Kein Austausch zwischen Kitas

Mädchen (3) getötet: Erzieherin fiel durch Übergriffe auf - Staatsanwaltschaft gibt Fehler zu

Eine Kita-Erzieherin in Viersen steht unter Verdacht, ein kleines Mädchen getötet zu haben.
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Eine Kita-Erzieherin in Viersen steht unter Verdacht, ein kleines Mädchen getötet zu haben.

In Viersen (NRW) wird eine Kita-Mitarbeiterin verdächtigt, ein dreijähriges Mädchen getötet zu haben. Auch in anderen Kitas tat sie Kindern Gewalt an. Nun räumt die Staatsanwaltschaft Fehler ein.

  • In einer Kita in NRW kam es im April zu einem Notarzteinsatz.
  • Ein Mädchen aus Viersen starb, eine Erzieherin soll sie getötet haben.
  • Bei ehemaligen Arbeitgebern war die Erzieherin bereits negativ aufgefallen

Update, Donnerstag (4. Juni), 9.39 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Kleve hat nun eingeräumt, Fehler im Fall der 25-Jährigen Erzieherin gemacht zu haben. Sie gab zu, bei vorherigen älteren Ermittlungen wegen Vortäuschens einer Straftat, Erkenntnisse zur psychischen Verfassung der Kindergärtnerin nicht an die Aufsichtsbehörden ihrer Kindertagesstätte weitergeleitet zu haben. Dies sei eigentlich vorgeschrieben. 

Mord in Viersen: Verdächtige fiel schon früher auf

Update, Freitag (29. Mai), 13.30 Uhr: Die ersten Ergebnisse aus den Ermittlungen der Polizei sind erschütternd. Denn offensichtlich war die jetzt unter Mordverdacht stehende Erzieherin bei früheren Arbeitgebern bereits negativ aufgefallen

Es seien weitere Vorfälle aus anderen Kitas ans Tageslicht gekommen. In ihren ersten Wochen im Job sei die Erzieherin bereits als nicht geeignet für den Job aufgefallen, berichtet die Deutsche Presseagentur. Trotzdem arbeitete sie in verschiedenen Einrichtungen jahrelang weiter als Erzieherin.

Viersen: Vorfall war nicht der Erste seiner Art

Dem furchtbaren Fall aus der Kita in Viersen geht möglicherweise eine ganze Serie weiterer Gewalttaten der Frau an Kindern voraus. Die Stadt Kempen räumte ein, dass es vier Vorfälle in der Kita gab, in der die Erzieherin früher gearbeitet hatte. Vier Mal sei der Notarzt gerufen worden, weil ein Kind über Atemnot geklagt habe, so ein Sprecher. Zunächst hatte die Stadt dementiert, dass es weitere Vorfälle gegeben hätte.

Vor rund einer Woche war bekannt geworden, dass in Viersen ein Mädchen aus einer Kita, in der die Verdächtige als Erzieherin gearbeitet hatte, mit Atemstillstand in eine Klinik eingeliefert worden war. Die kleine Greta starb im Krankenhaus. Rechtsmediziner fanden Spuren, die auf Gewalteinwirkung hindeuteten.

Eine Kita-Erzieherin in Viersen steht unter Verdacht, ein kleines Mädchen getötet zu haben.

Viersen: Warnzeichen ignoriert? Jugendamt muss Bericht ablegen

Jetzt muss geklärt werden, inwieweit frühe Warnzeichen gegen die Erzieherin übersehen oder ignoriert wurden. Die Vorfälle müssten gründlich und umfassend aufgeklärt werden. Das zuständige Landesjugendamt sei um einen Bericht gebeten worden, so das NRW-Familienministerium.

