Sogar Jan Böhmermann äußert sich

Winterberg: Touristen verursachen Mega-Stau – Andrang im Sauerland reißt nicht ab

In Nordrhein-Westfalen hat es geschneit. Deshalb zieht es aktuell viele Menschen nach Winterberg zum Skifahren. Doch die Stadt hat genug von den Touristen.

Winterberg/NRW - Nach Weihnachten hat es sich auch in Nordrhein-Westfalen deutlich abgekühlt. Nächtliche Minusgrade und Schneefall sorgen in der letzten Woche des Jahres für winterliche Gefühle. Kein Wunder, dass die Menschen wieder Skifahren wollen. Dass das aber keine gute Idee ist, zeigt nun die Stadt Winterberg auf Facebook, berichtet RUHR24.de*.

StadtWinterberg
Bundesland/RegionNordrhein-Westfalen/Sauerland
Bevölkerung12.548

Winterberg: Stadt veröffentlicht für Touristen dringenden Appell auf Facebook

Der Appell, den Winterberg am Montag (28. Dezember) auf Facebook veröffentlicht hat, klingt wie ein Hilfeschrei. „Parkkapazitäten sind erschöpft, die Straßen sind verstopft!“, schreibt die Stadt und postet dazu ein Bild, bei dem man aus dem Staunen kaum noch rauskommt. Darauf zu sehen: Nicht nur die schöne, winterliche Landschaft des Sauerlandes, sondern auch eine ewig lange Schlange von Autos, die sich durch den Schnee schieben. (alle Nachrichten zur aktuellen Corona-Lage in NRW bei RUHR24.de)

Angesichts der vielen Corona-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen ein Unding. Winterberg appelliert deshalb an die Vernunft der Menschen und schreibt: „Auch heute bleibt uns nur die Bitte an alle, die sich gerade auf den Weg machen oder schon auf dem Weg zu uns sind, von der Anreise abzusehen.“

Winterberg: Gastronomien haben wegen des Corona-Lockdowns ohnehin geschlossen

Wegen der anhaltenden Corona-Maßnahmen der Landesregierung* sind sowohl Ski- als auch Rodellifte ohnehin geschlossen. Und das Rodeln an den Liften ist verboten - auch wenn dies laut Aussage der Stadt Winterberg trotzdem noch „viele tun“.

Auch die Gastronomien und öffentlichen Toiletten haben wegen des laufenden Lockdowns in Winterberg geschlossen. Einkehr- oder Aufwärmmöglichkeiten nach einem ausgiebigen Tagesausflug im Schnee gibt es deshalb keine. „Tu dir den Stress nicht an!“ - schreibt die Stadt am Ende ihres Facebook-Beitrags.

Winterberg: Skigebiet veröffentlicht zwei Appelle in zwei Tagen auf Facebook

Bereits am Sonntag (27. Dezember) hatte Winterberg einen ersten Appell bei Facebook verfasst und eine dringende Bitte geäußert: „Reist nicht mehr an oder dreht um!“ Wegen der vielen Touristen hatte sich ein Stau gebildet, der bis vor Winterberg reichte. Parkmöglichkeiten habe es laut Angaben der Stadt keine mehr gegeben.

Winterberg hoffte mit dem Facebook-Post auf die Vernunft der Menschen und bedankte sich für das Verständnis. Doch offenbar hat sich kaum jemand den Appell zu Herzen genommen. Ob der zweite Post von Montagmorgen besser bei den Touristen „wirkt“? Das bleibt abzuwarten.

Appell der Stadt Winterberg: User auf Facebook sind sauer auf Touristen

Immerhin wurde der Beitrag der Stadt Winterberg bereits über 6500-mal geteilt und knapp 3300-mal kommentiert. Und die User sind sich in den Kommentaren einig, dass Winterbergs Appell klar gerechtfertigt ist:

  • Einreisesverbote verhängen! Alle auswärtigen Autos rausziehen, kontrollieren und wenn keine Verwandtschaft in Winterberg wohnt oder derjenige nicht aus beruflichen Gründen hier ist, dann nach Hause schicken.
  • Das begreife ich nicht, das ist so verantwortungslos, einfach unglaublich was da passiert, waren können die Menschen nicht mal zu Hause bleiben.
  • Warum werden nicht alle Parkplätze gesperrt, hat beim ersten Lockdown am Diemelsee auch funktioniert. Allen „wild parkenden“ ein fettes Bußgeld aufbrummen.
  • Was ist so schwer daran zu verstehen: BLEIBT ZUHAUSE! Bin auf die Explosion der Werte in den nächsten Tagen gespannt. Wenn die so weiter machen, bleibt der Lockdown noch bis Ende März.
  • Alle nicht mehr ganz dicht! Da muss jeder mindestens 1000 Euro Strafe bekommen! Vielleicht raffen sie es dann!

Touristen-Chaos in Winterberg: Jetzt äußert sich auch noch Jan Böhmermann

Sogar Entertainer und Satiriker Jan Böhmermann hat sich mittlerweile zu dem Touristen-Chaos in Winterberg geäußert. „Tut mir leid, Oma, dass Du jetzt sterben musst, aber – versteh doch – Christiane und Manfred hatten zwischen den Jahren einfach mal Lust auf einen kleinen Tagesausflug ins verschneite Sauerland“, twitterte er nun. Ob seine Nachricht bei den Touristen klarer ankommt?

Die Stadt Winterberg will jedenfalls beraten, wie sie in Zukunft mit der Masse an Touristen klarkommen möchte. Gegebenenfalls könnte es je nach Corona-Infektionsgeschehen zu strengeren Maßnahmen kommen. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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