Voerde: Mann stößt Frau vor Zug - So konnte ein Familienvater den Täter überwältigen

Blumen und Kerzen stehen an Gleis eins am Bahnhof. Ein Mann hat hier am 20.07.2019 eine ihm völlig unbekannte 34-Jährige vor einen einfahrenden Zug gestoßen und somit getötet. Das Amtsgericht Duisburg erließ am Sonntag Haftbefehl wegen Mordes gegen den 28-Jährigen. Foto: Marcel Kusch/dpa
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Blumen und Kerzen stehen an Gleis eins am Bahnhof. Ein Mann hat hier am 20.07.2019 eine ihm völlig unbekannte 34-Jährige vor einen einfahrenden Zug gestoßen und somit getötet. Das Amtsgericht Duisburg erließ am Sonntag Haftbefehl wegen Mordes gegen den 28-Jährigen. Foto: Marcel Kusch/dpa

Ein schreckliche Verbrechen in Voerde: Ein 28-Jähriger Mann schubste am Samstagmorgen eine wartende Frau vor einen einfahrenden Zug und tötete sie dadurch.

Ein 28-Jähriger Mann hat am Samstagmorgen (20. Juli) eine wartende Frau in Voerde (Niederrhein) absichtlich vor einen einfahrenden Zug geschubst und sie dadurch getötet.

  • Die Frau starb noch vor Ort.
  • Zeugen hielten den 28-jährigen am Tatort fest.
  • Amtsgericht Duisburg erlässt Haftbefehl

Update, Dienstag (28. Januar), 10.56 Uhr: Der Täter bestreitet derweil jegliche Absicht und behauptet, er habe sich nur bei der Frau abstützen wollen. Ein Urteil zu dem Fall, soll noch heute gefällt werden. 

Update, Dienstag (23. Juli) 8.45 Uhr: Der Familienvater, der den Täter nach dem tödlichen Stoß zu Boden riss, hat sich in der Bild-Zeitung geäußert. Haval I. sagt, er habe mit seiner Frau und seinen drei Kindern am Bahnsteig gestanden, als der polizeibekannte 28-Jährige die Frau vor den Zug schubste. Vor der Tat habe der Mann mit einem Schraubenzieher vor seiner Frau und seinen Kindern herumgewedelt. Havel I. sagte ihm, dass er aufhören sollte - daraufhin wollte der Mann wohl sogar seine Kinder angreifen.

"Warum hast du das gemacht?"

Der 31-jährige Vater erzählt, dass der Täter danach auf sein Opfer zuging und ihr sagte, sie habe schöne Tattoos. Sie reagierte nicht und daraufhin schubste er sie ohne ein weiteres Wort vor den einfahrenden Zug. Dann versuchte der Mann zu fliehen - Haval I. rannte hinterher und riss ihn zu Boden.

+++ Voerde: Eine heimtückische Tat - verhindern konnte man sie nicht +++

Dort habe er dem Mann zwei Schläge verpasst und gefragt: "Warum hast du das gemacht?" Er bekam keine Antwort. Zusammen mit einem anderen Mann hielt Haval I. den Täter fest, bis die Polizei eintraf. "Hätte ich ihn doch nur vorher aufgehalten", sagte er gegenüber der Bild.

Update, Montag (22. Juli) 14.45 Uhr: Ein 31-Jähriger Familienvater hat nach der Tat womöglich schlimmeres verhindert. Die Polizei Duisburg teilte mit, dass der Mann aus dem Augenwinkel mitbekam, wie der Tatverdächtige die Frau vor den Zug schubste und sofort eingriff. Er konnte die Tat nicht mehr verhindern, stürzte sich aber auf den Tatverdächtigen und hielt ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest.

Täter war polizeibekannt

Update, Montag (22. Juli) 12.05 Uhr: Der Tatverdächtige war schon vor dem Mord an der 34-jährigen Frau gewalttätig. Eine Polizeisprecherin sagte der dpa, der Mann sei unter anderem wegen Diebstahls und Körperverletzung polizeibekannt. Auch im Gefängnis war er schon, als Ersatz für eine Geldstrafe.

Jetzt befragt die Polizei Menschen aus dem Umfeld des 28-Jährigen um eine zentrale Frage zu klären, so die Polizeisprecherin: "Warum geht jemand auf den Bahnsteig und schubst jemanden auf die Gleise?"

Sein Opfer hinterlässt einen Ehemann und eine 13-jährige Tochter. Pendler und Reisende haben nach der Tat Kerzen und Blumen am Bahnsteig für die Verstorbene niedergelegt. Viele Menschen halten dort morgens inne, bevor sie in den Zug einsteigen.

Amtsgericht Duisburg erlässt Haftbefehl

Update, Sonntag (21. Juli) 19.25 Uhr: Das Amtsgericht Duisburg hat heute Haftbefehl wegen Mordes gegen den 28-jährigen Tatverdächtigen erlassen. Er sei dringend tatverdächtig, die Frau "heimtückisch und aus Mordlust" vor den einfahrenden Zug geschubst zu haben. Täter und Opfer kannten sich nicht, es gab auch keinen Streit zwischen den Beiden vor der Tat.

Update, Sonntag (21. Juli), 12.14 Uhr: Der Mann, der am Samstag in Voerde eine Frau vor einen Zug geschubst und dadurch getötet haben soll, soll am Tag nach der Tat einem Haftrichter vorgeführt werden. Das berichtet die dpa.

Laut Polizei stammt der Tatverdächtige aus Hamminkeln (Landkreis Wesel). Zu Hintergründen der Tat und möglichen Vorstrafen des Verdächtigen wollten sich die Ermittlungsbehörden gegenüber der dpa nicht äußern.

Erstmeldung, Samstag (20. Juli), 14.20 Uhr: Die Tat geschah gegen 8.49 Uhr, als die Fahrgäste am Bahnsteig auf den RE19 nach Düsseldorf warteten. Der Täter, ein polizeibekannter Mann aus Hamminkeln, wurde von Zeugen festgehalten, bis die Polizei eintraf. Noch heute wird er dem Haftrichter vorgeführt.

Feuerwehrleute versuchten in Voerde, die Frau zu reanimieren

Für die 34-jährige Frau aus Voerde kam jede Hilfe zu spät. Feuerwehrleute bargen sie noch unter dem Zug hervor und versuchten, sie wiederzubeleben, doch sie starb trotz aller Rettungsmaßnahmen.

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Laut der Polizei Duisburg ist noch völlig unklar, wieso der junge Mann plötzlich die Frau tötete. Die Ermittlungen laufen.