Nahverkehr in NRW

VRR nimmt Bahnhöfe und Haltepunkte unter die Lupe - ein Viertel ist "nicht akzeptabel"

Ein Gebäudereiniger entfernt im Bahnhof Essen West in Essen ein Graffiti. Solche Verschmutzungen sorgen für eine schlechtere Bewertung von Bahnhöfen beim VRR.
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Ein Gebäudereiniger entfernt im Bahnhof Essen West ein Graffiti. Solche Verschmutzungen sorgen für eine schlechtere Bewertung von Bahnhöfen beim VRR.

Regelmäßig überprüft der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) Bahnhöfe und Haltestellen. Deren Zustand hat sich offenbar verschlechtert.

  • Für den Stationsbericht des VRR haben Tester die Bahnhöfe und Haltestellen im Verbundgebiet unter die Lupe genommen.
  • Ihre Ergebnisse zeigen, dass deren Zustand nicht immer akzeptabel sind.
  • Vor allem zwei Städte schneiden schlecht ab.

NRW - Für viele Pendler sind sie tägliche Anlaufstelle: Die Bahnhöfe und Haltepunkte - also alle Zug- und S-Bahn-Haltestellen - im Ruhrgebiet und dem Rest des VRR-Gebiets werden laut RUHR24.de* an einem durchschnittlichen Wochentag von mehr als einer Million Menschen besucht. Für sie sollen dort gute und angenehme Bedingungen herrschen - doch das ist nicht immer der Fall.

VRR kontrolliert Bahnhöfe: Zustand hat sich verschlechtert

Wie der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR)* in seinem Stationsbericht 2019 angibt, haben Tester im vergangenen Jahr mehrmals die insgesamt 297 Bahnhöfe und Haltepunkte im Verbundgebiet unter die Lupe genommen und deren Zustand bewertet. Dabei erhielten immerhin rund 44 Prozent (131) ein "akzeptabel" und damit die Bestnote.

93 Stationen gelten als "noch akzeptabel" (31 Prozent). Doch insgesamt rund 24 Prozent (73 Prozent) bewerteten die Tester als "nicht akzeptabel". Damit vergibt der VRR öfter die Bewertungen "akzeptabel" und "nicht akzeptabel" als noch im Vorjahr. Insgesamt, so schreibt der Verkehrsverbund, der die Bahnhöfe regelmäßig kontrolliert, habe sich der Zustand der Haltepunkte verschlechtert.

VRR mit Kritik: Handlungsbedarf an Bahnhöfen

Das darf durchaus als Kritik aufgefasst werden. "Wir sehen an den Stationen im Verbundgebiet nach wie vor deutlichen Handlungsbedarf", zitiert der VRR in einer Mitteilung Vorstandssprecher Ronald Lünser. Doch die Kritik richtet sich nicht an den Verbund selbst, sondern an die jeweiligen Betreiber der Haltestellen.

Besonders bemängelt werden vom VRR die Graffitis, die an vielen Haltestellen und Bahnhöfen zu finden seien. Diese würden nach Ansicht der Fahrgäste erheblich zum negativen Eindruck einer Station beitragen. In Bezug auf die Sauberkeit habe es von den Testern dagegen wenig Grund zur Kritik gegeben.

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Nachholbedarf im VRR-Gebiet: Barrierefreiheit nicht immer gegeben

Nachholbedarf gibt es insgesamt beim barrierefreien Zugang zu den Bahnhöfen und Haltestellen. Laut VRR sind derzeit nur rund 41 Prozent komplett barrierefrei. Immerhin 61 Prozent sind über Rampen oder Aufzüge zugänglich. 

Geografisch betrachtet gibt es im Verbundgebiet ein Nord-Süd-Gefälle. So wurden vor allem in Duisburg, Düsseldorf und im angrenzenden Kreis Neuss viele Haltestellen als "nicht akzeptabel" bewertet. Allgemein schneiden vor allem kleinere Bahnhöfe schlecht ab, die verschiedenen Hauptbahnhöfe erhielten fast durchgängig die Note "akzeptabel".

mn

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