Verschwörungsideologe mit neuem Song

Xavier Naidoo schockiert mit neuem Musikvideo: Experte sieht darin eine Gefahr

Xavier Naidoo sorgt seit Monaten mit Corona-Verschwörungsmythen für Aufsehen. Nun gibt es von ihm ein schockierendes Musikvideo. Experten warnen.

NRW – Im vergangenen Sommer hatte der deutsche Soul-Sänger aus Mannheim für Schlagzeilen gesorgt, weil er sich offen zu Verschwörungsmythen und der Querdenker-Szene bekannt hat. Auch bei den Anti-Corona-Demos war er unter anderem dabei. Das sorgte für viel Aufsehen. Nun schockiert Xavier Naidoo (49) mit einem neuen Musikvideo.

SängerXavier Naidoo
Geboren2. Oktober 1971 (Alter 49 Jahre), Mannheim
ElternEugene Naidoo, Rausammy Naidoo

Schock über neues Musikvideo von Xavier Naidoo: 17 Rapper und Soul-Sänger mit Verschwörungsmythen

Der neue Song des 49-Jährigen heißt „Ich mach da nicht mit“. Darin geht es um verschiedenste Verschwörungsmythen, die rund um das Coronavirus vor allem in der Querdenker-Szene und bei den sogenannten Corona-Leugnern umhergehen. Xavier Naidoo bezeichnet die Pandemie als „Plandemie“ der vermeintlichen deutschen Diktatur und stellt sich gegen die Corona-Maßnahmen, wie zum Beispiel das Testen, Maske tragen und die Impfungen.

Im Refrain des Liedes heißt es: „Ich mach da nicht mit, es kann gar nicht sein. Euer Gift kommt niemals in unsere Körper rein.“ Aber er ist nicht allein: Insgesamt 17 deutsche Rapper haben sich an dem Stück beteiligt und sind auch im Musikvideo zu sehen. Zusammengefasst ist der Song von „Rapbellions Germany“.

Gewaltaufruf schockiert: Musikvideo von Xavier Naidoo steht unter scharfer Kritik

Gemeinsam rufen die 18 Künstler zu Gewalt auf: „Leg die Fährte und du spürst sie auf, führst es aus. Die Zeichen sind da, mach Alarm, bewaffne dich, vernichte den Tiefen Staat“ heißt es von Rapper Scep. Dabei ist dies nicht die einzige Stelle, an der Gewalt eine Rolle spielt. Mittlerweile haben iTunes, YouTube und Apple Music den neuen Song von Xavier Naidoo gelöscht, berichtet Mannheim24*.

Mit den Aussagen des Songs schockiert der deutsche Sänger – aber auch im passenden Musikvideo gibt es mehrere Schock-Momente: Die Szene des Rappers Skitekk wurde vor dem Bremer Impfzentrum gedreht, worauf im Video ein Anschlag mit einer computeranimierten Explosion inszeniert wurde. Außerdem tritt er einem vermeintlichen Sicherheitsbeamten des Impfzentrums in die Seite.

Felix Huesmann, Reporter des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) twittert zu dem Video von Xavier Naidoo und Rapbellions Germany, dass dieses sehr gefährlich sei. „Juristisch ist das sicher von der Kunstfreiheit gedeckt. Was solche Songs und Videos gefährlich macht ist jedoch, dass sie lediglich jene Ideen, die in Telegram-Gruppen völlig ernst gemeint ausgetauscht werden, in Reimform popularisieren“, schreibt der Journalist auf Twitter.

Xavier Naidoo – Experte hält neues Musikvideo „für sehr gefährlich“

Politikwissenschaftler Josef Holnburger sieht das ähnlich und sagt gegenüber den RND: „Ich halte das für sehr gefährlich, weil nicht nur Gewaltfantasien geäußert werden, sondern direkt zu Gewalt aufgerufen wird. Solche Gewaltaufrufe sehen wir in dieser Szene aktuell immer mehr und ich gehe davon aus, dass das noch weiter zunehmen wird.“ Er beobachtet die Aktivitäten deutschsprachiger Verschwörungsideologen auf Telegram (alle News zu Promis aus NRW auf RUHR24).

Auf dem offiziellen Youtube-Kanal des Soul-Sängers ist das Musikvideo mittlerweile nicht mehr zu finden. Die Video-Plattform hat es gelöscht. Jedoch wurde das Video auf verschiedensten Kanälen in einer schlechteren Version neu hochgeladen.

Viele Künstler distanzieren sich von dem 49-jährigen Sänger. In Mönchengladbach weigern sich einige Bands und Künstler in derselben Location zu spielen, in der Xavier Naidoo im Juni ein Konzert plant. Sie wollen die Bühne nicht mit einem „Verschwörungstheoretikern und Menschenfeinden wie Xavier Naidoo teilen“. Auch in Dortmund gab es 2020 bereits massive Vorbehalte gegen den Künstler. Der damalige Oberbürgermeister von Dortmund, Ullrich Sierau (SPD), sagte: „Wir wollen Xavier Naidoo nicht in unserer Stadt und auch nicht jene Anhänger seiner Musik, die seine Positionen teilen.“ *Mannheim24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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