Wohnhaus in Münster explodiert: 67-Jährige gibt die Tat zu - Haftbefehl beantragt

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Münster: Feuerwehrleute löschen ein brennendes Fachwerkhaus. In dem Gebäude war es zuvor zu einer Explosion gekommen. Foto: Bernd Thissen/dpa

Bei einer Explosion in einem Wohnhaus in Münster sind fünf Menschen verletzt worden. Eine der Bewohnerinnen wurde jetzt vernommen. Hier die Infos.

Bei einer Explosion in einem Wohnhaus in Münster sind fünf Menschen verletzt worden. Jetzt wurde eine der Bewohnerinnen vernommen.

  • In Münster hat es eine Explosion in einem Wohnhaus gegeben.
  • Dabei wurden die beiden Bewohnerinnen (67 und 38) sowie drei Polizisten teils schwer verletzt.
  • Die 67-Jährige gab nun an, die Explosion absichtlich herbeigeführt zu haben.

Münster: 67-Jährige Bewohnerin gibt die Tat zu

Update, Donnerstag (19. September), 11.25 Uhr: Eine der Bewohnerinnen in dem explodierten Haus in Münster ist noch am Mittwoch (18. September) im Krankenhaus vernommen worden. Sie habe zugegeben, die Explosion geplant und herbeigeführt zu haben.

Das teilt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Donnerstag mit. Die Frauen seien aber "davon ausgegangen, dass Unbeteiligte nicht zu Schaden kommen". Drei Polizisten wurden durch die Explosion verletzt. Die 38-Jährige Mitbewohnerin liegt weiter mit schweren Verletzungen in einer Spezialklinik und ist nicht vernehmungsfähig.

Fachwerkhaus in Münster ist nach Explosion einsturzgefährdet

Der Tatort ist beschlagnahmt und soll heute von Experten der Polizei untersucht werden. Doch das Gebäude ist einsturzgefährdet. "Das macht die Suche nach Spuren besonders kompliziert", sagte Kriminalhauptkommissar Joachim Poll. Er leitet die Mordkommission.

Zudem will die Staatsanwaltschaft Münster heute einen Haftbefehl beim Amtsgericht beantragen. Der Vorwurf lautet auf versuchten Mord in Tateinheit mit Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion mit versuchter Todesfolge.

Drei Verletzte nach Explosion in Wohnhaus

Ursprungsmeldung (18. September): Einige Kilometer nördlich von der Innenstadt von Münster hat es am Mittwoch (18. September) eine Explosion in einem Wohnhaus gegeben. Offenbar hatten die beiden Bewohnerinnen diese selbst herbeigeführt. Davon gehen Polizei und Staatsanwaltschaft Münster aus.

Die beiden Bewohnerinnen (38 und 67 Jahre alt) wurden dabei schwer verletzt und anschließend in Krankenhäuser gebracht - im Gegensatz zu einem Fall in Senden bei Münster. Hier entdeckte die Feuerwehr nach einem Brand eine Leiche in einer Wohnung - die lag allerdings schon acht Jahre dort.

Offenbar stand die Zwangsräumung bevor

Auch drei Polizisten wurden durch die Explosion leicht verletzt. Sie begleiteten eine Gerichtsvollzieherin, die das Gebäude an der Straße "Am Max-Klemens-Kanal" zwangsräumen sollte.

Dem kamen die beiden Frauen offenbar zuvor. Es gebe Hinweise darauf, dass die Bewohnerinnen des Hauses die Explosion absichtlich herbeigeführt haben, als die Beamten heute zur Zwangsräumung erschienen, erklärt Joachim Poll, Leiter der Mordkommission. "Möglicherweise wollten sie sich dadurch selbst das Leben nehmen."

Zwei Pferde durch Explosion und Brand getötet

"Nach den derzeit vorliegenden Erkenntnissen war die Zwangsräumung für heute angekündigt", sagt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt.

Durch die Explosion und den anschließenden Brand wurden die beiden Pferde der Bewohnerinnen getötet. Die Feuerwehr musste den Brand in den Trümmern löschen. Jetzt reißt ein Bagger das Fachwerkhaus ab.

Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Münster wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion mit versuchter Todesfolge.

Erinnerung an ähnlichen Fall in Dortmund-Hörde

Der Fall erinnert an die Explosion eines Wohnhauses in Dortmund-Hörde im März 2017. Ein offenbar psychisch kranker Bewohner hatte dort eine Gasexplosion herbeigeführt.

Eine Frau starb damals in den Trümmern. Der Mann wurde später wegen Mordes angeklagt. Mittlerweile wird das Haus in Hörde wieder aufgebaut.