Ausschreitungen in den USA

Angriff auf das Kapitol in den USA: Laschet geschockt über „Hass und Gewalt“ – harsche Kritik an Trump

Einst sei es das Symbol für Freiheit gewesen. Nun regieren Hass und Gewalt. Auch in NRW zeigen sich Politiker nach dem Angriff auf das Kaiptol in den USA fassungslos.

Düsseldorf - Nachdem Anhänger des scheidenden Präsidenten Donald Trump in den USA das Kapitol gestürmt haben, zeigen sich auch Politiker aus NRW geschockt. Auf Twitter findet Armin Laschet deutliche Worte. Auch der gebürtige Sauerländer Friedrich Merz äußert scharfe Kritik.

Kapitol Sitz des Kongresses, der Legislative der USA
LageWashington D.C.
NutzungSitzungen des Senats und des Repräsentantenhauses, Museum

NRW-Politiker bestürzt über Angriff auf das Kapitol in den USA - Laschet kritisiert Trump

Vier Tote und mindestens 50 Festnahmen – das ist die Bilanz des Angriffs auf den Parlamentssitz in den USA am gestrigen Mittwoch (6. Januar). Wie die tagesschau berichtet sei die Lage in Washington inzwischen wieder unter Kontrolle. Über die völlige Eskalation der Gewalt und das beispiellose Chaos, den der Protest wütender Anhänger des US-Präsidenten Trump ausgelöst hatte, zeigen sich auch Politiker hierzulande bestürzt.

Pikant: Anhänger Trumps hatten sich offenbar nach einer aufstachelnden Rede des scheidenden Präsidenten dazu aufgefordert gefühlt, ihrer Enttäuschung über die Wahlergebnisse gewaltsam Luft zu machen. Trump hatte seine haltlosen Behauptungen wiederholt, dass ihm die „Wahl gestohlen“ worden sei. Für einen Wahlbetrug in den USA gibt es nach wie vor aber keine Belege.

In der Folge hatten Trump-Anhänger das Kapitol gewaltsam gestürmt. Dramatische Szenen sollen sich laut tagesschau im Kongressgebäude abgespielt haben, vier Menschen starben im Zusammenhang mit den Ausschreitungen.

NRW-Ministerpräsident Laschet kritisiert Trump nach Ausschreitungen in den USA

Der künftige US-Präsident, Joe Biden, sprach nach der Stürmung von einem Angriff auf die Demokratie. Und auch hochrangige Republikaner sollen die Äußerungen Trumps kritisiert haben. Auch unter Politikern in NRW und ganz Deutschland sorgten die Ausschreitungen für Bestürzung.

„Die Attacken fanatisierter Trump-Anhänger auf das Capitol schmerzen jeden Freund der USA“ stellte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet voller Kritik in einem Tweet fest. Offensichtlich an Donald Trump gerichtet fügte er an: „Wer mit Sprache Populismus und Polarisierung sät, erntet Hass und Gewalt“. Nach seinem Tweet schlossen sich viele User seiner Kritik an. Einige erinnerten jedoch auch daran, dass auch hierzulande gegen Anstechelungen durch Rechtspopulisten wenig getan würde.

„Kein Demokrat“: Merz und Laschet mit heftiger Kritik an Trump nach Angriff auf Kapitol in den USA

Auch Friedrich Merz, der aktuell gegen Armin Laschet und Norbert Röttgen für den CDU-Vorsitz kandidiert, griff Donald Trump nach dem Angriff scharf an. Auf Twitter kritisierte er, dass Trump seine Niederlage im Wahlkampf nach wie vor nicht akzeptiere. Er sei „offenkundig kein Demokrat“. In einem zweiten Tweet forderte er zudem, dass die westlichen Demokratien stabil bleiben müssten.

Seine Hoffnung ruhe nun auf Joe Biden, dem zukünftigen Präsidenten der USA. Auch Karl Lauterbach (SPD) wertete den Sturm als Angriff auf die Demokratie. Zudem zeige das nach Ansicht des gebürtigen Düreners wie gefährlich rechter Populismus noch immer sei - „Eine Warnung auch für uns!“.

Am Tag des Angriffs auf dem Kongress in den USA sollte dort die formelle Bestätigung des Siegs von Joe Biden im US-Wahlkampf bestätigt werden. Die Kongresssitzung musste nach der gewaltsamen Stürmung unterbrochen werden. Dennoch hat der Kongress am frühen Donnerstagmorgen (7. Januar) den Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl offiziell bestätigt. Der amtierende US-Vizepräsident Mike Pence gab das amtliche Endresultat laut dpa bekannt.

Auch deutsche Journalisten waren bei dem Angriff auf den Kongress zwischen die Fronten geraten, ihr Equipment war von „Trumps Mob“ zerstört worden. ZDF-Journalist Elmar Theveßen twitterte nach den Ausschreitungen, dass es ihm und seinen Kollegen dennoch gut gehe.

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