Ministerium warnt

NRW bestätigt ersten Fall von Vogelgrippe: Was passiert jetzt?

Bei einer toten Wildgans wurde der erste Fall von Vogelgrippe in NRW festgestellt. Das Tier war an einem Deich im Kreis Kleve verendet.

Kreis Kleve/NRW - Die Geflügelpest hat Nordrhein-Westfalen erreicht. Wie der Kreis Kleve am Donnerstag (19. November) mitteilte, sei eine in Emmerich tot aufgefundene Wildgans nachweislich an der Vogelgrippe gestorben. In anderen Teilen Deutschlands gab es in den vergangenen Wochen bereits mehrere Fälle des hochansteckenden Virus.

ViruserkrankungVogelgrippe
Influenza-A-VirusH5N8
TiereHühner, Puten, Enten, Wildvögel

Erster Fall von Vogelgrippe in NRW: Wildgans verendet nachweislich an H5N8-Virus

Der Fund an einem Deich in Emmerich am Rhein sei nun der erste bestätigte Fall der Vogelgrippe bei einem Wildvogel in NRW. Das berichtete zuerst die Rheinische Post. Laut dem Friedrich-Löffler-Institut wurde bei der verendeten Wildgans das H5N8-Virus festgestellt. Es ging bereits im Winter 2016/17 um.

Seit Ende Oktober gab es außerdem zahlreiche nachgewiesenen Fälle der Geflügelpest an der Nord- und Ostseeküste sowie in Hamburg. Auch in den Niederlanden wurde die Erkrankung schon nachgewiesen.

Erster Fall von Vogelgrippe in NRW: Kreis Kleve beobachtet Lage intensiv

Die Behörden in Nordrhein-Westfalen waren deshalb bereits seit einigen Wochen alarmiert. Die Veterinärabteilung des Kreises Kleve habe nach einer „Risikoabschätzung auf das Einrichten von Schutzzonen um den Fundort“ jedoch zunächst verzichtet. Diese Entscheidung sei gefallen, weil die Wildgans in einem Gebiet ohne „hohe Geflügeldichte“ gefunden wurde.

Weiter teilte der Kreis Kleve mit, dass man die Lage aber weiterhin intensiv beobachte. Bei einer weiteren Ausbreitung des hoch ansteckenden Virus müsse damit gerechnet werden, dass im gesamten Kreisgebiet eine Stallpflicht für Geflügel angeordnet werde

Erster Fall von Vogelgrippe in NRW: Landwirtschaftsministerium mahnt zur Wachsamkeit

Außerdem seien die Halter unter anderem dazu aufgerufen, ihre Tiere nur an Stellen zu füttern, zu denen Wildvögel keinen Zugang haben. Der Kreis Kleve bittet, tot aufgefundene Wasser-, Aas- und Greifvögel nicht anzufassen, sondern liegenzulassen und das jeweils zuständige Veterinäramt zu informieren.

Das NRW-Landwirtschaftsministerium mahnte die Geflügelhalter zu erhöhter Wachsamkeit. „Nur konsequent eingehaltene Biosicherheitsmaßnahmen können Hausgeflügelbestände effektiv vor einer Eintragung des Erregers schützen“.

Erster Fall von Vogelgrippe in NRW: Gefahr einer Ansteckung für Menschen?

Die Geflügelpest ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Bei Hühnern und Puten werden nach Angaben des Ministeriums die höchsten Erkrankungs- und Sterberaten beobachtet - teilweise bis zu 100 Prozent.

Für Menschen stelle das H5N8-Virus im Regelfall keine Gefahr dar, heißt es vom Ministerium. Bei intensivem Kontakt mit infizierten Tieren könne eine Ansteckung aber nicht ganz ausgeschlossen werden.

Rubriklistenbild: © Frank Molter, Stefan Sauer/dpa; Collage: RUHR24