Trockener Frühling

Nach Waldbrand bei Gummersbach: Mann stellt sich der Polizei 

Ein Feuerwehrmann steht vor einem brennenden Waldstück bei Gummersbach (NRW).
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Ein Feuerwehrmann steht vor einem brennenden Waldstück bei Gummersbach (NRW).

In NRW kämpfen hunderte Feuerwehrleute gegen mehrere große Waldbrände. Die Trockenheit in diesem Frühling begünstigte die Ausbreitung der Brände. 

  • In NRW breiteten sich mehrere Waldbrände auf rund 30.000 Quadratmetern aus.
  • Die Trockenheit in diesem Frühling sorgt schon jetzt für eine erhöhte Waldbrandgefahr.
  • Neben der Coronavirus-Pandemie* könnte auch eine Dürre zu einem Problem in NRW werden.

Update, Dienstag (21. April), 18 Uhr: NRW - Die Polizei Gummersbach hat die Ursache der Waldbrände ermittelt. Nach offiziellen Informationen der Polizei habe sich ein 24-jähriger Mann gestellt und zugegeben das Feuer entfacht zu haben. Es sei zu einem leichtfertigen Umgang mit Feuer gekommen, sodass ausgetrockneter Bodenbewuchs in Flammen geraten sei. 

Waldbrand bei Gummersbach in NRW: Mann stellt sich 

Der 24-Jährige habe zusammen mit einem Zeugen, der ebenfalls von der Polizei vernommen wurde, das Feuer zunächst ausgetreten. Die beiden Männer hätten die Stelle dann im Glauben, die Flammen gelöscht zu haben, verlassen.

Polizei und Feuerwehr weisen noch einmal darauf hin, wie gefährlich kleinste Funken bei der aktuellen Trockenheit für die Natur sein kann. 

Erstmeldung, Dienstag (21. April), 15.30 Uhr: Beinahe unbemerkt entwickelt sich in NRW neben der Coronavirus-Pandemie (zum Live-Ticker*) ein weiteres Katastrophen-Szenario. Kern dieses Szenarios ist der Regen, der in diesem Frühjahr nicht so großzügig fällt, wie es sich manch einer nach dem Dürre-Jahr 2019 gewünscht hätte - seit Wochen hat es nicht mehr richtig geregnet. Das erhöht die Gefahr für Waldbrände. In NRW ist die Feuerwehr an gleich drei Stellen im Großeinsatz, berichtet RUHR24.de*.

Sorgenvoller Blick in die Zukunft: Coronavirus-Pandemie und die anhaltende Trockenheit in NRW

Zwar lieferte der Februar laut der Wetterredaktion der ARD überdurchschnittlich viel Regen, doch schon im März war es damit schon wieder vorbei. Der Regenschirm kam seitdem kaum noch zum Einsatz und steht inzwischen wieder völlig trocken in der hintersten Ecke der Haushalte in NRW. In NRW führte das "schöne Frühlingswetter" sodann auch direkt zu einer erhöhten Waldbrandgefahr

Besonders zu spüren bekam das in NRW der Kreis Olpe und der Oberbergische Kreis. Bei Wenden im Kreis Olpe brach auf einer Fläche von rund drei Hektar ein Waldbrand aus, den gut 400 Einsatzkräfte der Feuerwehr seit Montag (20. April) bekämpfen. Und auch am heutigen Dienstag glimmen hier und da noch immer Glutnester, die die Feuerwehrleute nach und nach löschen müssen. In Gummersbach im Oberbergischen Kreis hatten am Montag gut 35 Hektar Wald in Flammen gestanden.

Im deutsch-niederländischen Grenzgebiet zerstörten Feuer auf niederländischer Seite rund 100 Hektar Wald und Heide. An der Brandbekämpfung waren auch Feuerwehrleute aus dem Kreis Viersen (NRW) beteiligt (alle NRW-Artikel auf RUHR24*).

Coronavirus-Pandemie und Waldbrandgefahr in NRW

"Insgesamt war der Monat März wärmer und etwas trockener als normal. Die Sonne schien überdurchschnittlich häufig", heißt es auch vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Dabei hätten die Böden in Deutschland gut noch mehr Regen gebrauchen können, wissen die Experten der ARD. 

Großbrand im deutsch-niederländischen Grenzgebiet

Denn nach dem extrem trockenen Sommer 2019, der ein deutliches Regendefizit hinterließ, fielen auch der vergangene Dezember und der Januar ziemlich trocken aus. Insgesamt würde vor allem langanhaltender Dauerregen etwas gegen die bestehende Trockenheit in den tieferen Bodenschichten ausrichten können.

Nach Corona-Schock kommt die Sorge um die Trockenheit 

Der Regenmonat Februar schaffte es so auch nur, die oberen Bodenschichten zu durchfeuchten. Um auch in der Tiefe wieder genügende feucht zu werden, könnte der Boden gut noch mehr Niederschlag - also Regen - gebrauchen. Doch nach dem eher trockenen März lieferte auch der April 2020 bislang wenig davon. Stattdessen sonniges und trockenes Wetter, Regen fiel so gut wie gar nicht.

Die Trockenheit des Frühlings war bei den jüngsten Waldbränden in NRW zwar nicht der Auslöser - die Brandursachen sind noch unklar - doch die fehlende Feuchte begünstigte die Ausbreitung der Brände. Zudem fachte starker Wind am Montag die Flammen weiter an, erklärte die Polizei im Kreis Olpe gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Ermittler der Polizei suchen derweil nach zwei Zeugen, die Angaben zur Entstehung des Brandes machen könnten.

Waldbrand - Dutzende Menschen während Corona-Shutdown evakuiert

Wegen der Brände mussten in Strombach bei Gummersbach/NRW mitten im Shutdown wegen der Corona-Krise Dutzende Menschen in Sicherheit gebracht werden. Die Feuerwehr setzte Hubschrauber mit Löschwassergefäßen und Flugfeld-Löschfahrzeuge aus Köln zur Brandbekämpfung ein. Ein Feuerwehrmann verletzte sich bei dem Einsatz leicht und wurde in ein Krankenhaus gebracht. msp

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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