Bild: Monika Skolimowska/ZB/dpa

Volle Wartezimmer sind beim Arztbesuch oft Standard. Ständige Termine beim Arzt sind für viele Menschen zur Routine geworden. Einige Ärzte möchten für Patienten deshalb jetzt deutliche Einschränkungen einführen. Und neue Gebühren.

  • Unnötige Besuche beim Arzt könnten bald teuer werden.
  • Die kassenärztliche Vereinigung verlangen Einschränkungen für Patienten.
  • Für diese Idee ernten die Kassenärzte Kritik vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen.

Kostenpunkt: zu oft beim Arzt

Ziel der Kassenärzte in Deutschland ist eine Einschränkung der Besuche beim Arzt. Dabei geht es unter anderem um Strafzahlungen bei unnötigen Arztbesuchen. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Andreas Gassen findet dazu klare Worte:

„Es kann dauerhaft kaum jedem Patienten sanktionsfrei gestattet bleiben, jeden Arzt jeder Fachrichtung beliebig oft aufzusuchen, und oft noch zwei oder drei Ärzte derselben Fachrichtung“, sagte er gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Gesundheitskarte als Flatrate für den Besuch beim Arzt

Darüber hinaus bemängelte er den Umgang mit der Gesundheitskarte: „Derzeit wird das nicht kontrolliert. Die Gesundheitskarte funktioniert wie eine Flatrate, und es gibt Patienten, die das gnadenlos ausnutzen.“

Die Idee der Kassenärzte stieß prompt auf klare Ablehnung bei den Krankenkassen. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur äußerte sich Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung diesbezüglich:

„Sollen hier durch die Hintertür Strafzahlungen für kranke Menschen vorbereitet werden, die sich hilfesuchend an die vermeintlich falsche Stelle wenden? Das ist keine gute Idee.“

Die Überlegungen der Kassenärzte im Detail:

Eine Idee ist die Einführung von Wahltarifen für alle Kassenpatienten. „Wer sich verpflichtet, sich auf einen koordinierenden Arzt zu beschränken, sollte von einem günstigeren Kassentarif profitieren“, lautet Gassens Begründung, „wer jederzeit zu jedem Arzt gehen möchte, müsste mehr bezahlen.“

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Das ist aber nicht der einzige Bereich, indem Gassen etwas verändern möchte. Auch die Überlastung der Rettungsstellen von Kliniken sei zu beklagen: „Sie meinen, im Krankenhaus gibt es das Rundum-sorglos-Paket“, bemängelt er das Verhalten einiger Patienten.

Zu jedem Punkt hagelt es direkt Kritik

Auch diese Überlegung bleibt von den Krankenkassen nicht unkommentiert: „Wir müssen die Notfallversorgung patientengerecht umbauen. Patientenbeschimpfung ist mit Sicherheit keine Lösung für aktuelle Herausforderungen“, so Lanz.

Es stünden klar die Bedürfnisse der Patienten im Vordergrund. Das werden vermutlich auch viele Patienten so sehen und ebenso wenig begeistert von der Idee sein, wie die Krankenkassen. mit dpa-Material