Klimakrise

NRW bricht Trocken-Rekord – Wetter-Problem kann bekämpft werden

Das ist ein trauriger Rekord: Der August war an Emscher und Lippe der mit Abstand trockenste Monat des Jahres. Doch er bricht noch weitere Rekorde.

NRW – Das Jahr 2022 war und ist geprägt von hohen Temperaturen und Dürren. Bis auf die Monate Februar und April war es bisher durchgehend zu trocken, wie Emschergenossenschaft und Lippeverband in einer Pressemitteilung schreiben. Der August 2022 setzte jedoch nochmal ganz neue Maßstäbe. Es handelt sich um den trockensten August seit dem Beginn der Auswertungen (1931).

ThemaRegen im August
FlüsseEmscher und Lippe
GrundKlimakrise

August in NRW trockener als je zu vorher – Wasserbetriebe schlagen Alarm

Demnach schauen die Wasserexperten vor allem mit Sorge auf kleinere Gewässer. Normalerweise fallen im August im Emscher- und Lipperland fast 80 Millimeter Regen. In diesem Jahr war es nur etwa ein Fünftel so viel. Zwischen 15 und 17 Millimeter sind demnach gefallen. Das macht umgerechnet etwa 15 Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich: ein herkömmlicher Duschkopf verbraucht etwa 15 Liter Wasser pro Minute!

Laut der beiden Wasserverbände an Emscher und Lippe waren selbst die beiden Trockenjahre 2018 und 2019 mit spürbar mehr Regen gesegnet. Dennoch gibt es für die beiden Flüsse eine leichte Entwarnung. Sie profitieren nämlich von gesäubertem Wasser aus Kläranlagen. So erhalten Emscher und Lippe durchgängig Wassernachschub und drohen somit nicht trocken zu fallen.

Hitze und Dürre im August – Bäche und Flüsse in NRW fallen trocken

Anders sieht es mit kleinen, umliegenden Bächen und Flüssen in NRW aus. Schon jetzt fließt vielerorts im Sommer wenig bis kein Wasser durch. Bei einigen Gewässern sei man das schon gewöhnt. In diesem Jahr waren es aber außergewöhnlich viele. Bei niedrigen Wasserständen und hohen Temperaturen drohen vor allem stehende Gewässer umzuschlagen – wie zuletzt der Ümminger See in Bochum. Die Folge sind Fisch- und Pflanzensterben.

Noch würde es den Fischen in Emscher und Lippe gut gehen. Dazu würde auch die Renaturierung vieler Gewässer beitragen – also die Wiederherstellung eines möglichst natürlichen Zustands. So kann das Wasser besser fließen und Fische kommen leichter in tieferes Wasser. Die Begrünung der Ufer würde auch dazu beitragen, dass die Flüsse nicht so schnell austrocknen (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Emscher und Lippe brauchen Regen – Schwammstädte für die Zukunft wichtig

Kommt es doch mal zum Ernstfall, haben die Emschergenossenschaft und der Lippeverband laut Pressemitteilung nur wenig Handlungsspielraum. Die Hoffnung liege daher auf Regen. Für die Zukunft sei es wichtig, dass mehr Schwammstädte entstehen. Es geht darum, Flächen zu entsiegeln und Regenwasser zu speichern. Dortmund ist hier schon in der Planung.

Die Trockenheit hat sich auch an der Emscher-Mündung in Dinslaken gezeigt.

Durch den Klimawandel steigen auch in NRW die Temperaturen langfristig deutlich an. Die Folge sind unter anderem trockene, heiße Sommer, die für Mensch und Tier gefährlich werden können. Allein im Monat Juli sind laut MDR 12 Prozent mehr Menschen gestorben, als in den letzten vier Jahren.

Ein Grund für die Zahlen vom Statistischen Bundesamt kann die Hitze sein. Besonders ältere Menschen und Obdachlose leiden bei den hohen Temperaturen. Auch Waldbrände wie in diesem Jahr auf dem Hegenscheid in Iserlohn werden durch Trockenheit begünstigt. Etwas, das wir alle tun können, ist zum Beispiel Wasser sparen.

Rubriklistenbild: © Andreas Fritsche/EGLV

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