Damit Deutschland nicht friert

NRW-Konzern könnte die Lösung für Unabhängigkeit von russischem Gas sein

Deutschland will in Sachen Gas unabhängig von Russland werden. Ein NRW-Konzern profitiert wohl. 

Düsseldorf – Der NRW-Konzern Uniper dürfte bislang nur Branchenexperten und vielleicht einigen Düsseldorfern ein Begriff gewesen sein. Jetzt ist das Unternehmen durch den Ukraine-Krieg in den Fokus gerückt, wie RUHR24* weiß.

BundeslandNRW
StadtDüsseldorf
Konzern Uniper

NRW-Konzern profitiert: Deutschland will unabhängig vom russischen Gas werden

Der Konzern hat jedoch nichts mit Rüstung zu tun. Uniper ist ein Energie-Unternehmen und könnte jetzt zwei riesige Flüssiggasterminals bauen.

In seiner Regierungserklärung hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Sonntag (27. Februar) gesagt, dass Deutschland umsteuern wolle, um die eigene Importabhängigkeit zu überwinden. In einfachen Worten: Man will weniger auf russisches Gas setzen.

Denn im Zuge des Krieges zwischen Russland und der Ukraine* und der vom Westen eingesetzten Sanktionen könnte es Gegen-Sanktionen aus Moskau geben. Ein Hebel wäre das Gas – schon jetzt ist ein Preisanstieg, wie auch bw24.de* berichtet, auf den Märkten zu spüren.

Um sich in Zukunft nicht mehr mit solchen Energie-Drohungen auseinandersetzen zu müssen, hat Scholz den Bau zweier LNG-Annahmestellen angekündigt. LNG bedeutet Liquiefied Natural Gas – es handelt sich um Flüssiggas (mehr News aus NRW* bei RUHR24).

NRW: Unternehmen aus Düsseldorf will Terminal für Flüssiggas in Wilhelmshaven bauen

Der Düsseldorfer Konzern Uniper äußerte sich auf Anfrage der Rheinischen Post folgendermaßen: „Uniper prüft die Möglichkeit, die Planungen für ein LNG-Terminal in Wilhelmshaven wieder aufzunehmen.“

Das Unternehmen aus NRW* könnte in der niedersächsischen Stadt ein sogenanntes schwimmendes Terminal bauen. Das war in der Vergangenheit schon geplant, wurde aber nicht realisiert. In Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) bei Hamburg könnte ebenfalls ein von einem anderen Konzern geplantes Terminal entstehen. Bislang bezieht Deutschland Flüssiggas aus Rotterdam.

Um unabhängig von russischen Gas zu werden, plant Deutschland große Flüssiggasterminals – ein NRW-Konzern profitiert.

Das Problem: Solche Terminals haben eine Bauzeit von zwei (schwimmende Variante) bis fünf (feste Variante) Jahren. Müssen die Menschen also bald frieren? Nein, zumindest für den Winter 2022/2023 hat Deutschland ausreichend Reserven.

NRW: Düsseldorfer Konzern prüft Bau von Flüssiggas-Terminal – in Zukunft dann Wasserstoff?

Zwar steht Flüssiggas generell in der Kritik von Umweltschützern. Letztendlich handelt es sich um einen fossilen Brennstoff. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Die Grünen) weist aber darauf hin, dass die LNG-Flüssiggasanlagen perspektivisch auch für Wasserstoff genutzt werden sollen.

Neben dem Düsseldorfer Uniper-Konzern gehört das weltbekannte Unternehmen Shell zu den größten Flüssiggas-Händlern. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren schon zahlreiche Planungen für ein Terminal fertiggestellt, die allerdings wieder auf Eis gelegt wurden.

Aufgrund der geopolitischen und dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine* Lage reaktiviert das NRW-Unternehmen diese Pläne jetzt wieder. *RUHR24 und bw24.de sind ein Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/DPA