Der Deutsche Kita-Verband entlarvte unterdessen Arbeitszeugnisse, die Erzieher bei einer Bewerbung von früheren Arbeitgebern mitbringen, als reine "Makulatur". Selbst wenn Erzieher zum Beispiel wegen mangelnder Empathie auffallen, dürfe der Arbeitgeber das nicht einmal ansatzweise im Zeugnis erwähnen, so der Verband. Auch unter der Hand dürften sich Einrichtungen aus rechtlichen Grünen nicht austauschen. Arbeitsrecht und Datenschutz gingen so häufig auf Kosten der Kinder.

Mordverdacht: Erzieherin aus Viersen in U-Haft

Update, Donnerstag (28. Mai), 14.45 Uhr: Bei den Ermittlungen gegen die Erzieherin, die wegen des Verdachts das dreijährige Mädchen ermordet zu haben in U-Haft sitzt, sind die Ermittler auf einen brisanten Hinweis gestoßen. Auch in einem früheren Kindergarten, in der die Verdächtigen gearbeitet hatte, sei es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen, so der Leiter der Mordkommission, Guido Roßkamp. 

Update, Donnerstag (28. Mai), 13.15 Uhr: Die junge Erzieherin aus Viersen, die nach dem Tod eines dreijährigen Mädchens unter Mordverdacht steht, soll kurz vor dem Vorfall ihre Stelle in der Kindertageseinrichtung "Steinkreis" gekündigt haben. 

Demnach erlitt das Kind am vorletzten Arbeitstag der Erzieherin den Atemstillstand. Die 25-Jährige hatte erst am 1. Januar 2020 in der Einrichtung angefangen, Beschwerden gegen sie hätte es nach Angaben der Stadt aber nie gegeben.

Viersen: Mädchen erlitt Atemstillstand beim Mittagsschlaf

Die junge Erzieherin hatte bei einer routinemäßigen Atemkontrolle während des Mittagsschlafs festgestellt, dass das Kind nicht mehr atme. Sogleich seien Notarzt und Rettungsdienst gerufen worden, so die Stadt. Nach dem Tod des Mädchens wurde ein rechtsmedizinisches Gutachten in Auftrag gegeben. 

Obwohl Rechtsmediziner eine Gewalteinwirkung nicht ausschließen konnten und das Krankenhaus die Polizei einschaltete, mahnt die Stadt vor einer Vorverurteilung der jungen Frau.

Mordverdacht in Viersen: Details zu Ermittlungen

Details zu den Ermittlungen sind nicht bekannt. Die Verdächtige sitzt weiter in Untersuchungshaft. Noch heute, Donnerstag (27. Mai, 14 Uhr) wollen die Ermittler weitere Details bekannt geben.

Update, Samstag (23. Mai), 17.02 Uhr: Im Fall der in einer Kita in Viersen getöteten Dreijährigen hat die Stadt an die Bevölkerung appelliert, keine Gerüchte zu verbreiten - und auf Vorverurteilungen zu verzichten. Eine 25-jährige ehemalige Erzieherin steht derzeit unter Verdacht, das Mädchen getötet zu haben.

Totes Mädchen in Viersen: Stadt warnt vor Vorverurteilungen der Kita-Erzieherin

"Wir verstehen, dass der schreckliche Verdacht viele Menschen bewegt. Der Umstand, dass aufgrund der laufenden Ermittlungen mehr Fragen bestehen als Antworten mitgeteilt sind, trägt sicher zur Unsicherheit bei", heißt es auf der Facebook-Seite der Viersener Rathauses.

Die Bestürzung in Viersen sei groß, sagte ein Stadtsprecher. Die Menschen hätten begonnen, Kerzen und Kuscheltiere vor der Kita abzulegen, um ihr Mitgefühl auszudrücken.

