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Karneval-Sketch im WDR: „Heil Höcke“ und SS-Siggi als Verteidigungsminister sorgen für Aufsehen

Pünktlich zu Weiberfastnacht zeigt der WDR die Kölner Stunksitzung. Ein Sketch mit Michael Wendler, SS-Siggi und Björn Höcke hat es besonders in sich.

Köln – Als Querdenker bei einer Demonstration im Sommer die Treppen zum Reichstag in Berlin stürmten, war der Aufschrei groß. Nur eine Handvoll Polizisten waren zum Schutz des Regierungsgebäudes eingeteilt und wurden überrannt. Mithilfe hinzugezogener Beamten konnten die Demonstranten letztlich zurückgedrängt werden. Aber was wäre, wenn nicht?

NetzwerkWestdeutscher Rundfunk
FernsehenWDR Fernsehen
Gründung1. Januar 1956
SitzKöln

WDR zeigt Sketch mit Höcke, Wendler, Hildmann und SS-Siggi bei Kölner Stunksitzung 2021

Ein derartiges Gedankenspiel haben die Kölner Karnevalisten anlässlich der Stunksitzung 2021 fortgeführt. Das Ergebnis ist ein bitterböser Sketch, der am Donnerstagabend (22.15 Uhr) im WDR ausgestrahlt wird. Zu sehen ist die konstituierende Sitzung der neuen „Reichsregierung“ im Reichstag.

„Volksgenossen, Patrioten und Querdenker! Empfangt mit vaterländischem Stolz unseren neuen Reichskanzler Björn Höcke“, heißt es darin gleich zu Beginn. Das Kabinett, bestehend aus Michael Wendler (48), einer Heilpraktikerin, Siegfried Borchardt aus Dortmund („SS-Siggi“, 67) und Attila Hildmann (39) folgt der Anweisung und ruft zum Einmarsch von Björn Höcke (48) mit erhobenem rechten Arm mehrfach „Heil Höcke“.

Sketch bei Kölner Stunksitzung im WDR: Attila Hildmann mit Kochtopf statt Aluhut

Das Ziel der neuen Regierung formuliert Höcke sogleich. „Orientalische Krummnasen“ sollen vertrieben und die „globale Herrschaft der jüdischen Geldmachtelite“ zerstört werden. Einzig die „Fünf Tibeter“ sollen in Deutschland bleiben dürfen, wie die als neue Gesundheitsministerin fungierende Heilpraktikerin anmerkt. Umgehend startet sie mit den entsprechenden Yoga-Übungen.

Attila Hildmann, der in dem WDR-Sketch der Kölner Karnevalisten zum Vizereichskanzler ausgerufen wird, ist derweil mit der Reichsflagge unzufrieden. Den Adler möchte der vegane Koch durch ein Tofuschnitzel ersetzen. Auch ist er der einzige, der statt eines Aluhuts einen Kochtopf auf dem Kopf trägt.

Vegan-Koch Attila Hildmann spricht regelmäßig bei Corona-Demonstrationen.

Michael Wendler wird in der neu gegründeten Regierung das Amt des Kulturministers – oder Kultminister, wie er selbst sagt – zuteil. Der Schlagersänger erscheint bereits bestens vorbereitet im Reichstag und gibt die neue Deutschland-Hymne „Sie liebt den Deutschland“ zum Besten. Auf den grammatikalischen Patzer angesprochen erwidert der Wendler, dass es sonst mit den Silben nicht passe.

Als neuer Verteidigungsminister wird „SS-Siggi von der Borussenfront“ präsentiert. Vollmundig kündigt er an, für neuen Lebensraum fremde Länder besetzen zu wollen. Welche das sein sollen? „Schalke!“ Während SS-Siggi einen entsprechenden Fangesang anstimmt, wird er darüber aufgeklärt, dass Gelsenkirchen bereits zu Deutschland gehört.

Kölner Stunksitzung 2021 im WDR: „SS-Siggi“ zündet bei Karnevals-Sketch den Reichstag an

Natürlich darf in dem brisanten WDR-Sketch bei der Kölner Stunksitzung 2021 auch die eine oder andere Verschwörungstheorie nicht fehlen. So ist Angela Merkel laut der Heilpraktikerin in Wahrheit eine Echse, die sich als Mensch getarnt hat, um so die Weltherrschaft zu übernehmen – von Bill Gates ganz zu schweigen.

Als Björn Höcke fordert, das „Feuer für ein neues Großdeutschland“ zu entfachen, nimmt SS-Siggi diesen Befehl etwas zu wörtlich und setzt versehentlich den Reichstag in Flammen. Mit dem Gesang von Michael Wendler („Jetzt brennt den Reichstag“) endet der Sketch.

Biggi Wanninger moderiert die Kölner Stunksitzung 2021 im WDR.

Die Kölner Stunksitzung ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Kölner Karnevalsszene und steht für bissigen Humor. Aufgrund der Corona-Pandemie werden in diesem Jahr neben den aktuellen Sketchen auch einige alte Klassiker aufgeführt. Mit dabei sind Sitzungspräsidentin Biggi Wanninger und die Hausband Köbes.

Rubriklistenbild: © Thomas Brill/WDR/dpa