Zigarettenpfand: Brauchen Städte ein System gegen Kippenabfälle?

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Zigaretten in einer Säule mitten in Düsseldorf. Hilft ein Zigarettenpfand? Foto: Martin Gerten/dpa

Zigarettenpfand: Brauchen Städte ein System gegen Zigaretten-Abfälle? Stephan von Orlow von "Die Aufheber" hat eine Petition ins Leben gerufen.

Am Freitag (9. August) hat die Initiative "RhineCleanUp" in der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf um die 200.000 Zigaretten aufgesammelt. Wird es Zeit, um über ein Zigarettenpfandsystem, wie es Stephan von Orlow von der Initiative "Die Aufheber" vorgeschlagen hat, nachzudenken?

  • Stephan von Orlow von "Die Aufheber" schlägt ein Zigarettenpfandsystem vor und startete eine Petition.
  • Alleine in Düsseldorf wurden am Freitag (8. August) 200.000 Zigarettenstummel gesammelt und ausgestellt.
  • Das Zigarettenpfandsystem soll zusammen mit der Industrie oder Politik durchgesetzt werden.

Würde ein Zigarettenpfand dafür sorgen, dass von den 200 Millionen Zigaretten und 72 Millionen Packungen am Tag (Quelle. cleanupnetwork.com) weniger in die Umwelt gelangen? Das glaubt jedenfalls Stephan von Orlow (Gründer der Initiative "Die Aufheber).

Zigaretten und Packungen verdrecken die Umwelt - hilft das Zigarettenpfand?

In einem Interview mit dem Portal cleanupnetwork.com aus dem Juni 2019 stellte von Orlow seine Idee vom Pfandsystem für Zigaretten vor. "Mit einem Kauf der Schachtel Zigaretten zahle ich pro Zigarette einen Pfand von mindestens 20 Cent - vier Euro pro Schachtel."

Dementsprechend würden sowohl Zigarettenstummel als auch Schachtel (mit Plastik, etc.) Teil des Pfandsystems sein. "Die Geldbörse war schon immer der wirksamste Mechanismus", so von Orlow.

Ziel ist es, dass die Idee ausgehend von Stephan von Orlow, Gehör bei der Zigarettenindustrie findet und auch umgesetzt wird. Falls diese nicht bereit sein soll, müsste aus seiner Sicht die Politik ein Gesetz erlassen, dass die Umsetzung erzwingt.

Zigaretten, aber auch die Schachteln mit der Plastikhülle, sorgen in vielerlei Hinsicht für Verschmutzung der Städte und der Umwelt. Stummel und Packungen können leicht in das Grundwasser oder in Flüsse und so auch in das Meer gelangen.

Ein Stummel sei laut cleanupnetwork.com verantwortlich für eine Verschmutzung von 40 Liter Grundwasser. Zigaretten haben zahlreiche Giftstoffe und bestehen selbst aus dem Kunststoff Zellulpseacetat, der nur sehr langsam zersetzt wird.

Zigaretten sind nicht nur schädlich für den Menschen - sondern auch für die Umwelt

Stephan von Orlow möchte mit konkreten Gesprächsangeboten, einem guten Konzept und Vernunft die Zigarettenindustrie mit ins Boot holen. Am 11. Juni 2019 hat dazu eine Petition gestartet mit dem Ziel, das Zigarettenpfand einzuführen. In knapp zwei Monaten haben schon über 50.000 Menschen diese Petition unterschrieben (Stand: 10. August).

Generell ist das Wegschnippen einer Zigarette eine Ordnungswidrigkeit, bei der das NRW-Umweltministerium ein Bußgeld von bis zu 100 Euro empfiehlt. In Dortmund kostet es zum Beispiel 25 Euro, in Düsseldorf 10 Euro und in Bielefeld gleich 60 Euro. In den USA gibt es sogar eine Initiative, die dem Stream-Anbieter Netflix vorwirft, zu viele Zigaretten zu in Filmen und Serien zu zeigen.

Die 200.000 Zigarettenstummel, die von den Teilnehmern der Initiative "RhineCleanUp" gesammelt wurden, stehen nun in durchsichtigen Säulen in Düsseldorf aus.

Aufräumen ist gut - gar nicht erst wegwerfen ist besser

Stephan von Orlow hält diese Initiativen, zu denen auch seine eigene "Die Aufheber" gehört, für gut. Dennoch würden sie sich eher jeden Tag mit Schadensbegrenzung beschäftigen. Das kann keine langfristige Lösung sein. Das Zigarettenpfandsystem schon! mit dpa-Material