Ärger um „Ruhrpott-Flamingos“

Unnas Tauben koten neue Fußgängerzone schon voll – Politiker will „Stachel“

Tauben und Abwehrstacheln
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Unna sucht nach einer Lösung für die Tauben-Population.

Unna kämpft gegen den Kot von Tauben. Es gibt bereits Lösungsansätze.

Unna - Unna ist eigentlich durch ihren historischen Stadtkern bekannt. Aber auch die zahlreichen Tauben gehören längst zum Stadtbild. Doch inzwischen werden Stimmen für die Regulierung der Taubenpopulation lauter. In der Fußgängerzone, die aktuell renoviert wird, soll es schon wieder Dreck geben. (mehr News aus NRW bei RUHR24).

NRW: Taubenkot als Problem - Stadt Unna setzt auf Fütterungsverbot

Zahlreiche Dachvorsprünge der Gebäude in Unnas Innenstadt laden die Tauben zum Verweilen ein. Die Hinterlassenschaften der Tiere fallen dann auf das Pflaster der Fußgängerzone.

Der Stadt Unna sei das Problem bereits länger bekannt, heißt es in einer Mitteilung. Sie setzt bei der Eindämmung der Taubenpopulation auf Aufklärung und ein striktes Fütterungsverbot der Tauben. Diese Maßnahmen zeigen jedoch offenbar keinen Erfolg.

NRW: Früherer FDP-Ratsherr schlägt Stachelpflicht als Abwehrmaßnahme vor

Als eine Lösungsmaßnahme schlägt der frühere FDP-Ratsherr Günter Schmidt sogenannte Abwehrstacheln vor. Diese werden an den Plätzen angebracht, an denen sich die Tauben aufhalten. Viele Gebäude seien bereits mit diesen Stacheln ausgestattet. Mögliche Tierschutzverstöße sehe er dabei nicht. Nach Schmidts Worten gibt es noch genügend andere Plätze für die Tauben als die Gebäudevorsprünge.

Unna: Tierschützer reagieren: „grausam und nutzlos“ - sie sehen Handlungspflicht bei der Stadt

Der Tierschutzverein Unna reagiert trotz Verständnis für das Taubenproblem mit Kritik. Weitere Abwehrstacheln würden die Tauben nicht aus dem Stadtgebiet verdrängen. Die standorttreuen Tauben würden dann nur noch dichter auf den freien Plätzen der Innenstadt zusammengedrängt. Der Einsatz dieser Maßnahmen sei deswegen „grausam und nutzlos“, so der Tierschutzverein.

Der Tierschutzverein und die Grünen Unna befürworten eine tiergerechte Bestandsregulierung. Dafür seien kontrollierte Aufenthaltsplätze für die Tauben notwendig. Nach Angaben der Tierschützer könnten die Tauben in Taubenhäusern oder Taubenschlägen gefüttert werden und die Population kontrolliert werden.

Die Pläne für einen „Taubenturm“ und die ehrenamtlichen Mitarbeiter sollen bereits vorliegen. Die Stadt stelle sich den Plänen nach Angaben des Rathauses grundsätzlich nicht entgegen. Bislang sei jedoch noch kein passender Standort für den „Taubenturm“ gefunden worden.

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