Lange Staus und keine Masken

Winterberg/Hellenthal: Wieder Ansturm auf Sauerland und Eifel – Polizei sperrte Orte ab

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In Winterberg geht die Polizei nun gegen die Tagestouristen im Schnee vor.

Immer mehr Menschen reisen für einen Tag nach Winterberg in den Schnee. Dabei sorgen sie für Verkehrschaos. Nun greift die Polizei ein.

Update, Montag (4. Januar), 10.49 Uhr: Nicht nur Winterberg im Sauerland, sondern auch die Eifel ist zu großen Teilen überlaufen. Der Bürgermeister von Hellenthal, nahe Monschau, kündigte jetzt sogar an, einige Bereiche mit Bauzäunen abzusichern. Mitarbeiter sollten die Einhaltung der Absperrungen vor Ort kontrollieren, wie Express berichtet. Betroffen ist das bekannte Skigebiet „Weißer Stein“, das „Hollerather Knie“ und der Bereich „Hohes Kreuz“ in Hollerath.

Update, Sonntag (3. Januar), 13.27 Uhr: Trotz gesperrter Pisten und eindringlicher Appelle der Polizei, wird der Ski-Ort Winterberg im Sauerland offenbar auch am Sonntag (3. Januar) von Besuchern überlaufen. Die Polizei geht nun mit harten Bandagen gegen die Tagestouristen vor und riegelt den Ort ab.

Corona-Chaos in Winterberg: Polizei riegelt Ort im Sauerland vor Touristen ab und sperrt Zufahrtstraßen

Über Twitter ließ die Polizei verlauten: „Winterberg muss abgesperrt werden!“. Ab sofort werden die folgenden Straßen rund um den Ort im Sauerland gesperrt: die B480 Richtung Innenstadt, die B480 Richtung Bremberg, die B480 vom Kreisverlehr in Richtung Innenstadt, die Hochsauerlandstraße in Richtung Innenstadt, die B480 ab dem Abzweig zur L740 in Richtung Winterberg und die Straße „Im Orketal“. Autofahrer, die bereits auf dem Weg nach Winterberg seien, sind zum Umdrehen angehalten.

Bereits im Ruhrgebiet, auf der Autobahn A40 zwischen Bochum und Dortmund, heißt es auf mehreren Hinweistafeln: Skigebiet Winterberg gesperrt!

Winterberg: Touristenandrang auf Skigebiet trotz Betretungsverbot

Es komme jetzt praktisch niemand mehr nach Winterberg rein, bestätigte auch eine Sprecherin der Stadt gegenüber der dpa. „Wir haben gestern Abend noch ein Betretungsverbot ausgesprochen, aber die Leute sind trotzdem wieder hierhergekommen“, berichtete sie.

Doch damit nicht genug. Wie die Polizei ebenfalls mitgeteilt hat, wird es nach der Abriegelung Winterbergs auch in den anderen Skigebieten im Sauerland voller. Der WDR berichtet von komplett belegten Parkplätzen am Gebiet „Wilde Wiese“ in Sundern und auch Wanderparkplätze in höheren Regionen des Sauerlandes, so zum Beispiel bei Eslohe, seien voll belegt. Die Polizei sperrt deshalb nun auch die B251 von Brilon in Richtung Willingen.

Update, Sonntag (3. Januar), 10.19 Uhr: Auch ZDF-Satiriker Jan Böhmermann (39) hat sich nach dem Massenandrang auf Winterberg in einem Tweet auf Twitter kritisch gegenüber den Besuchern des Ski-Ortes geäußert. Das Touristen-Chaos trotz Corona-Lockdown kommentierte er wie folgt:

Der bissige Tweet wurde bereits hundertfach geteilt und gefällt fast 12.000 Twitter-Nutzern. Ob das den immer noch andauernden Strom an Tagestouristen ins Sauerland nun eindämmen wird?

Update, Samstag (2. Januar), 21.03 Uhr: Sauerland/Winterberg - Die Bemühungen der Stadt Winterberg, die Touristen im Corona-Lockdown aus der Stadt fernzuhalten, hatten bislang keinen Erfolg. Nun setzt die Stadt auf weitere harte Maßnahmen. Nach dem erneuten Touristenansturm am Samstag, macht Winterberg die Skipisten dicht.

