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Der Zentralrat der Muslime hat das Vorgehen der Kölner Polizei gegen zehn junge Muslime in langen Gewändern kritisiert. Sie waren am Dienstag am Kölner Hauptbahnhof zu Boden gebracht und dort durchsucht worden.

  • Zentralrat der Muslime fordert bessere kulturelle Schulung der Polizei.
  • Männer hatten offenbar nichts Böses im Sinn.

„Wir erwarten, dass Polizisten kulturell besser geschult und sensibilisiert werden“, sagte der Vorsitzende des Zentralrats, Aiman Mazyek, nach einer Mitteilung vom Mittwoch. Ein Mindestmaß an Wissen über „religionsspezifische Dinge, wie Feiertage und Traditionen“ sollte laut Zentralrat der Muslime auch bei der Polizei, der von „großer Vielfalt geprägten und aufgeklärten Domstadt Köln“ vorhanden sein.

Muslime riefen am Hauptbahnhof Köln „Allahu Akbar“

Die jungen Muslime hatten am Dienstag (4. Juni) nach Zeugenaussagen vor dem Kölner Hauptbahnhof „Allahu Akbar“ gerufen. Daraufhin rückte die Polizei mit großen Kräften an, stoppte die Männer und durchsuchte sie. Es stellte sich heraus, dass sie bis auf ein Messer nichts Gefährliches bei sich hatten.

Die jungen Männer hätten sich lediglich auf dem Weg zu Feierlichkeiten zum Ende des Fastenmonats Ramadan befunden, teilte der Zentralrat mit.

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Die Polizei hatte in der Folge diesen Tweet abgesetzt:

Der Vorfall zeige, dass „rassistisches Profiling“ ein ernstzunehmendes Thema bleibe. „Ich hoffe, dass die Polizei sich bei den Betroffenen in aller Form entschuldigt hat und sich selbstkritisch manch eigenen Vorurteilen und Bildern stellt und die richtigen Schlüsse aus dem fehlgeleiteten Einsatz zieht“, sagte Mazyek. mit dpa-Material