Verschwendung von Steuergeldern: Das sind die größten Sünden in NRW

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Steuerverschwendung im Ruhrgebiet

Der Bund der Steuerzahler hat das neue Schwarzbuch veröffentlicht. In NRW prangern sie in zehn Fällen die Verschwedung von Steuergeld an. Hier die Infos.

Der Bund der Steuerzahler hat das neue Schwarzbuch veröffentlicht: In NRW prangern sie in zehn Fällen sinnlose Verschwendung von Steuergeldern an. Besonders teuer sind die staatlichen Bauvorhaben - auch in Dortmund gibt es ein solches Projekt.

  • Der Bund der Steuerzahler prangert die Verschwendung von Steuergeldern an.
  • Das neue Schwarzbuch zeigt: Staatliche Bauprojekte fressen besonders viel Steuergelder.
  • Auch in NRW gibt es einige Fälle, die den Steuerzahler viel Geld kosten.

Verschwendung von Steuergeldern in Milliardenhöhe - auch in NRW

Eine Solaranlage, die im Schatten steht, ein Radweg, der nicht genutzt werden darf, weil er durch ein Naturschutzgebiet führt oder teure Sanierungsarbeiten - in seinem neuen Schwarzbuch hat der Bund der Steuerzahler rund 100 Fälle aufgelistet, bei denen der Staat sorglos mit Steuergeldern umgeht.

Auch in NRW gibt es einige Projekte, die den Steuerzahler viel Geld kosten und bei denen der Verein eine Verschwendung von Steuergeldern in Milliardenhöhe anprangert. 10 staatliche Bauvorhaben werden voraussichtlich teurer als ursprünglich geplant.

Fußgängerbrücke in Dortmund: Das kostet sie den Steuerzahler

Auch in Dortmund werden laut dem Bund der Steuerzahler Steuern verschwendet - und das nicht gerade wenig. Denn die geplante Fußgängerbrücke über der B54, die nach scharfer Kritik zunächst auf Eis gelegt wurde, nun aber doch gebaut werden soll, wird um einiges teurer. Eine enorme Verschwendung von Steuergeldern.

Die Brücke soll das Industriegebiet Phoenix-West mit dem Rombergpark verbinden. Geplant wird bereits seit 10 Jahren. In diesem Zeitraum haben sich die Kosten mehr als verdoppelt. Waren ursprünglich rund 3,1 Millionen Euro veranschlagt, belaufen sich die Baukosten mittlerweile auf 12 Millionen Euro.

Das ist eine ordentliche Hausnummer für den Steuerzahler in NRW. Vor allem weil dabei augenscheinlich nicht nur sorglos mit Steuergeldern umgegangen wird, sondern auch, weil das Projekt äußerst sinnlos erscheint. Denn unweit von der geplanten Stelle gibt es bereits eine Brücke.

Verschwendung von Steuergeldern: Aussichtsplattform in Essen

In Essen gibt es ein ähnlich sinnloses Projekt. Die Stadt plant am Baldeneysee zwei Aussichtsplattformen - und holte sich dafür schon jede Menge Spott aus der Bevölkerung ein. Nun prangert auch der Steuerzahlerbund die Verschwendung von Steuergeld in diesem Fall an.

Zwar kostet das Vorhaben den Steuerzahler mit 25.300 Euro noch vergleichsweise wenig, doch sie ärgern sich trotzdem über den sorglosen Umgang mit ihren Steuern. Denn den gleichen Ausblick bekommt man vom Wegesrand - und das ganz umsonst.

Sorgloser Umgang mit Steuergeldern für Solarmülleimer in Köln

Bereits vor einigen Jahren hatte die Stadt Köln solarbetriebene Mülleimer aufgestellt. Kosten pro Stück: 8.000 Euro. Manch einer hatte sich bereits da schon über diese Verschwendung der Steuergelder geärgert.

Aber nun kommt es noch dicker. Denn inzwischen kam heraus, dass die Mülleimer mehr Strom benötigen, um den Müll zusammenzupressen, als die kleine Solaranlage liefern kann. Akkus und Ladegeräte müssen nun angeschafft werden - laut dem Verein natürlich auf Kosten des Steuerzahlers.

Verschwendung von Steuergeldern: Weitere Fälle in NRW

Der Bund der Steuerzahler ist eine gemeinnützige Organisation, die sich als Interessensvertretung für alle Steuerzahler in Deutschland versteht. In dem sogenannten Schwarzbuch fasst der Verein jährlich alle Fälle zusammen, bei denen es sich ihrer Meinung nach, um eine Verschwendung von Steuergeldern handelt.

Der Titel des diesjährigen Buches lautet: "Die öffentliche Verschwendung". Neben den bereits genannten Fällen, geht die Regierung auch in diesen sieben Projekten in NRW besonders sorglos mit Steuergeld um.

  • Die Sanierung der Beethovenhalle in Bonn kommt den Steuerzahler teuer zu stehen: Aktuell belaufen sich die Kosten auf 166 Millionen statt der anfänglichen 117 Millionen.
  • Auch die Sanierung der Bonner Viktoriabrücke wird als eindeutige Verschwendung von Steuergeldern gebrandmarkt.
  • Vier Mal so hoch wird außerdem die Sanierung der Bibliothek in Köln. 60 Millionen statt 15,8 - und das auf Kosten des Steuerzahlers.
  • Vergleichsweise gering fällt die Kostensteigerung beim Leverkusener Busbahnhof sowie die Restauration der alten Wallanlage in Moers aus.
  • In Münster zahlt der Steuerzahler die Abfindung von zwei Geschäftsführern der Stadtwerke mit - und zwar in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro.
  • Messing wird im Sommer richtig heiß - das hat man auch in Paderborn gemerkt, nachdem man jedoch Sitzbänke aus dem Material aufgestellt hatte. Eine neue Konstruktion für rund 2000 Euro musste her. mit dpa-Material