Betriebe in Nordrhein-Westfalen

Vogelgrippe-Ausbruch in NRW: Werden jetzt die Ostereier knapp?

Geflügelpest in Menden
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In Menden (NRW) ist die Geflügelpest ausgebrochen. Es werden ab der kommenden Woche Sperrgebiete eingerichtet.

In NRW gilt seit Montag (29. März) ein Sperrradius. Der Grund: Ein lokaler Ausbruch der Vogelgrippe. Mehrere Städte sind betroffen.

Update, Montag (29. März), 16.35 Uhr: NRW – Nach dem jüngsten Vogelgrippe-Ausbruch in einem Legehennenbetrieb in Menden im Märkischen Kreis bearbeitet das NRW-Umweltministerium landesweit aktuell acht Fälle der hochansteckenden Geflügelpest (Virus H5N8). Insgesamt mussten in NRW demnach fast 200.000 Tiere im Rahmen der Seuchenbekämpfung getötet werden.

ViruserkrankungVogelgrippe H5N8 (Geflügelpest)
Betroffene TierartenWildvögel, Hühner, Vögel in Gefangenschaft
Erstauftreten1983 in Irland

Vogelgrippe-Ausbrüche in mehreren NRW-Betrieben: Sorge um Ostereier?

Zudem ordnete das Ministerium in den Regierungsbezirken Detmold, Arnsberg und Münster eine Aufstallungspflicht an, um weitere Übertragungen des Virus von Wildvögeln in Nutztierbestände vorzubeugen. Geflügelhalter in den betroffenen Gebieten sollen sich unbedingt und konsequent an die Maßnahmen halten.

Bedenken, dass aufgrund der Vogelgrippe-Fälle Freilandeier vor Ostern in NRW knapp werden, sind nach Einschätzung des Umweltministeriums unbegründet. „Es muss niemand Sorge um sein Osterei haben. Aber sorgen muss man sich um die Geflügelbetriebe und die Tiere, da eine weitere Ausbreitung der Geflügelpest nicht ausgeschlossen werden kann“, so Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann.

Mehrere Geflügelpest-Fälle in NRW: Eier aus Freilandhaltung weiter im Verkauf

Trotz der Aufstallung dürfen Eier den Angaben des Ministeriums zufolge vorerst weiterhin als Produkte aus Freilandhaltung und Ökolandbau gekennzeichnet und in den Verkauf gegeben werden. Das könne trotz Aufstallungsanordnung für maximal 16 Wochen geschehen. Nach dieser Frist müsse die Kennzeichnung dann in Bodenhaltung geändert werden.

Ursprungsmeldung, Freitag (26. März): In einem Legehennenbetrieb in Menden (Märkischer Kreis) ist die hoch ansteckende Geflügelpest, eine Form der Vogelgrippe, ausgebrochen. Die Seuche hat auch Einfluss auf den Kreis Unna, da sich der betroffene Betrieb nahe der Stadtgrenze befindet.

Ausbruch von Geflügelpest in NRW: Infizierte Tiere wurden getötet

Wie der Kreis Unna am Freitag (26. März) mitteilt, seien insgesamt 100 Junghennen mit der Geflügelpest infiziert. Die Mendener Masttierhaltung hatte die Tiere zuvor von einem Betrieb aus Paderborn bezogen, in dem die Vogelgrippe bereits ausgebrochen war.

Wie es heißt, hätten die Hennen bereits „deutliche Krankheitserscheinungen“ gezeigt. Der betroffene Bestand wurde zunächst gesperrt und anschließend sei die Tötung der Tiere aus Tierschutzgründen und zur Ausschaltung des Seuchenherdes angeordnet und durchgeführt worden.

Sperrgebiet wegen Vogelgrippe errichtet: Geflügelhalter in NRW müssen sich an neue Regeln halten

Der Ausbruch der Geflügelpest in dem Mendener Betrieb war zunächst von einem Amtsarzt bestätigt worden und wurde später ebenfalls vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigt. Wie der Kreis Unna weiter mitteilt, werde nun ein Sperrbezirk mit einem mindestens drei Kilometer breiten Radius sowie ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern gebildet. Die Maßnahmen betreffen auch die angrenzende Stadt Fröndenberg im Kreis Unna.

