Ticker zu Sturmtief „Bernd“

Hochwasser in NRW: Klimawandel sorgt laut Experten immer häufiger für Extremwetter

Nach den schweren Unwettern in NRW zieht sich das Wasser langsam zurück und das Ausmaß der Katastrophe zeigt sich. Das Hochwasser hat zahlreiche Todesopfer gefordert.

Achtung: Dieser Ticker wird nicht länger aktualisiert. Wir danken allen Lesern herzlich für die Aufmerksamkeit.

Update, Freitag (16. Juli), 22.50 Uhr: Wetter-Experten und auch Bundesinnenminister Horst Seehofer machen den menschengemachten Klimawandel für extreme Unwetter wie jetzt in NRW verantwortlich. Durch die Erderwärmung würden extreme Wetterereignisse immer häufiger, sagt Guido Halbig, Leiter der Niederlassung Essen des DWD, in einer Mitteilung des Umweltministeriums. Auch in NRW wird bereits an Konzepten gearbeitet, damit künftig besser umzugehen.

Hochwasser in NRW: Bundespräsident Steinmeier und Annalena Baerbock reisen ins Krisengebiet

Update, Freitag (16. Juli), 22.32 Uhr: Am Rande seiner Besuche in den Hochwasser-Krisenregionen hat Armin Laschet (CDU) mit einem WDR-Interview eine Debatte ausgelöst. Allerdings nicht um den Klimawandel, sondern um den mutmaßlich despektierlichen Umgang mit der Journalistin. Der Skandal liegt jedoch woanders, kommentiert RUHR24-Redakteur Dennis Liedschulte.

Update, Freitag (16. Juli), 20.20 Uhr: Nach NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) wollen nun auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ins Krisengebiet nach NRW und Rheinland-Pfalz reisen. Steinmeier, der selbst aus Ostwestfalen-Lippe stammt, zeigte sich bestürzt von der Katastrophe: „Das Schicksal der Hochwasser-Opfer trifft mich ins Herz“, sagte er. Er will sich am Samstag in Erftstadt ein Bild der Lage machen, teilte die Staatskanzlei mit.

Annalena Baerbock, Vize-Vorsitzender der Grünen, hat nach Angaben des Spiegel ihren Urlaub abgebrochen und soll bereits auf dem Weg in die Krisenregion sein. Größere Statements oder Pressetermine seien nicht geplant.

Hochwasser in NRW: 625 Soldaten der Bundeswehr helfen in Katastrophengebieten wie Hagen

Update, Freitag (16. Juli), 19.15 Uhr: Nach dem verheerenden Unwetter sind in NRW weiterhin 625 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz. Die Rettung von Menschenleben stehe im Vordergrund, heißt es aus der Basis der Streitkräfte in Bonn, die Bundeswehr helfe aber auch mit Material aus.

Die Truppen sind etwa mit Räum- und Transportpanzern, Rettungswagen und Hubschraubern sowie Booten in den Regionen vor Ort, die besonders schwer von dem Unwetter getroffen wurden. In einem Video aus Hagen ist zu sehen, wie ein Bergepanzer aus Unna einen Lastwagen aus dem Schlamm zieht:

In der besonders stark betroffen Region Ahrweiler wurden Menschen per Hubschrauber von Hausdächern gerettet.In Stolberg und Euskirchen betreibt die Bundeswehr zudem Unterkünfte für die Opfer des Hochwassers in NRW.

„Die Bundeswehr ist an der Seite der Deutschen, wenn sie uns brauchen“, erklärte Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis gegenüber der dpa. Man werde den Menschen zu helfen, „so lange es nötig ist“.

Unwetter in NRW: Hilfe aus ganz Deutschland nach Hochwasser in Hagen

Update, Freitag (16. Juli), 18.25 Uhr: Die Stadt Hagen wurde von dem Unwetter in NRW und dem Hochwasser besonders stark getroffen. Die Pegel der Flüsse sinken weiter, die Aufräumarbeiten laufen. Mittlerweile gibt es für die Betroffenen viele Hilfsangebote aus ganz Deutschland. Die Stadtverwaltung bündelt diese nun.

