Ernte in Gefahr?

Ab 1. Dezember: Preise für NRW-Lebensmittel vor Anstieg

Knapp ein Drittel der gesamten landwirtschaftlichen Fläche in NRW kann bald nicht mehr genutzt werden wie zuvor. Eine neue Verordnung „trifft Bauern hart“

NRW – Ab dem 1. Dezember tritt in NRW die neue Landesdüngeverordnung in Kraft. Das Land NRW musste sich dabei den Forderungen der EU-Kommission beugen. Aufgrund neuer Einstufungen von belasteten landwirtschaftlichen Flächen können viele Bäuerinnen und Bauern nicht mehr wie gewohnt düngen. Der Ernte-Ertrag dürfte darunter leiden. Das Land NRW will helfen (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Fast ein Drittel der gesamten Landwirtschaftsfläche in NRW gilt zukünftig als nitratbelastet

Durch die Verordnung werden ab Dezember über 500.000 Hektar in NRW als nitratbelastet eingestuft. Das ist etwa ein Drittel der gesamten Landwirtschaftsfläche in NRW. Vorher waren nur circa 165.000 Hektar betroffen. Als nitratbelastet gelten laut dem Umwelt-Bundesamt, Flächen in denen Nitrateinträge in das Grundwasser gelangen und in denen es zu Stickstoffüberschüssen kommt. Ursache dafür sei die „stickstoffhaltige Düngung in der Landwirtschaft“.

„Das Wasser aus der Leitung ist trotzdem sicher, dafür sorgen Deutschlands Wasserversorger“, schreibt das Umwelt-Bundesamt auf ihrer Homepage. Ungeachtet dessen, werden die Flächen zukünftig als „Rote Gebiete“ eingestuft. Auf diesem Teil der Landwirtschaftsfläche in NRW gelten dann strengere Anforderungen an die Düngung. Nach Angaben des Landes müsse dann beispielsweise der Düngebedarf um etwa 20 Prozent reduziert werden.

Silke Gorißen (CDU), Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz in NRW sagt: „Die Erweiterungen der Roten Gebiete trifft die Bäuerinnen und Bauern hart.“ Eine Düngereduzierung könne zu „Einbußen bei der Menge des Ertrags und der Qualität der Ernte führen“, sagt Görißen in einer Pressemitteilung des Landes NRW. Gerade im bevölkerungsstärkstem Bundesland NRW bräuchte es aber eine „leistungsfähige und wettbewerbsstarke Landwirtschaft“.

NRW: Landwirten soll mit Informationsstelle geholfen werden

Das Ministerium möchte den Betroffenen jedoch helfen. „Wir lassen die Landwirtinnen und Landwirte nicht alleine“, sagt Ministerin Görißen und verweist damit auf die Einrichtung einer neuen Info-Stelle für Betroffene. Die neu-eingerichtete Beratungsstelle bei der Landwirtschaftskammer soll „den Betrieben zur Seite stehen und sie bei der Umsetzung unterstützen“. Bei der Info-Stelle können dann fachkundige Informationen erlangt oder Einzelfragen beantwortet werden.

Neue Düngeverordnung könnte in Landwirtschaftsbetrieben für Probleme sorgen.

Inwiefern dieses Angebot die Bäuerinnen und Bauern zufriedenstellt bleibt abzuwarten. Durch die Düngeverordnungen könnte es zu massiven Einbußen kommen. Mit dem Erlass der Verordnung musste sich das Land NRW allerdings der EU-Kommission beugen. Die bisherige differenziertere Methode zur Bestimmung von nitratbelasteten Landwirtschaftsflächen gilt als unvereinbar mit den europäischen Richtlinien.

Auch für Verbraucher in NRW könnte es zu Problemen kommen. Durch die befürchtete Ernteknappheit könnten regionale Produkte teurer werden. Schon zuletzt kam es in Supermärkten zu Preisanpassungen wegen Lebensmittelknappheit.

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/Imago

Mehr zum Thema