Verlagerung in andere NRW-Städte

Westfleisch macht in Gelsenkirchen dicht – Stadt kämpft mit Folgen

Westfleisch, einer der führenden Fleischvermarkter in Deutschland, zieht sich aus Gelsenkirchen zurück. Für Mitarbeiter der Stadt hat das bittere Folgen.

Gelsenkirchen – Die Fleischindustrie befindet sich im Wandel. Etliche Corona-Ausbrüche in Schlachthöfen haben schonungslos die Arbeitsbedingungen in der Branche aufgezeigt und zu einem Umdenken geführt. Aber auch die Nachfrage hat sich verändert. Das führt zu Umstrukturierungen in den Unternehmen, über die man in Gelsenkirchen nicht erfreut ist.

StadtGelsenkirchen
BundeslandNordrhein-Westfalen
RegierungsbezirkMünster
OberbürgermeisterinKarin Welge (SPD)

Gelsenkirchen: Westfleisch schließt Schlachtbetrieb – Schlachtungen sollen nach Hamm verlagert werden

Der Fleisch-Gigant Westfleisch schließt dort im Oktober 2021 seine Betriebsstelle. Wie das Unternehmen mitteilt, soll die Schweineschlachtung aus Gelsenkirchen auf die Betriebe in Hamm, Oer-Erkenschwick und Coesfeld verlagert werden. Die Entscheidung sei Teil des Strukturprojekts „Westfleisch 2025“.

„Ziel ist es, vor allem unseren nun reinen Schweineschlachtbetrieb in Hamm möglichst voll im Zweischichtbetrieb auszulasten“, begründet Carsten Schruck, Finanzvorstand der Westfleisch SCE, den Schritt. Die Gesamtschlachtkapazität bleibe dabei nahezu unverändert. Die knapp 970.000 Schlachtungen, die 2020 in Gelsenkirchen durchgeführt wurden, werden künftig auf die anderen Standorte in NRW verteilt.

Westfleisch will die Schweineschlachtung aus Gelsenkirchen hauptsächlich auf den Betrieb in Hamm (im Bild) verlagern.

Gelsenkirchen: 42 Mitarbeiter der Stadt nach Westfleisch-Schließung ohne Job

Für die Beschäftigten ändere sich lediglich der Einsatzort. Die knapp 140 Mitarbeiter in Gelsenkirchen werden allesamt ein Arbeitsplatzangebot innerhalb der Unternehmensgruppe erhalten, kündigt Westfleisch an. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille (mehr News aus dem Ruhrgebiet bei RUHR24).

Denn das Ende von Westfleisch in Gelsenkirchen betrifft auch 42 Mitarbeiter der Stadt. Diese sind in der Fleischkontrolle am Schlachthof oder als Veterinäre beschäftigt und hätten künftig keine Aufgabe mehr, heißt es von der Stadt Gelsenkirchen. Die Betroffenen seien bereits in einer Versammlung über die bevorstehende Schließung informiert worden.

Die Stadt prüft nun, welche Angebote den Beschäftigten gemacht werden können. Betriebsbedingte Kündigungen und soziale Härten sollen vermieden werden. „Die meisten der Beschäftigten sind eigens für die Aufgabe im Schlachthof bei der Stadt eingestellt worden. Wir arbeiten intensiv daran, gemeinsam mit den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern individuelle Lösungen zu finden“, sagt der zuständige Personal-Kämmerer Luidger Wolterhoff.

Westfleisch-Betrieb in Gelsenkirchen macht dicht: keine Entscheidung über künftige Nutzung

Eine Möglichkeit: Die Mitarbeiter der Stadt Gelsenkirchen arbeiten künftig am Standort in Hamm. Dort werde wegen der zu erwartenden höheren Zahl an Schlachtungen zusätzliches Personal benötigt. Die Verwaltung hat deshalb bereits den Kontakt mit der Stadt Hamm aufgenommen.

Unklar ist außerdem noch, wie der Betrieb in Gelsenkirchen künftig genutzt werden soll. Westfleisch erklärte, dass darüber noch keine abschließende Entscheidung getroffen wurde.

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/AFP

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