„Ach, Herr Lanz“

Markus Lanz zerstört Armin Laschet live im ZDF – selbst Böhmermann überrascht

Armin Laschet stellte sich am Dienstag den Fragen von ZDF-Talkmaster Markus Lanz. Und der geizte nicht mit Provokationen, die den NRW-Ministerpräsidenten ins Schwitzen brachten.

Düsseldorf – Im ZDF-Talk „Lanz“ kommt so mancher Politiker ins Straucheln. Am Dienstag (30. März) war es nun NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der sich den Fragen des Talkmasters Markus Lanz stellte. Eine gute Figur machte der CDU-Politiker dabei nicht immer.

NameArmin Laschet
ParteiCDU
PositionMinisterpräsident von NRW

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kassiert bei „Markus Lanz“ im ZDF viele Provokationen

So bezeichnet Laschet den Zustand Deutschlands als nicht gut. Das sei in der Corona-Pandemie klar geworden. Er wolle aber nicht alle Schuld Angela Merkel zuschreiben. Lanz entgegnet: „Herr Laschet, wer hat denn jetzt 16 Jahre regiert?“ Laschet genervt: „Das hat doch damit nichts zu tun“, Lanz: „Doch!“. Nach einem kurzen „Nein-Doch-Nein“-Schlagabtausch gibt Laschet dann doch zu: „Das hat damit auch zu tun.“

Auch auf den Auftritt von Angela Merkel bei „Anne Will“ und den Seitenhieb auf Armin Laschet kommt Lanz zu sprechen, fragt den CDU-Vorsitzenden, was er vom Auftritt der Kanzlerin in der ARD-Talkshow erwartet habe und was er bekommen hätte. Laschet wiegelt ab: „Nein, das, äh...“. Kurzum, der NRW-Ministerpräsident will die Worte Merkels in Richtung NRW nicht zu hoch hängen.

Laschet vs. Lanz im ZDF: Selbst Jan Böhmermann schaltet sich ein

Das Gespräch zwischen Lanz und Laschet bringt indes auch TV-Entertainer Jan Böhmermann in Rage: „Laschet bei #Lanz ist wie Wurzelbehandlung ohne Betäubung“, twittert der ZDF-Moderator parallel. Und: „Irgendwann muss doch mal der Ringrichter dazwischen gehen! #lanz“.

Lanz zeigt unterdessen einen Einspieler aus dem Merkel-Talk bei Anne Will, bohrt nochmal nach: „Es war die Kanzlerin selbst, die NRW ins Spiel gebracht hat. Sie sagt das erste Mal NRW, sie betont extra NRW. Herr Laschet, das war kein Zufall.“ Laschet kommt ins Stottern, betont das gute Vertrauensverhältnis zur Kanzlerin. „Sie wollte damit keinen Schaden auslösen“, glaubt Laschet.

Armin Laschet über Merkel-Kritik für NRW: Markus Lanz provoziert im ZDF mit Fragen

Konkret geht es um Merkels Kritik an den Öffnungen in NRW mittels einer breit angelegten Test-Strategie. Stichwort: Tübingen. Laschet versucht das Konzept zu erläutern, doch Lanz grätscht rein: „Das ist doch genau ihr (Merkels) Punkt, das will sie nicht.“

Laschet verweist auf ein ähnliches Konzept in Niedersachen, Lanz fragt, warum Merkel dann nicht Niedersachsen bei „Anne Will“ kritisiert und stattdessen NRW. Laschets genervte Antwort: „Ich weiß es nicht, in der Sekunde fiel ihr vielleicht NRW ein.“

ZDF-Talk: Markus Lanz fragt Armin Laschet über Verhältnis zu Angela Merkel

Der NRW-Ministerpräsident windet sich im Verlauf wie ein Wurm, will „über die Sache“ sprechen und nicht über sich und Merkel. Der ZDF-Talkmaster bezeichnet den NRW-Ministerpräsidenten indes als „Anti-Merkel.“

Laschet betont, dass es in Ordnung sei, wenn man unterschiedliche Positionen habe. Lanz besteht aber genau auf diesen Dissens. „Nein, sie sind der neu gewählte CDU-Chef! Und Merkel beschädigt Sie als CDU-Chef und Kanzlerkandidaten.“

Söder oder Laschet? Laut Markus Lanz ist der bayerische Ministerpräsident der Mann an der Seite der Kanzlerin.

Die Zerstörung des Armin Laschets geht in die nächste Runde. Markus Söder, CSU-Ministerpräsident von Bayern wird zum Thema. Lanz spricht den CDU-Chef auf die Kritik Söders an den Öffnungen in NRW an.

Armin Laschet wird im TV-Talk bei Lanz im ZDF patzig

Armin Laschet wird jetzt patzig, will nicht über Parteipolitik sprechen: „Glauben Sie, ich antworte jetzt auf jede dieser Sticheleien und Treffer?“, fragt er den ZDF-Moderatoren. Stattdessen weist er darauf hin, dass NRW bei der Pandemiebewältigung „nicht zu den schlechtesten Bundesländern“ gehöre. Jetzt zeigt sich Laschet enttäuscht, sagt, er würde nie andere Kollegen belehren. Lanz stichelt: „Sie sind also doch angefasst?“

Es entspinnt sich eine Diskussion über die Fehler von Bund oder Ländern in der Pandemie, es geht jetzt um Schulschließungen und Tests an Schulen, indem der Ministerpräsident seinen Kurs verteidigt.

Lanz im ZDF: Armin Laschet über Markus Söder als „Mann an der Seite“ von Angela Merkel

Dann geht es wieder um die Frage, wie Laschet als Merkel-Unterstützer plötzlich von der Bundeskanzlerin vor einem Millionenpublikum bei „Anne Will“ fallen gelassen wird und warum Markus Söder laut Lanz „der Mann an ihrer Seite“ (Merkels) sei. Laschet gibt jetzt auf: „Ja, dann ist es halt so. Ich bleibe bei meiner Überzeugung. Fertig.“ (Hier mehr Corona-News aus NRW auf RUHR24.de lesen).

Jetzt greift Markus Lanz zum Äußersten, zur maximalen Eskalation. Was passieren müsse, damit Laschet auf das Kanzleramt verzichtet. „Ach, Herr Lanz“, entgegnet Laschet und greift nervös zum Wasserglas. Eine Antwort gibt er darauf nicht.

Rubriklistenbild: © obs/ZDF/Markus Hertrich, Michael Kappeler/dpa; Collage: RUHR24