als 37.000 Mädchen und Jungen der 9. Jahrgangsstufe aus über 1.700 Schulen teil.