Weihnachten 2019

Gottesdienst an Heiligabend: Hier braucht man dafür ein Ticket

Gottesdienst an Weihnachten.
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Gottesdienst an Weihnachten.

An Heiligabend sind die Kirchen noch immer voll. Deshalb greifen manche Gemeinden nun zu unüblichen Maßnahmen: In Essen muss man nun reservieren.

  • An Weihnachten zieht es besonders viele Besucher in die Kirchen in NRW.
  • Deshalb haben einige Gemeinden nun Tickets für die Gottesdienste vergeben.
  • Grund waren Probleme bei der Sicherheit.

Essen - Den Kirchen laufen die Gläubigen weg, ist immer wieder zu lesen. Doch einmal im Jahr ist das Gegenteil der Fall: An Heiligabend sind die Bänke in den Gotteshäusern immer gut gefüllt. Mitunter sogar zu gut. In Essen und Krefeld wurden deshalb sogar Tickets vergeben.

Gottesdienste: Heiligabend nur mit Ticket in die Kirche

Doch was einige als Gängelung empfinden mögen, soll eigentlich Gutes haben. Pfarrerin Tabea Meyer von der evangelischen Kirchengemeinde Essen-Haarzopf begründete dies zum einen mit Sicherheitsaspekten - ein Gedränge solle verhindert werden. "Es ist aber auch, um zu vermeiden, dass Leute weggeschickt werden", sagte Meyer der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Denn genau das war 2017 passiert - und habe für eine Menge Ärger gesorgt. Deshalb kommen die Gläubigen in Essen dieses Jahr nur mit Sitzplatzreservierung in den Gottesdienst an Heiligabend. Extra-Kosten entstehen dadurch nicht. Ein Testlauf im vergangenen Jahr habe gut geklappt: "Das hat super funktioniert, es gab keinen Stress", sagt Meyer.

Krefeld: Notfall in der Kirche an Heiligabend war Grund für Ticket-System

Auch in Krefeld wird das System bei Gottesdiensten angewandt. Hintergrund ist ein Vorfall im vergangenen Jahr. Eine Person war im Gottesdienst umgekippt. "Die Gänge waren so voll, dass die Sanitäter kaum reinkamen. Das war schon sehr, sehr mühsam", sagte Pfarrer Volker Hendricks der dpa.

"Dann haben wir uns beraten lassen von einer Sicherheitsfirma, die für Versammlungsstätten entsprechende Konzepte macht, und die hat gesagt: 'Nee, so könnt ihr das wirklich nicht machen'", sagt der Pfarrer. Mit dem Ticket-System wisse jeder, dass er reinkomme - oder eben nicht. Der diesjährige Gottesdienst "Whynacht" mit moderner Musik und Theater sei bereits ausgebucht.

Kirchen in NRW handhaben Besucherzahlen unterschiedlich

Die Kirchen in NRW handhaben den Besucheransturm an Weihnachten jedoch verschieden, sagt Jens Peter Iven, Sprecher der evangelischen Kirchen. Das Reservierungssystem sei nur ein Weg. Andere Gemeinden würden Besucher am Eingang zählen - und dann irgendwann wegschicken.

Auch Videoübertragungen in den Gemeindesaal seien üblich. Erfahrungsgemäß werde das aber weniger angenommen, weil damit die Atmosphäre verloren gehe.

"Im Prinzip gilt: Bei uns sind alle Menschen willkommen, die kommen wollen", betonte Iven. "Aber sie müssen im Zweifel dafür Verständnis haben, dass die Sicherheit für alle vorgeht. Ich glaube, niemand möchte der medizinische Notfall in Reihe 2 sein, zu dem leider der Notarzt nicht durchkommt, weil der Mittelgang zugepackt ist mit Leuten."

Heiligabend: Reservierungen sind die Ausnahme in NRW

Reservierungen sind aber immer noch die große Ausnahme. So sagte Thomas Rünker, Sprecher des katholischen Bistums Essen: "Nach meinen Informationen gab es für die mehr als 1200 Weihnachtsgottesdienste in über 300 Kirchen, Kapellen und anderen Räumen in den katholischen Gemeinden des Bistums Essen bislang keine Notwendigkeit, Platzkarten auszugeben."

Auch die großen Gottesdienste an Heiligabend in Dortmund sind öffentlich zugänglich. Gleiches gilt für die der Propstei Bochum.

Auch im Bistum Münster ist das bislang offenbar nicht nötig: "Uns ist zu einem System der Eintrittskarten für Christmetten im Bistum Münster nichts bekannt", sagte eine Sprecherin der dpa. "Auch am Paulus-Dom in Münster gibt es so ein System nicht."