Touristen-Chaos in Winterberg trotz Corona-Lockdown: Pisten werden gesperrt

Wie die Polizei im Sauerland mitteilte, gilt ab Sonntag (3. Januar) bis zum 10. Januar ein Betretungsverbot für folgende Pisten - auch die dazugehörigen Parkplätze werden gesperrt:

  • Altastenberg
  • Neuastenberg
  • Niedersfeld
  • Winterberg
  • Züschen

Die Sperrungen gelten darüber hinaus auch für den Bereich rund um den Kahlen Asten und den Großraumparkplatz Bremberg. Die Menschen sollen zu Hause bleiben, so der Appell der Polizei und der Stadt Winterberg. Das Betretungsverbot werde durch das Ordnungsamt und der Polizei kontrolliert und durchgesetzt. Verstöße werden konsequent geahndet.

Ursprungsmeldung, Samstag (2. Januar), 19.37 Uhr: Schon zwischen den Jahren gab es einen großen Ansturm auf das Sauerland. Der Grund: Schnee. Nun sieht sich die Polizei gezwungen einzuschreiten, damit die Corona-Maßnahmen eingehalten werden.

Winterberg: Tagestouristen wollen in den Schnee ‒ Polizei zieht Konsequenzen

Schon am 28. Dezember 2020 (Montag) veröffentlichte die Stadt Winterberg für Touristen einen dringenden Appell auf Facebook. „Parkkapazitäten sind erschöpft, die Straßen sind verstopft!“, schrieb die Stadt und postete dazu ein Bild. Die Situation scheint sich seitdem nicht verbessert zu haben.

Eine Stadtsprecherin sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Wir hätten uns gewünscht, dass die Menschen zu Hause bleiben, aber es klappt nicht.“ Es würde wegen der Corona-Pandemie (alle Informationen zum Coronavirus im NRW-Ticker auf RUHR24.de) und den geschlossenen Liften gar keinen Sinn ergeben. Daraufhin wurde die Maskenpflicht auf ganz Winterberg ausgeweitet.

Schnee-Tourismus im Lockdown: Polizei kämpft um Einhaltung der Coronaschutzverordnung

Die Polizei kündigte für das Wochenende 2. und 3. Januar einen größeren Einsatz an, um für Ordnung zu sorgen. Sie wolle darauf achten, dass die Maskenpflicht und Coronaschutzverordnung eingehalten werden. Viele scheinen gar nicht von der allgemeinen Maskenpflicht in der Region zu wissen, die seit Silvester gilt, und tragen keinen Masken, wie die WAZ berichtet. Und das, obwohl die Polizei und das Ordnungsamt kontrollieren.

Die Lage in Winterberg ist weiter angespannt: Gegen 13 Uhr am Samstag (2. Januar) waren schon alle Parkplätze in den Skigebieten der Region belegt, wie der Sauerlandkurier berichtet. Eine Stunde später soll die Polizei vor Ort die Bundesstraße B480 ab Ruhrquelle gesperrt haben. Damit kann Winterberg über diese Straße nicht mehr erreicht werden. Auch in Schmallenberg seien erste Zufahrten schon gesperrt worden.

Video: NRW: Viele Schneetouristen und Unfälle rund um Winterberg

Besonders betroffen ist das Skigebiet. Die Touristen, die kommen, wollen nach den ruhigen Weihnachtsfeiertagen zuhause offenbar unbedingt in den Schnee. Laut der WAZ sind die Schnee-Tagestouristen in Winterberg mit Campingstühlen und Picknicktaschen im Naturschutzgebiet unterwegs. Und auch im Nachbardorf soll es nur so von Autos wimmeln - trotz des Lockdowns (alle Artikel zum Coronavirus auf RUHR24.de).

Stadt Winterberg deaktiviert Webcams: Polizei bittet Schnee-Tagestouristen zuhause zu bleiben

Auch wenn es am Neujahrstag eher etwas ruhiger gewesen sein soll, meldeten die Medien rund sieben Kilometer Stau zwischen Winterberg und Olsberg. Um nicht mehr Tagestouristen in den Schnee zu locken, wurde die Webcam-Funktion auf der Webseite der Stadt Winterberg deaktiviert.

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