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Wahlen in Dortmund und NRW: CDU, SPD, Grüne oder AfD - wer wählte wen

In Nordrhein-Westfalen waren die Grünen die großen Gewinner, in Dortmund verpasste Grünen-Kandidatin Daniela Schneckenburger die Stichwahl knapp.
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In Nordrhein-Westfalen waren die Grünen die großen Gewinner, in Dortmund verpasste Grünen-Kandidatin Daniela Schneckenburger die Stichwahl knapp.

In Dortmund wählte sie kaum einer: Abgeschlagen mit rund 5 Prozent dümpelt die AfD auf einem der letzten Plätze rum. Ganz anders die Lage in Gelsenkirchen.

Dortmund/NRW - Neben dem Wahlsieger, der CDU, sind die Grünen die größten Gewinner dieser Wahl. Sie konnten kräftig zulegen und vor allem junge Wähler auf ihre Seite holen. Laut Analyse des WDR waren es vor allem die 16- bis 24-Jährigen, die den Grünen ihre Stimmen gaben. Die Zukunft wählte also Grün.

Wahlen

Kommunalwahlen

Bundesland

NRW

Wahlbeteiligung

ca. 51,5 Prozent

Wahlen in NRW: Wer SPD, CDU, Grüne oder AfD wählte 

Doch wer wählte abgesehen von "jung wählt grün" in dieser Kommunalwahl eigentlich wen? 

Schon die ersten Hochrechnungen am Wahlabend zeigten: Die SPD verliert, die Grünen gewinnen - und agieren nun als dritte Volkspartei in NRW auf Augenhöhe mit SPD und CDU. Wahlentscheidend waren - passend zu dem Zugewinn der Grünen - zu aller erst die Themen Umwelt und Klima, aber auch Wirtschaft, Schule und Bildung.

Wahlen in NRW: Umwelt und Klima waren die Wahlentscheidenden Themen

Die Themen Umwelt und Klima waren laut Infratest Dimap mit 31 Prozent die wichtigsten für die Wähler bei diesen Wahlen. Doch auch wer das Thema Verkehr und Stadtplanung als besonders wichtig ansah, entschied sich häufig für die Grünen. CDU und FDP wählte, für den die Wirtschaft das Wahlentscheidende Thema war. Wer AfD wählte, für den war die Einwanderung das wahlentscheidende Thema. 

Insgesamt landete das Themenfeld Einwanderung und Integration mit 21 Prozent aber nur auf Platz 4 der wichtigsten Themen zur Wahl.

Wahlen in NRW: Junge Wähler erteilen AfD in Dortmund Absage

Bei der Wahl des Stadtrats in Dortmund legte die AfD mit 2,1 Prozent zwar zu, blieb aber mit rund 5 Prozent abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze. Besonders junge Wähler entschieden sich klar gegen den rechten Einschlag in der Politik. Nur ein Prozent aller Wähler unter 25 in Dortmund entschied sich für die AfD

In Dortmund verpassten die Wähler der rechtspopulistischen Partei durch ihre Wahlentscheidung einen klaren Dämpfer. Sie müssen sich ebenso wie Die Linke mit fünf Sitzen begnügen. Allerdings: Im Dortmunder Stadtrat ist auch "Die Rechte" noch immer mit einem Sitz vertreten. Besonders bitter für die AfD: In Köln, der größten Stadt in NRW, ist selbst die Satire-Partei "Die Partei" deutlich stärker als die AfD.

Dabei war es Ziel der AfD, mindestens 10 Prozent bei der Wahl in NRW zu holen. Mit Ergebnissen knapp über 5 Prozent liegt die Partei deutlich unter ihrem Ziel.

Wahlen in NRW: Verschiebung der Sitzverteilung im Rat der Stadt Dortmund

Während sich junge Wähler vor allem auf die Grünen (in Dortmund plus 9,40 Prozent) konzentrierten, blieben ältere Wähler eher bei den großen Volksparteien CDU und SPD

Im Rat der Stadt Dortmund fand vor allem durch den großen Zuspruch für die Grünen deutliche Verschiebung statt: SPD, CDU und Grüne sind jetzt nahezu auf Augenhöhe und konnten ähnliche viele Sitze erlangen. Zweitstärkste Kraft nach der SPD sind die Grünen. Die CDU - wenngleich sie die eigentlichen Gewinner der Wahlen in ganz NRW sind - muss sich in Dortmund mit dem dritten Platz zufriedengeben.

Dortmund: SPD muss zum ersten Mal seit Jahrzehnten um OB-Posten fürchten

Auch bei der Wahl des Oberbürgermeisters in Dortmund wählten vor allem junge Wähler Daniela Schneckenburger (Grüne), während Thomas Westphal (SPD) und Dr. Andreas Hollstein (CDU) eher ältere Wähler auf ihre Seite holen konnten.

OB Frank Baranowski schaut sorgenvoll auf die Wahlergebnisse in seiner Stadt Gelsenkirchen.

Besonders spannend für die Dortmunder: Die SPD muss in der Stichwahl erstmals nach 74 Jahren um ihren OB-Posten fürchten. Doch Thomas Westphal gab sich nach der Wahl zuversichtlich: "Wir sind wieder stärkste Kraft und werden auch in zwei Wochen wieder als Sieger vom Platz gehen", so Thomas Westphal

NRW und Dortmund: AfD keine Partei der jungen Wähler

Auch NRW-weit spielen sowohl die AfD, als auch die FDP und Die Linke, keine große Rolle. Besonders die jungen Wähler haben offenbar "keinen Bock" auf die Rechtspopulisten. Gerade einmal vier Prozent der unter 24-Jährigen wählte die AfD. Wie der WDR berichtet fand Bundestagsabgeordneter Rüdiger Lucassen von der AfD das Ergebnis seiner Partei so denn auch nicht berauschend. Um Schadensbegrenzung bemüht verwies er aber auf einzelne Erfolge.

So kam die AfD in Gelsenkirchen sogar auf fast 13 Prozent (12,9). Die Alternative für Deutschland konnte somit drittstärkste Kraft im Stadtrat werden. Die CDU kommt in Gelsenkirchen auf 23,2 Prozent, die Grünen auf 12,2 Prozent. Ähnlich sieht die Situation in Duisburg aus. Auch hier wurde die AfD drittstärkste Kraft. 

Insgesamt war die Wahlbeteiligung in Gelsenkirchen eher niedrig: Nur 41,5 Prozent der Wahlberechtigten Gelsenkirchener schritten zu Urne. Auch in Dortmund lag die Wahlbeteiligung mit 47,05 Prozent nur wenig höher. Der scheidende Oberbürgermeister in Gelsenkirchen Frank Baranowski kommentierte das gegenüber der WAZ: "Das sind Zahlen, die niemanden zufrieden stellen können und alle Demokraten alarmieren."