Hitze in Nordrhein-Westfalen

Düstere Experten-Prognose: Klimawandel trifft NRW "besonders hart"

Die Sommer in NRW werden immer heißer. Schuld an der Hitze ist der Klimawandel.
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Die Sommer in NRW werden immer heißer. Schuld an der Hitze ist der Klimawandel.

Klima Experten haben herausgefunden, dass die Sommer in NRW immer heißer werden. Aus der Hitze resultieren Probleme – für Mensch und Umwelt.

  • Die Sommer in Deutschland werden immer heißer - das geht auch an Nordrhein-Westfalen nicht vorbei.
  • 2019 wurde in Duisburg mit 41,2 Grad der bisher heißeste Tag überhaupt gemessen. 
  • Experten sprechen wegen des Klimawandels nun eine Warnung aus und sind wenig optimistisch.

Nordrhein-Westfalen - Aktuelle Untersuchungen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zeigen, wie erheblich sich der Klimawandel auf das Wetter und die Umwelt in NRW auswirkt. Die Zukunftsprognosen der Experten sind alles andere als positiv.

Bundesland

Nordrhein-Westfalen (NRW)

Bevölkerung

17,93 Millionen (2019)

Größte Stadt

Köln

Hauptstadt

Düsseldorf

Wetter in NRW: Immer häufiger Hitze mit über 30 Grad in Nordrhein-Westfalen

Immer häufiger steigen die Temperaturen in NRW über 30 Grad. Pro Sommer gibt es in Nordrhein-Westfalen mittlerweile nicht mehr nur noch eine, sondern gleich mehrere Hitzewellen. Der Klimawandel ist längst angekommen und bringt spürbare Veränderungen mit sich.

Das belegen auch aktuelle Auswertungen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV), wobei verschiedene Indikatoren von Klimafolgen untersucht wurden. Zum Beispiel die mittlere Jahrestemperatur.

Hitze in NRW: Klimawandel bringt spürbare Veränderungen nach Nordrhein-Westfalen

Demnach sei die mittlere Jahrestemperatur in NRW zwischen den Jahren 1990 und 2019 auf 9,9 Grad Celsius angestiegen. In ganz Deutschland lag die mittlere Jahrestemperatur laut Angaben von Kachelmannwetter im Jahre 2018 sogar bei 10,5 Grad Celsius. Das ist der höchste Wert, der jemals gemessen wurde. 

1990 lag die durchschnittliche Jahrestemperatur in Deutschland noch bei 9,5 Grad Celsius. 

Hitze in NRW: Durchschnittliche Jahrestemperatur steigt wegen heißer Sommertage

Grund für den Anstieg der durchschnittlichen Jahrestemperatur ist die Zunahme an heißen und besonders heißen Tagen im Sommer. Laut Auswertungen des LANUV hätte die Anzahl der Sommertage über 25 Grad in den vergangenen 100 Jahren um elf Tage zugenommen. Bei den Hitzetagen über 30 Grad waren es im Durchschnitt vier Tage. 

Zeitgleich hätte die Anzahl der Frosttage in Nordrhein-Westfalen deutlich abgenommen und sei um durchschnittlich zwölf Tage gesunken. Auch dadurch steigt die mittlere Jahrestemperatur an.

Hitze in NRW: Wetter ist der Vorbote des Klimawandels - Umweltministerin spricht Warnung aus

"Das Wetter ist der Vorbote des Klimawandels. Extremereignisse wie Hitze oder Starkregen werden unseren Alltag künftig noch stärker bestimmen", kommentiert Umweltministerin Ursula Heinen-Esser die neuesten Klimaanalysen des LANUV

Wird es in NRW besonders heiß, dann suchen viele Menschen Abkühlung am Wasser. Wie zum Beispiel hier in Oberhausen (Ruhrgebiet).

"Wir haben die Jahre 2018 und 2019 als Hitzejahre in Erinnerung. Aber mit Blick in die Zukunft dürften solche Sommer eher zur Normalität werden", so Heinen-Esser weiter.

Wetter in NRW: Zwei Hitzewellen fegten 2019 über Deutschland und das Ruhrgebiet

Im Jahr 2019 gab es in Deutschland und in NRW gleich zwei besonders heftige Hitzewellen. Die erste fand Ende Juni statt, wobei Spitzentemperaturen von 37 Grad Celsius keine Seltenheit waren. Besonders heiß wurde es etwa in Großstädten wie Essen oder Dortmund.

Auch die zweite Hitzewelle Ende Juli traf NRW und insbesondere das Ruhrgebiet hart: Am 25. Juli 2019 wurden in Gelsenkirchen 40,5 Grad Celsius gemessen. In Duisburg waren es sogar sage und schreibe 41,2 Grad Celsius. Ein neuer Hitzerekord. Heißer war es nur in Lingen (Niedersachsen) mit 42,6 Grad Celsius. 

Deutscher Wetterdienst (DWD) hat seit 2020 eine neue Warnstufe für "extreme Hitze"

Übrigens: Seit 2020 hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine neue Warnstufe vor "extremer Hitze". Diese wird ausgesprochen, sobald die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag bei 38 Grad liegt.

Hitze in NRW: Gesundheitsprobleme für Menschen in Großstädten wie Essen oder Dortmund

Rund 6,9 Millionen Menschen sind heute in NRW von Hitzebelastung betroffen. In Zukunft (2050) dürften es laut den Prognosen des LANUV bis zu elf Millionen Menschen werden. Damit wird der Sommer für immer mehr Menschen zur Tortur, denn nicht nur die Tage, sondern auch die Nächte werden immer heißer

Besonders betroffen sind ältere und kranke Menschen in den Großstädten. Dort ist es aufgrund der dichten Bebauung des Straßenverkehrs noch wärmer als etwa auf dem Land. 

Kleinkinder müssen im Sommer bei extremer Hitze besonders geschützt werden. Am besten bleiben sie den ganzen Tag im Schatten und tragen eine Kopfbedeckung.

Gesundheitsprobleme wie Kopfschmerzen oder Schwindel könnten wegen der extremen Hitze zunehmen. Im schlimmsten Fall droht sogar ein Hitzschlag oder Hitzekollaps. 

Video Gesundheitsrisiko: Ab wann Hitze eine Gefahr ist

Klimawandel in NRW: Temperaturen steigen weiter, falls CO2-Emissionen nicht eingedämmt werden

Aktuelle Klimamodelle sagen für NRW eine Temperaturzunahme von 2,8 bis 4,4 Grad Celsius für den Zeitraum 2071 bis 2100 voraus, falls die CO2-Emissionen weiterhin steigen. (alle Nachrichten aus NRW bei RUHR24)

Die Experten beziehen sich dabei auf die Messwerte für den Zeitraum 1971 bis 2000. 

"Der Klimawandel schreitet unerbittlich voran. Wir müssen alles dafür tun, ihn einzudämmen und uns zugleich auf nicht mehr abzuwendende Veränderungen einzustellen", warnt NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser deshalb die Bevölkerung.

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