Urteile im Prozess gefallen

Waffenteile aus Fabrik im Sauerland gestohlen: Ehemaliger Umarex-Mitarbeiter muss ins Gefängnis

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Urteil im Waffenprozess am Landgericht Arnsberg: Weil er Pistolen wie diese aus gestohlenen Teilen zusammengebaut und verkauft hat, muss ein 48-Jähriger ins Gefängnis.

Weil er jahrelang Pistolenteile aus einer Sportwaffenfabrik in Arnsberg herausgeschmuggelt hat, ist am Donnerstag ein 48-Jähriger zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden.

  • Im Waffenprozess vor dem Landgericht Arnsberg ist das Urteil gefallen.
  • Ein 48-Jähriger hatte jahrelang Waffenteile bei Umarex gestohlen, daraus Waffen gebaut und diese weiterverkauft.
  • Der Angeklagte muss ins Gefängnis.

Arnsberg - In dem Aufsehen erregenden Prozess am Landgericht Arnsberg um geschmuggelte Waffenteile sind am Donnerstag die Urteile gefällt worden: Der Hauptangeklagte, ein ehemalige Mitarbeiter des Sportwaffenherstellers Umarex, wurde am zehnten Verhandlungstag zu vier Jahren und zwei Monaten wegen des gewerbsmäßigen Diebstahls, Herstellen und Handeltreiben von Halbautomatikwaffen sowie vorsätzlichen Erwerbs verurteilt. 

„Das war ein einzigartiges Verfahren für das Landgericht Arnsberg. In so einem Ausmaß ist bisher noch nicht verhandelt worden. Viel Ermittlungsarbeit steckte dahinter. Zudem sind die Waffen im gesamten Bundesgebiet verteilt worden. Die zehn Verhandlungstage sind konstruktiv und zum Teil harmonisch geprägt abgelaufen. Alle waren geständig“, so der vorsitzende Richter Daniel Langesberg zu Beginn der Urteilsverkündung. 

Waffenprozess in Arnsberg: Teile in Thermoskanne und Geldbörse geschmuggelt

Die mitangeklagten Waffenhändler aus Menden und Hagen erhielten Strafen, die teilweise zur Bewährung ausgesetzt wurden (ein Jahr und sechs Monate, zwei Jahre). Ein weiterer Angeklagter wurde aufgrund des Erwerbs, Besitzes und Handeltreiben von Schusswaffen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Zu insgesamt acht Jahren (zwei davon vorab im Maßregelvollzug) wurde ein Hagener aufgrund des bewaffneten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln verurteilt. 

Das Landgericht Arnsberg verurteilte den Angeklagten, einen ehemaligen Mitarbeiter des Waffenherstellers Umarex, zu einer Haftstrafe.

Richter Daniel Langesberg begründete sein Urteil im Hinblick auf den 48-jährigen Arnsberger damit, dass es nach Überzeugung des Gerichts erwiesen sei, dass der Angeklagte über einen Zeitraum von Juli 2015 bis Ende März 2019 Waffenteile aus der Firma Umarex in seiner Thermoskanne als auch Geldbörse geschmuggelt habe. Zuhause habe er dann mit Hilfe einer detaillierten Konstruktionszeichnung 55 Waffen der Marke Walther P22, und 15 Walther PK 380 zusammengebaut und anschließend bundesweit veräußert. 

„Gedankenlos hat er die Waffen verkauft, ganz egal in welchen Kreisen sie auch landeten. Ihm war das egal“, so Richter Daniel Langesberg, der zudem erklärte, dass die festgestellte Anzahl der Waffen über der angeklagten Zahl lag. 

Waffenprozess in Arnsberg: Waffen in heimischer Werkstatt gebaut

In heimischer Werkstatt zusammenmontiert hatte der Waffenhändler über einen Zeitraum von drei Jahren die schussfähigen, nicht registrierten Pistolen gewinnbringend im Wert von 250 bis 350 Euro an seinen Abnehmer in Voßwinkel übergeben, um so seinen Verdienst aufzubessern. Der Angeklagte hatte 2018 ein Haus für 185.000 Euro gekauft. Zudem hatte er ein Repetiergewehr als auch eine vollautomatische Maschinenpistole auf dem florierenden Waffenmarkt erstanden, um so seiner Waffenaffinität zu frönen. 

Am letzten Verhandlungstag erklärte er reumütig: „Ich bereue meine Taten und möchte mich entschuldigen. Wenn ich vorher gewusst hätte was daraus entsteht, hätte ich das niemals gemacht. Ich hoffe nur, dass ich nach der Haft wieder Arbeit bekomme und zurück zu meiner Familie kann.“

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