Wer Sachspenden für Hochwasser-Opfer in Hagen abgeben möchte, sollte sich demnach an die Freiwilligenzentrale in Hagen wenden:

  • Telefon: 02331/207 5199
  • E-Mail: info@fzhagen.de

Zudem hat die Stadtverwaltung Hagen ein Spendenkonto für Hochwasser-Betroffene eingerichtet:

  • IBAN: IBAN DE 2345 0500 0101 0000 0444
  • Betreff: Hochwasser Hagen

Ab Freitag (16. Juli) stellen die Entsorgungsbetriebe zudem Container auf, in denen nach dem Unwetter kostenlos Sperrmüll und Elektroschrott entsorgt werden kann. Knöllchen für falsch geparkte Autos werden aktuell nicht verteilt – anders, als in den sozialen Medien verbreitet wird.

Hochwasser in NRW: Bochum-Dahlhausen massiv überflutet – Feuerwehr fährt 326 Unwetter-Einsätze

Update, Freitag (16. Juli), 16.40 Uhr: Das schwere Unwetter in NRW hat neben Hagen auch weitere Städte im Ruhrgebiet getroffen. In Bochum-Dahlhausen ist weiter Land unter, berichtet die Feuerwehr am Freitag. Dort war die Ruhr am Donnerstag so stark über die Ufer getreten, dass die Einsatzkräfte bereits die Evakuierung von rund 2.500 Anwohnern und einem Seniorenheim vorbereitet hatten. Nötig war diese bislang jedoch nicht.

Das Hochwasser in Bochum-Dahlhausen.

Elf Häuser entlang des Flusses mussten dennoch geräumt und der Strom angeschaltet werden, berichtet die Feuerwehr Bochum. Auch im Rest der Stadt stand das Wasser: In Langendreer mussten Keller ausgepumpt werden, nahe der Innenstadt wurde der Opelring überflutet.

Insgesamt musste die Feuerwehr Bochum zu 326 Unwetter-Einsätzen ausrücken. Teilweise waren 250 Retter gleichzeitig im Einsatz. Unterstützung kam vom THW, der Feuerwehr Marl und Hilfsorganisationen. „Derzeit ist die Lage im Bochumer Stadtgebiet stabil“, heißt es von den Helfern. Sobald das Wasser abfließt werden jedoch weitere Schäden sichtbar werden.

Hochwasser in Bochum: Das Wasser drückt aus den Gullys.

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Plünderungen in Stolberg bei Aachen

Update, Freitag (16. Juli), 15.35 Uhr: Während die Menschen in der Region Aachen bei dem Hochwasser um ihr Leben und ihr Hab und Gut kämpften, wollten sich andere bereichern: Die Polizei Aachen hat am Donnerstag in Stolberg einen Mann festgenommen, der sich an der Auslage eines „stark beschädigten“ Juweliergeschäfts bediente.

Weitere Personen plünderten dort einen Supermarkt sowie eine Apotheke in Eschweiler. Eine Tatverdächtige (28) wird noch heute einem Haftrichter vorgeführt.

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Herbert Reul warnt Schaulustige vor Fahrt in Krisengebiete

Update, Freitag (16. Juli), 15.20 Uhr: Derzeit fahren immer wieder Menschen in die Katastrophengebiete in NRW, um sich unnötigerweise ein Bild der Zerstörung zu machen. Innenminister Herbert Reul (CDU) appelliert an die Schaulustigen: „Bitte zu Hause bleiben und die Helfer nicht stören.“ Er könne laut dpa zwar verstehen, dass Menschen wissen wollten, wie es in überschwemmten Teilen ihrer Stadt aussieht. „Aber das kann man ja alles noch später machen. Wir brauchen jetzt einfach Platz und Zeit und Raum.“

Unwetter-Drama in Erftstadt: Drei Häuser und Teil der Burg eingestürzt

Update, Freitag (16. Juli), 14.01 Uhr: Die Lage in Erftstadt ist weiterhin sehr unübersichtlich. Wie NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) bei einer Pressekonferenz am Freitag sagte, seien nach aktuellem Stand drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg eingestürzt.

„Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht“, so Reul. Im bisher durchforsteten östlichen Teil des Ortes gebe es keine Todesopfer. Alle dort lebenden Menschen seien in Sicherheit. „Aber das ist noch nicht die ganze Stadt.“

Update, Freitag (16. Juli), 13.20 Uhr: Teile der gesperrten A1 sind in der Nähe von Erftstadt-Blessem in den Fluss Erft gestürzt. Das berichtete ein dpa-Reporter als Augenzeuge. Schätzungsweise 40 Meter des Standstreifens brachen in mehreren Stücken ab und fielen in den Fluss. Es hätten sich keine Fahrzeuge auf den Abschnitten befunden. Auch ein Teil der Lärmschutzwand stürzte ein.

Eine Bundesstraße in der Nähe von Erftstadt steht unter Wasser.

Massive Unwetter-Schäden in NRW: Militärischer Katastrophenalarm ausgelöst

Update, Freitag (16. Juli), 12.45 Uhr: Das Verteidigungsministerium hat wegen der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz einen militärischen Katastrophenalarm ausgelöst. Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) habe die Entscheidung getroffen, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag in Berlin.

„Das bedeutet, dass die Entscheidungsinstanzen weit nach vorn, nämlich genau dorthin verrückt werden, wo sie gebraucht werden. Als Beispiel kann jetzt eine Verbandsführerin vor Ort entscheiden, ob der Bergepanzer, ob der militärische Lkw, ob das Stromaggregat bereitgestellt wird, wenn es denn verfügbar wird“, so ein Offizier. Bei solchen Lagen sei Dezentralität wichtig und auch für den „Erfolg der Maßnahmen ganz ausschlaggebend.“

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind mehr als 850 Soldaten im Einsatz, und die Zahl steige. Auch in Baden-Württemberg hat das Unwetter für große Zerstörung gesorgt*, berichtet BW24*.

Unwetter in NRW: Dramatische Lage in Erftstadt – leicht Entspannung im restlichen Bundesland

Update, Freitag (16. Juli), 12.04 Uhr: Jenseits von Erftstadt scheint sich die Unwetter-Situation zunehmend zu entspannen. Die Lage an der Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen ist nach Angaben des Kreises stabil, aber nach wie vor nicht unkritisch. Über Nacht konnte der Pegel um zwei Zentimeter gesenkt und danach gehalten werden. Wann die evakuierten Einwohner in ihre Häuser zurückkehren können, lasse sich zur Zeit nicht sagen.

In Erkrath nahe Düsseldorf weicht das Hochwasser weiter zurück, teilt die Stadt mit. Die Feuerwehr sei dennoch weiterhin im gesamten Stadtgebiet unter Hochdruck im Einsatz. In besonders betroffenen Bereichen der Stadt gibt es noch immer keinen Strom.

Unwetter in NRW: Der Regen hat aufgehört, die Aufräumarbeiten werden noch lange andauern.

Update, Freitag (16. Juli), 11.40 Uhr: Aufgrund der Vielzahl der Notsituationen stützt sich die Bundeswehr auf eine eigene Lagebewertung und wartet nicht mehr nur auf Anträge zur Hilfeleistung. Das berichtet die Deutsche-Presse Agentur (dpa). In Nordrhein-Westfalen sind rund 500 Soldaten zur Rettung und Bergung in elf Landkreisen und Städten im Einsatz.

