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Corona-Pandemie: Verwirrung um neue verkaufsoffene Sonntage in NRW

Trotz Corona-Pandemie: Verkaufsoffene Sonntage in NRW (hier Düsseldorf) im Advent (Symbolbild)
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Trotz Corona-Pandemie: Verkaufsoffene Sonntage in NRW (hier Düsseldorf) im Advent (Symbolbild)

Mit der neuen Corona-Schutzverordnung will NRW durch verkaufsoffene Sonntage im Advent den Handel stärken. Aber es gibt schon erste Gegenstimmen. 

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Hauptstadt Düsseldorf
Bevölkerung 17,93 Millionen

Verkaufsoffene Sonntage im Advent: NRW will im Interesse des Infektionsschutzes agieren und Handel stärken

NRW - Die Corona-Schutzverordnung ist bis zum 31. Oktober verlängert worden. Veränderungen und Ergänzungen gibt es für Weihnachtsmärkte, private Feiern und eben auch für verkaufsoffene Sonntage. Das erklärte das Land NRW in einer Pressemitteilung vom 30. September, wie RUHR24.de* berichtet.

Die Grundidee dahinter: An den vier Sonntagen im Advent und am 3. Januar können Geschäfte in den Städten in NRW zwischen 13 Uhr und 18 Uhr trotz des Coronavirus* öffnen, um „im Interesse des Infektionsschutzes den Kundenandrang zu entzerren.“ Menschen sollen im Weihnachtsgeschäft die Möglichkeit haben, am Samstag und am Sonntag in die Läden zu gehen.

Verkaufsoffene Sonntage in NRW: Advent soll den Handel noch einmal ankurbeln

FDP-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hofft dadurch, das die Geschäfte den Umsatzverlust während des Shutdowns in der ersten Jahreshälfte wieder aufholen können. Die Coronavirus-Pandemie hat dem Handel massiv zugesetzt.

Der Handelsverband äußert sich wohlwollend über die Möglichkeit, dass Geschäfte an den Sonntagen im Advent und am 3. Januar öffnen dürfen. Es sei, so Geschäftsführer Peter Achten gegenüber der WAZ, ein Beitrag, die Innenstädte in NRW in der Corona-Krise (alle Infos im Live-Ticker)* zu stärken.

Verkaufsoffene Sonntage im Advent: Verdi will Corona-Schutzverodnung des Landes NRW prüfen

Wie die WAZ schreibt, hat sich die Gewerkschaft Verdi, die generell gegen verkaufsoffene Sonntage ist, zunächst zurückhaltend geäußert. Man würde jetzt in Ruhe prüfen, ob die Corona-Schutzverordnung die Verhältnismäßigkeit zum Sonntagsschutz gewährleistet. Kundenströme würden sich laut Verdi eher auf das Wochenende verdichten. Der Sinn nach Infektionsschutz sei so konterkariert.

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Es gibt jedoch ein für den Laien durchaus kontroverses Detail. Die Corona-Schutzverordnung, zu der weitere neue Regeln und Punkte gehören, wurde vom Land NRW* zunächst auf den 31. Oktober verlängert. Die Termine der verkaufsoffenen Sonntage sind aber im Dezember und Januar.

Verkaufsoffene Sonntage in NRW im Advent: Der Westenhellweg in Dortmund. (Symbolbild)

Das Oberverwaltungsgericht in Münster, das in der Vergangenheit schon mehrere verkaufsoffene Sonntage auf Antrag der Gewerkschaft Verdi gekippt hat, äußerte deshalb Zweifel an der „Gültigkeit der Bestimmungen“.

Verkaufsoffene Sonntage im Advent: NRW hofft auf Vermeidung juristischer Schritte

Die Landesregierung in NRW (alle News aus dem Ressort auf RUHR24.de)* und der Handelsverband hoffen, dass die Gewerkschaft Verdi auf juristische Schritt verzichtet. „Man tut niemanden einen Gefallen, jetzt auch noch gegen die Corona-Schutzverordnung zu klagen“, so Peter Achten (Handelsverband). Händler würden auf rein freiwilliger Basis öffnen dürfen. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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