Update, Freitag (22. Mai), 19.45 Uhr: Wie der WDR berichtet, wurde das verstorbene Mädchen bereits bestattet. Gemeinsam mit der Mutter sollen die Kita-Mitarbeiter die Möglichkeit gehabt haben, sich von dem Kind zu verabschieden. Auch Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller sprach am Freitag in schriftlicher Form ihre Anteilnahme für den Verlust der Familie aus:

Viersen

Fläche

91,07 km²

Bevölkerung

77.045 (Stand 31. März 2019)

Hotels

Durchschnittspreis 3-Sterne-Hotels: 108 Euro

Verwaltungsregion

Düsseldorf

Mannschaft

1. FC Viersen


"Sollte sich der Verdacht bestätigen, der sich aus den bisherigen Ermittlungen ergeben hat, käme zu der Trauer und dem Mitgefühl für die Familie des Kindes noch Bestürzung darüber hinzu, dass der Tod des Mädchens auf Fremdeinwirkung zurückzuführen ist. Das Entsetzen über den Verdacht, dass ein solches Geschehen sich in einer Kindertagesstätte ereignet haben könnte, hinterlässt uns sprachlos", heißt es in einem Statement auf der Webseite der Stadt.

Update, Freitag (22. Mai), 16.23 Uhr: Laut der Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft habe es bereits am 21. April in einer städtischen Kita in Viersen einen Notarzteinsatz gegeben. Ein Kind habe demzufolge nicht mehr geatmet und wurde daraufhin in ein Krankenhaus gebracht.

Nach Notarzteinsatz in Kita in Viersen: Dreijähriges Mädchen Anfang Mai verstorben

Den behandelnden Ärzten sei der Fall des dreijährigen Mädchens jedoch verdächtig vorgekommen. "Aufgrund einer medizinisch unklaren Lage verständigte das Krankenhaus am 29. April 2020 die Polizei", heißt es in der Mitteilung. Fünf Tage später dann die tragische Nachricht: Das Mädchen verstarb am 4. Mai.

Die Polizei und Staatsanwaltschaft Mönchengladbach ordneten daraufhin eine rechtsmedizinischen Untersuchung des Kindes an. Das Ergebnis der Obduktion habe zu dem Verdacht geführt, dass die Dreijährige "durch Fremdeinwirkung zu Tode gekommen ist."

Viersen: Kita-Erzieherin sitzt wegen Mordverdacht in Untersuchungshaft

Am Dienstag (19. Mai) nahmen die Ermittler schließlich eine ehemalige Erzieherin der Kindertagesstätte in Viersen fest. Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach führte die 25-Jährige am Mittwoch (20. Mai) einem Haftrichter vor. Dieser ordnete wegen des Verdachts des Mordes Untersuchungshaft an. Die Beschuldigte befindet sich laut Polizeiangaben weiterhin in Untersuchungshaft.

Eine Kita-Erzieherin in Viersen steht unter Verdacht, ein kleines Mädchen getötet zu haben.

Ob der Frau erst nach ihrer Festnahme am Dienstag gekündigt wurde oder sie bereits vorher nicht mehr in der Kita gearbeitet hatte, blieb zunächst unklar. Polizei und Staatsanwaltschaft wollten sich am Freitag nicht weiter äußern. Die Ermittlungen dauern an, weitere Informationen würden in einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt gegeben.

Horror-Nachricht aus Viersen: Kita-Erzieherin soll Mädchen getötet haben

Erstmeldung, Freitag (22. Mai), 15.45 Uhr: Viersen/NRW - Schlimmer Verdacht der Polizei in Mönchengladbach: In einer Kita in Viersen (NRW) soll ein dreijähriges Mädchen von einer Erzieherin getötet worden sein.

Video: Frankfurt: Kind vor fahrenden Zug gestoßen und getötet

Die 25-jährige Frau sei festgenommen worden und befinde sich wegen Mordverdachts bereits in Untersuchungshaft. Das teilten die Staatsanwaltschaft und Polizei Mönchengladbach am Freitag (22. Mai) mit.

Auch in Düsseldorf geschah vor kurzem ein mysteriöser Kriminalfall: In Düsseldorf-Eller, wo ein Mann brannte, untersucht die Polizei derzeit den Tatort.