Unwetter in NRW: 15 Menschen in Erftstadt weiterhin eingeschlossen

Update, Freitag (16. Juli), 11.11 Uhr: Laut Frank Rock (CDU), Landrat des Rhein-Erft-Kreises, sind in Erftstadt noch etwa 15 Personen in dem gefährdeten Bereich in ihren Häusern eingeschlossen. Die Rettungsmaßnahmen laufen, sagte Rock im Interview mit n-tv.

Die Lage sei unübersichtlch, man könne keine genauen Angaben zur Zahl der Todesopfer und zur Zahl der Vermissten machen. Trotz der Evakuierung am Vortag seien einige Menschen in ihre Häuser zurückgekehrt.

Teile von Erftstadt gleichen einem Trümmerfeld. Ganze Häuser sind verschwunden.

Update, Freitag (16. Juli), 10.55 Uhr: In Hagen scheint sich die Lage zunehmend zu entspannen. Die Flüsse sind bereits seit gestern wieder in ihren Flussbetten, teilte die Stadt mit. Die Unterführung am Hagener Hauptbahnhof konnte ebenfalls bereits abgepumpt werden. Dennoch ist die Infrastruktur weiterhin eingeschränkt.

Unwetter in NRW: Zahl der Toten steigt auf mindestens 43

Update, Freitag (16. Juli), 10.41 Uhr: Die Zahl der Unwettertoten in Nordrhein-Westfalen ist auf mindestens 43 gestiegen. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend unter Berufung auf das NRW-Innenministerium. Zusammen mit den bislang 52 bestätigten Todesopfern in Rheinland-Pfalz steigt die Gesamtzahl somit auf mindestens 95.

Weiterhin werden etliche Personen vermisst. Grund dafür ist auch, dass in vielen Orten die Kommunikation massiv gestört ist. Neben dem Strom sind auch die Telefon- und Mobilfunknetze vielerorts ausgefallen.

Update, Freitag (16. Juli), 9.52 Uhr: Wie die Bezirksregierung Köln mitteilt, gibt es mehrere Tote im überschwemmten Bereich von Erftstadt. Im Ortsteil Blessem wurden Häuser massiv unterspült und sind teilweise komplett eingestürzt. Es werden etliche Personen vermisst. Eine Rettung ist derzeit vielfach nicht möglich, heißt es.

Unwetter in NRW: In Erftstadt-Blessem sind Häuser komplett eingestürzt. Etliche Personen werden vermisst.

Mit dem betroffenen Gebiet sei aktuell kaum Kommunikation möglich. Entsprechend könne man zu den bestätigten Todesfällen noch keine genauen Angaben mache, sagte der ein Sprecher der Kölner Bezirksregierung der Nachrichtenagentur AFP. Ein Katastrophenschutztrupp wurde losgeschickt, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Unwetter in NRW: In Erftstadt-Blessem sind Häuser komplett eingestürzt. Etliche Personen werden vermisst.

Update, Freitag (16. Juli), 9.47 Uhr: Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, ist der Wasserstand an der zuvor als „sehr instabil“ eingestuften Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen in NRW durch Abpumpen gesunken. Ein Gutachter soll die Steinbachtalsperre heute erneut unter die Lupe nehmen.

Aus Sicherheitsgründen wurden bereits mehrere Ortschaften evakuiert. Betroffen waren rund 4500 Einwohner.

THW-Mitarbeiter haben auch in der Nacht Wasser über die Staumauer der Steinbachtalsperre abgepumpt.

Jahrhunderthochwasser: Unwetter fordert mindestens 81 Todesopfer in NRW und Rheinland-Pfalz

Update, Freitag (16. Juli), 9.03 Uhr: In Nordrhein-Westfalen sind mindestens 31 Menschen an den Folgen des Jahrhunderthochwassers gestorben. In Düsseldorf fand die Feuerwehr am Donnerstagabend (15. Juli) einen weiteren Toten in einer gefluteten Wohnung. Der Leichnam wurde entdeckt, nachdem die Einsatzkräfte das Wasser abgepumpt hatten.