Die beiden Sperr- sowie Bobachtungsradien werden ab Montag (29. März) rechtskräftig. Ab dann gelten in den betroffenen Gebieten in Menden sowie in Fröndenberg mehrere Restriktionen für Betriebe und Privathalter.

Geflügelpest in Menden (NRW): Restriktionen gelten auch für Halter von Vögeln

Geflügel und in Gefangenschaft gehaltene Vögel müssen in geschlossenen Ställen untergebracht werden und dürfen ihre Bestände nicht mehr verlassen.  „Das Ministerium hat mit Erlass vom 25. März angeordnet, dass die Kreise und kreisfreien Städte der Regierungsbezirke Arnsberg und Münster eine Aufstallungspflicht verfügen“, erklärt das Veterinäramt des Kreises Unna.

Auch frisches Fleisch, Eier und sonstige Erzeugnisse sowie tierische Nebenprodukte dürfen ab dem 29. März weder in einen noch aus einem Bestand gebracht werden.

Hühner sind besonders gefährdet, an der Vogelgrippe zu erkranken.

Vogelgrippe ist für viele Geflügel- und Vogelarten hoch ansteckend

Tierhalter in den Sperr- und Beobachtungsradien haben sicherzustellen, dass Ställe oder Käfige von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten werden. Fahrzeuge, die im Zusammenhang mit Geflügel oder Vögeln stehen, müssen desinfiziert werden.

Der Kreis Unna appelliert nun insbesondere an Tierhalter, „Vorsicht und Achtsamkeit walten zu lassen.“ Die Vogelgrippe ist hoch ansteckend und endet für Hühner und Puten in den meisten Fällen sehr schnell tödlich. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheitsphase vergehen im Regelfall nur wenige Stunde bis ein paar Tage.

Halter sollen ihr Geflügel und ihre Vögel ab sofort genauestens auf Vogelgrippe untersuchen

Um das Infektionsgeschehen wieder einzudämmen und weitere Tiere vor einer Ansteckung zu bewahren, sollen Tierhalter im Kreis Unna und der Stadt Hamm ihr Geflügel sowie ihre Vögel nun genau beobachten und Verdachtsfälle möglichst zügig melden.

Geflügelhalter, die ihre Tiere nicht nur in Ställen halten, hätten aktuell eine besonders hohe Verantwortung bei der Einhaltung der Maßnahmen. Laut der Geflügelpest-Verordnung müssen sie das Veterinäramt über unklare Krankheits- oder Todesfälle informieren und die Tiere schnellstmöglich auf mögliche Infektionen untersuchen lassen. Alle Geflügelhalter - auch diejenigen, die die Zucht nur hobbymäßig betreiben - sind verpflichtet, ihre Tiere der Tierseuchenkasse zu melden.

Video: Vogelgrippe - so gefährlich ist die Krankheit

Vogelgrippe in Menden ausgebrochen: Können sich Menschen mit dem Virus infizieren?

Bei der Geflügelpest handelt es sich um eine besonders schwere Form der Vogelgrippe - einer durch Viren ausgelösten Infektionskrankheit, die ihren natürlichen Ursprung bei wilden Wasservögeln hat. Alle Nutzgeflügelarten, aber auch viele Zier- und Wildvogelarten sind extrem anfällig für eine Infektion mit der Geflügelpest. Hühner und Puten haben mit bis zu 100 Prozent die höchsten Erkrankungs- und Sterberaten.

Menschen können sich in der Regel nur sehr schwer mit der Vogelgrippe infizieren. Bei bekannten Fällen hatten die Erkrankten zuvor engen Kontakt mit infiziertem Geflügel oder deren Federn. Deshalb sind insbesondere Geflügelhalter, aber auch Tierärzte mit am meisten gefährdet, sich mit dem Virus zu infizieren. Eine Infektionskrankheit, die von Tier auf Mensch übertragen werden kann, wird Zoonose genannt.