Bild: Polizei Rheinisch-Bergischer Kreis

Die Verkehrskontrolle in Wermelskirchen (NRW) bei Köln nahm eine unterwartete Wendung: Die Polizei stoppte einen falschen Streifenwagen. Und fand dann noch mehrere Waffen im Kofferraum. Auch in Lünen bei Dortmund gab es einen ähnlichen Fall

  • Die Polizei zieht in Wermelskirchen (NRW) bei Köln einen falschen Streifenwagen aus dem Verkehr.
  • Die Beamten fanden mehrere Waffen im Kofferraum.
  • Einen ähnlichen Vorfall gab es in Lünen bei Dortmund.

Bei einer Verkehrsüberprüfung am Dienstagnachmittag (6. August) fiel zwei Polizei-Beamten das Auto von einem Kollegen auf. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich der Streifenwagen jedoch als Fake-Polizeiauto.

Falscher Streifenwagen in Wermelskirchen bei Köln sieht täuschen echt aus

Der Mercedes sah einem Streifenwagen täuschend ähnlich. Das schwarz-lackierte Auto war mit retroreflektierender Folie beklebt – wie sie nur von der Polizei verwendet werden das. Für private Fahrzeuge ist die gelb-blaue Folie normalerweise verboten.

Außerdem hatte das vermeintliche Polizeiauto ein Rundumlicht montiert – auch hierfür hatte der Fahrer keine Betriebserlaubnis.

Maschinengewehr und zwei Klein-Waffen im Gepäck

Und es kommt noch dicker: Bei genauerer Untersuchung des Wagens fand die Polizei mehrere Schusswaffen im Kofferraum.

Die Beamten stellten ein Maschinengewehr vom Typ G36 und zwei Walther P99 sicher – eine davon griffbereit und geladen im Handschuhfach. Außerdem trug der 27-Jährige ein sogenanntes Einhandmesser am Gürtel.

Polizei stellt doppelten Fake fest

Mehr Schein als Sein – zum Glück stellte die Polizei schnell fest, dass es sich nicht nur bei dem Streifenwagen um eine Attrappe handelte, sondern auch bei den Waffen. Zumindest zum größten Teil.

Nach Angaben der Polizei handelte es sich bei dem Maschinengewehr um einen Softair-Nachbau. Die beiden P99-Waffen waren Schreckschusspistolen.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich in Bielefeld. Hier war ein Mann mit mehreren Fake-Waffen auf dem Fahrrad unterwegs.

Dennoch benötigt man für die Waffen einen sogenannten kleinen Waffenschein, über den der Fahrer nicht verfügte.

Selbsternannter Ordnungshüter

Zusätzlich fanden die Beamten noch weitere Gegenstände, die normalerweise nur der echten Polizei vorbehalten ist. Dazu gehören zum Beispiel Handschellen und ein Dienstabzeichen. Alles wurde zusammen mit den Waffen sichergestellt.

Wie die NRZ mitteilte, ist der Mann des öfteren als selbsternannter Ordnungshüter unterwegs. Bereits 2016 war er mit einem falschen Streifenwagen erwischt worden.

Außerdem ermahne er immer wieder Menschen für ihr Verhalten. Er halte es für wichtig, sich für die öffentliche Ordnung einzusetzen äußerte er sich gegenüber der Zeitung.

Fake-Polizisten liegen im Trend

Sich als Polizei auszugeben liegt derzeit wohl im Trend. Am Mittwoch gab sich in Lünen bei Dortmund ein 15-Jähriger als Kriminalbeamter aus. Er wollte zwei junge Männer kontrollieren.

Diesen kam das komisch vor und sie verlangten den Dienstausweis – daraufhin holte der Jugendliche bewaffnete Verstärkung hinzu.

Sie schlugen einem der beiden Männer mit einem Schlagstock ins Gesicht und flüchteten danach in ein Auto. Dieses konnte kurze Zeit später aufgegriffen werden. Und auch hier machte die Polizei einen aufregenden Fund: Sie stellten Marihuana und 6000 Euro sicher.

Auch in Berlin wurde kürzlich eine 22-Jährige als falsche Polizistin enttarnt. Sie war in einer echten Uniform der Polizei unterwegs.