Noch dramatischer ist die Lage in Rheinland-Pfalz. Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass die Zahl der Todesopfer dort von 28 auf 50 gestiegen sei. Dazu werden noch dutzende weitere Menschen verletzt. Allein der Kreis Ahrweiler sprach von 1300 Vermissten im Kreisgebiet.

Unwetter in NRW: Rurtalsperre bei Aachen läuft mit „geringer Dynamik“ über

Update, Freitag (16. Juli), 8.53 Uhr: Die Rurtalsperre in der Nähe von Aachen kann die Wassermengen nicht mehr halten. Seit Donnerstagabend (23.50 Uhr) läuft die Talsperre mit einer „geringen Dynamik“ über, wie der Wasserverband Eifel-Rur mitteilt. Zuvor war bereits die Urfttalsperre übergelaufen. Sie ist der Rurtalsperre vorgelagert, wodurch sich diese schneller füllte.

Die Zuflüsse zu den Talsperren hätten sich in den vergangenen Stunden aber „erfreulich reduziert“, heißt es. Dennoch sei mit Überschwemmungen im Unterlauf der Rur zu rechnen. Überflutungen von Häusern und Kellern seien zu erwarten. Die Menschen in der Region sollen sich nicht in Flussnähe aufhalten und vollgelaufene Keller nicht betreten. Es besteht die Gefahr von Stromschlägen.

Die Rurtalsperre läuft über.

Unwetter in NRW: Menschrettung nach eingestürzten Häusern in Erft-Kreis

Update, Freitag (16. Juli), 7.33 Uhr: In Erftstadt-Blessem, einem Stadtteil des Rhein-Erft-Kreises in NRW, ist eine Reihe von Häusern ganz oder teilweise eingestürzt. Das hat die Kölner Bezirksregierung am Freitagmorgen mitgeteilt. Ursache seien massive und schnell fortschreitende Unterspülungen der Häuser.

Aktuell laufen die Rettungsmaßnahmen auf Hochtouren. Das Problem: Viele Menschen waren schon in ihre Häuser zurückgekehrt. Eine Rettung ist vielerorts kaum möglich – nur mit Booten vom Wasser aus. Aus den Häusern kommen jedoch immer wieder Notrufe, wie die dpa berichtet.

Die Menschenrettung läuft, nachdem mehrere Häuser im Erft-Kreis eingestürzt sind.

Hinzu kommt ein nicht abstellbarer Gasaustritt, der die Rettungsarbeiten erschwert. Weiter mussten mehrere Pflegeheime geräumt werden, die Krankenhausbetriebe vor Ort sind nicht mehr möglich. Die Infrastruktur ist nahezu komplett ausgefallen und die Lage scheint sich dramatisch zuzuspitzen.

Unwetter in NRW: Ausmaß der Katastrophe zeigt sich immer deutlicher

Update, Freitag (16. Juli), 6.19 Uhr: Wie der WDR berichtet, standen auch in der Dortmunder Nordstadt nach dem Unwetter mehrere Keller und Autos unter Wasser. Autofahrer waren in ihren Fahrzeugen eingeschlossen, der Notruf der Feuerwehr sei zeitweise überlastet gewesen.

Nach eigenen Angaben kam es allein in Dortmund zu rund 200 Einsätzen. Der Nahverkehr ist aktuell noch eingeschränkt, mehrere Strecken sind gesperrt. Im Kreis Unna musste die Feuerwehr zu 450 Einsätzen ausrücken. Der Grund waren hauptsächlich vollgelaufene Keller.

Das Ausmaß des Unwetters in NRW: Viele Menschen haben alles verloren.

Unwetter in NRW fordert weitere Todesopfer – weiter viele Vermisste

Das Ausmaß des Unwetters wird erst jetzt, wo der Regen allmählich nachlässt sichtbar. Zerstörte Keller in vielen Ruhrgebietsstädten, weggespülte Autos und Straßen, die voll mit Schlamm und Geröll sind. Was genau zu Schaden gekommen ist, zeigen aktuell vor allem Bilder. Wie etwa die Polizei Hagen mitteilt, wird es „weiterhin dauern, bis das Ausmaß der Schäden vollumfänglich eingeschätzt werden kann“. Aktuell ist von Schäden in Milliardenhöhe auszugehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits erste finanzielle Hilfe zugesichert.

