Bild: Mangelware bezahlbarer Wohnraum: Die Dortmunder sind nicht besonders zufrieden. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Die SPD geht mit einem Antrag an den nordrhein-westfälischen Landtag gegen Airbnb vor. Doch das Unternehmen verteidigt sich.

Mit dem Antrag will die SPD-Fraktion etwas gegen die Wohnungsnot unternehmen und den „Missbrauch von Wohnraum zu gewerblichen Zwecken eindämmen“.

Vor allem Airbnb trifft der Antrag

Damit spricht es vor allem den riesigen Online-Wohnungsvermittler Airbnb an. Dies ist ein Onlineportal, auf dem man auf der ganzen Welt seine Wohnungen an Reisende vermieten kann. Sie bieten sowohl normale als auch Homesharing-Wohnungen an, wobei Mieter Reisenden einen Schlafplatz in ihrer Wohnung anbieten.

Ihren Antrag begründen die Sozialdemokraten mit der Notlage auf dem Wohnungsmarkt. In immer mehr Städten – auch im Ruhrgebiet – gebe es nicht nur zu wenig, sondern auch immer teureren Wohnraum. Das habe auch negative Folgen für die Entwicklung der Städte.

Airbnb entziehe potentiellen Wohnraum

Onlineportale würden der Bevölkerung zusätzlich potentiellen Wohnraum entziehen, um ihn stattdessen für gewerbliche Zwecke zu nutzen. In diesem Zusammenhang nennen sie speziell den Online-Giganten Airbnb.

Die SPD kritisiert unter anderem, dass viele Wohnungen über Airbnb vermietet werden, da es lukrativer sei als eine feste Vermietung. Dadurch werden automatisch die Mietpreise in die Höhe getrieben – zum Nachteil der Bevölkerung.

SPD fordert Landtag zum Handeln auf

Laut der SPD wird fast jede 50. Wohnung in Düsseldorf über Airbnb vermietet – das sind knapp 7000 Wohnungen. Bei diesen Zahlen bezieht die SPD sich auch Recherchen der Süddeutschen Zeitung.

Aus diesen und anderen Gründen sieht die SPD die Landesregierung in der Pflicht dem „Missbrauch von Wohnraum Einhalt zu gebieten“.

Airbnb wehrt sich gegen die Vorwürfe

In einer Stellungnahme verteidigt sich das Unternehmen nicht nur gegen die SPD, sondern richtet sich auch allgemein an die Politik. Aufgrund der Relevanz von Airbnb und der Beliebtheit bei der Bevölkerung rät das Unternehmen der Politik zu einem „sensiblen und zukunftsorientierten Umgang“.

Das Unternehmen nennt Vorteile, die Städte und Bevölkerung durch das Unternehmen haben. Dazu zähle nicht nur das Zusatzeinkommen, das Homesharer erhalten, sondern auch der ansteigende Tourismus in sonst nicht so beliebten Städten.

Analysen der SPD wären nicht zutreffend

Weiter erklärt Airbnb, dass die Analyse der SPD unzutreffend wäre. Sie widersprechen sowohl, dass sie etwas mit den steigenden Mieten zu tun hätten und erklären auch, dass die beispielhaften Zahlen für Düsseldorf falsch wären. Statt 7000 Wohnungen würden lediglich 3400 durch Airbnb vermietet.

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Sie mahnen, dass der Bedarf für die von der SPD geforderten Regulierung datenbasiert nachgewiesen und auch festgelegt werden müsse, dass durch die Regulierung das Ziel der SPD erreicht werde.

Dennoch erklären sie sich bereicht für einen Austausch und ein Gespräch mit der SPD, das zur Lösung des Problems beitragen soll.