Auch die Zahl der Todesopfer ist noch ungewiss. Aktuell geht man von 58 Toten in NRW und Rheinland-Pfalz aus. Allein in NRW wurden bislang 30 Tote gezählt. In Rheinland-Pfalz sprach man am Donnerstagabend von über 20 Toten. „Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden“, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz am Freitagmorgen. Denn noch immer werden viele Menschen vermisst. Der rheinland-pfälzische Kreis Ahrweiler hatte sogar von 1300 noch vermissten Menschen im Kreisgebiet gesprochen. Die Bundeswehr unterstützt bei der Suche und bei den Aufräumarbeiten nach dem Unwetter in NRW. Mehr als 15 000 Feuerwehrleute und Katastrophenhelfer absolvierten landesweit über 22 000 Einsätze.

Update, Donnerstag (15. Juli), 22.47 Uhr: Weiter traurige Nachrichten aus dem Rhein-Sieg-Kreis: Die Polizei Köln meldet mittlerweile allein aus Euskirchen 20 Todesfälle durch das Unwetter. In Rheinbach und Swistal sind drei Menschen umgekommen. Nach neun Vermissten aus Bonn und elf aus dem Raum Euskirchen werde aktuell noch gesucht.

Hochwasser in NRW: Weitere Unwetter mit Starkregen im Ruhrgebiet erwartet

Update, Donnerstag (15. Juli), 21.20 Uhr: Gerade schienen die schlimmsten Regengüsse vorüber zu sein, da drohen NRW bereits neue Gewitter. Für Hagen, Wuppertal, Dortmund, Hamm und den Ennepe-Ruhr-Kreis sowie den Kreis Unna hat der Deutsche Wetterdienst am Abend (15. Juli) erneut vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen gewarnt. Dabei können bis zu 40 Liter Regen fallen.

Überflutungen in NRW: Mindestens 30 Menschen durch Unwetter gestorben

Update, Donnerstag (15. Juli), 19.40 Uhr: Das Innenministerium hat die Zahl der Todesopfer nach oben korrigiert: Mindestens 30 Menschen sollen demnach durch das Unwetter in NRW gestorben sein. 57 seien verletzt worden, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Zahlreiche Personen werden nach dem Hochwasser weiter vermisst.

Hochwasser in NRW: Leblose Personen in Keller bei Aachen gefunden – tot

Update, Donnerstag (15. Juli), 19.10 Uhr: Nach dem schweren Unwetter in NRW steigt die Zahl der Toten weiter an. Im überfluteten Keller eines Hauses in Geilenkirchen bei Aachen wurden gegen 15.30 Uhr zwei leblose Personen gefunden. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsversuche gelang es den Rettungskräften nicht, die beiden Menschen zu retten. Sie starben am Einsatzort.

Nach Angaben der Polizei Heinsberg handelt es sich um die Bewohner des Hauses. Sie wurden 74 und 78 Jahre alt. Die Polizei ermittelt nun, wie es zu dem tragischen Unglück kommen konnte.

Hochwasser in NRW: Euskirchen droht Katastrophe – Staudamm könnte brechen

Update, Donnerstag (15. Juli), 18 Uhr: In der Nähe von Euskirchen bei Bonn droht eine weitere Katastrophe: Ein Damm der Steinbachtalsperre wurde von einem Sachverständigen als „sehr instabil“ eingestuft. Der Damm der Talsperre zeigt tiefe Furchen und droht zu brechen. Weil der Ablauf verstopft ist, kann das Wasser nicht kontrolliert abgelassen werden, sondern wird über die Sperre gepumpt.

Das Unwetter hat einen Damm bei Euskirchen (NRW) aufgeweicht. Er droht zu brechen.

Die Orte Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim werden evakuiert. Rund 4500 Menschen sind davon betroffen, teilte der Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers (SPD), am Nachmittag mit. Für sie seien Notunterkünfte in Euskirchen eingerichtet.

Die Stadt Euskirchen und Umgebung wurde hart von dem Unwetter getroffen. Bislang sind allein dort 15 Menschen bei dem Hochwasser getötet worden.

Unwetter in NRW: Hochwasser beeinträchtigt Trinkwasser im Ruhrgebiet

Update, Donnerstag (15. Juli), 17.40 Uhr: Das Hochwasser beeinträchtigt zunehmend das Trinkwasser im Ruhrgebiet. Jetzt hat das Gesundheitsamt in Mülheim an der Ruhr angeordnet, dass Bürger das Wasser vorsichtshalber abkochen sollen. Dazu sollte das Wasser für mindestens drei Minuten lang erhitzt werden.

Das Wasser werde bereits stark gechlort und desinfiziert, teilt die Behörde mit. Aktuell trübe sich das Trinkwasser wegen des Hochwassers aber immer stärker ein, teilt die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft am Donnerstag mit: „Es ist mit gravierenden Geschmacks- und Geruchsveränderungen zu rechnen.“

Betroffen sind diese Städte im Ruhrgebiet:

  • Mülheim (ohne Mintard)
  • Oberhausen
  • Bottrop
  • Ratingen-Breitscheid

Hochwasser in NRW: Bundeskanzlerin Angela Merkel äußert sich zu Unwetter

Update, Donnerstag (15. Juli), 16.25 Uhr: Mittlerweile hat sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die gerade auf US-Besuch ist, zu den schweren Unwettern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geäußert:

 Ich bin erschüttert über die Katastrophe, die so viele Menschen in den Hochwasser​gebieten durchleiden müssen. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Vermissten. Den vielen unermüdlichen Helfern und Einsatzkräften danke ich von Herzen.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Hochwasser in NRW: Rhein-Erft-Kreis ruft Katastrophenfall aus

Update, Donnerstag (15. Juli), 16.15 Uhr: Unwetter, Hochwasser, vermisste Personen: Der Rhein-Erft-Kreis hat am Nachmittag den Katastrophenfall ausgerufen. Damit geht die Einsatzleitung auf den Kreis über, die Feuerwehr kann den Ausnahmezustand erklären. In Blessem und Bliesheim bestehe weiter „extreme Gefahr“ von Überflutungen. Entlang der Erft droht zudem ein Dammbruch.

Anwohner sollen elektrische Geräte abschalten, die betroffenen Häuser verlassen und sich in Sicherheit bringen, rät der Landrat: „Denken Sie auch an Ihre direkten Nachbarn. Helfen Sie Kindern, Älteren und mobilitätseingeschränkten Personen.“

Das Unwetter hat in Hagen für Hochwasser und Zerstörung gesorgt.

Unwetter in NRW: Zahl der Toten bei Hochwasser rasant gestiegen

Update, Donnerstag (15. Juli), 15.45 Uhr: Während in vielen Städten in NRW bereits die Aufräumarbeiten laufen, steigt vielerorts auch die Zahl der Todesfälle dramatisch an. Allein in der Region um Bonn meldet die Polizei aktuell 36 Tote.

In Köln sind bislang zwei Menschen bei dem Unwetter ums Leben gekommen, in Euskirchen 15 und in Rheinbach drei. Nicht alle Leichen haben bislang geborgen werden können, teilt die Polizei mit.

Unwetter in NRW: Wehr in Wickede wurde geöffnet – Überschwemmung der Ruhr erwartet

Update, Donnerstag (15. Juli), 14.45 Uhr: In Wickede bei Dortmund wird die Lage dramatisch: Das Wehr bei Echthausen drohte zu brechen und ist deshalb geöffnet worden. Davor warnt die Gemeinde Wickede aktuell.

Dadurch werden im Ruhrgebiet große Wassermassen frei: „Es besteht akute Überschwemmungsgefahr. Der Bereich der Ruhr muss geräumt werden!“, heißt es in der Warnung.

Betroffen von der Akutwarnung sind folgende Gemeinden:

  • Wickede (Ruhr)
  • Fröndenberg
  • Holzwickede
  • Schwerte

Es gilt weiterhin: Das betroffene Gebiet unbedingt meiden, Kindern und Hilfsbedürftigen helfen, sich aber nicht selbst in Gefahr bringen. Keller und Tiefgaragen sowie Unterführungen nicht betreten.

Unwetter in NRW: Damm droht im Rhein-Sieg-Kreis zu brechen

Update, Donnerstag (15. Juli), 13.30 Uhr: Wie die dpa berichtet, die sich auf die Feuerwehr im Rhein-Sieg-Kreis beruft, sind Ortsteile von Rheinbach evakuiert worden. Es bestehe die Gefahr eines Dammbruchs. Es sei eine Vorsichtsmaßnahme, weil nicht sicher sei, ob der Damm gehalten werden kann, heißt es.

Die Menschen werden mithilfe der Bundeswehr evakuiert und können, falls sie nicht bei Verwandten oder Bekannten unterkommen können, eine Notunterkunft in der örtlichen Sporthalle beziehen.

Unwetter in NRW: Tagebau-Mitarbeiter nahe Aachen vermisst – Fluss hat Deich überspült

Update, Donnerstag (15. Juli), 12.49 Uhr: Der Fluss Inde hat einen Deich in der Nähe des Braunkohletagebaus Inden bei Aachen überspült und fließt seit dem Morgen in den Tagebau, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Dort werde ein Mitarbeiter vermisst, wie ein Sprecher des Energieunternehmens RWE mitteilte. Nach dem Mann wird mit einem Hubschrauber gesucht.

Der Abbaubetrieb wurde bereits eingestellt, der Zufluss des Wassers dauere aber noch an. Gegen 6.30 Uhr sei der Fluss bei Lamerdorf über den Deich geschwappt. Nach dem heftigen Starkregen führte der Fluss bereits Hochwasser.

In der Region Aachen ist die Stromversorgung wegen des Hochwassers in mehreren Ortschaften ausgefallen. Betroffen seien vor allem Stolberg mit der Innenstadt und den Ortsteilen Vicht und Zweifall, die Eschweiler Innenstadt und der Ortskern von Kornelimünster.

In Aachen ist die DLRG nach dem Unwetter mit Booten im Einsatz.

Unwetter in NRW: Laschet verspricht Altena Unterstützung – Besuch in Hagen steht an

Update, Donnerstag (15. Juli), 12.05 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat am Donnerstag die Stadt Altena im Märkischen Kreis besucht. Dort ist es am Mittwoch durch das Hochwasser zu Erdrutschen gekommen, die Stadt wurde zwischenzeitlich abgeriegelt. Ein 46-jähriger Feuerwehrmann kam bei einem Rettungseinsatz ums Leben.

„Wir tun von der Feuerwehr, von der Polizei und vom Land aus alles, dass so schnell wie möglich wieder Normalität hier in Altena einkehrt“, versprach der Kanzlerkandidat der Union gegenüber Radio MK. Das Land NRW helfe zunächst bei den Katastrophenschutzplänen, danach gehe es um eine Bestandsaufnahme.

Die Bundeswehr unterstützt die Einsatzkräfte in Hagen.

Laschet wird sich auch in Hagen über die Folgen des Unwetters informieren. Dort unterstützt auch die Bundeswehr und setzt schweres Gerät zur Rettung ein. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mitteilte, seien 200 Männer und Frauen mit Bergpanzern, Radladern, schweren Lastwagen und dem Transportpanzer Fuchs in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. *BW24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Alle früheren Meldungen zum Unwetter mit Hochwasser in NRW gibt es in unserem alten Ticker.

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