Gewitter-Tief „Emmelinde“

Tornado verwüstet Teile von NRW: Schwerverletzte und Millionenschaden

Ein Unwetter ist über NRW gezogen. Eine Region hat es besonders schlimm getroffen. Hier wüteten gleich drei Tornados.

Update, Samstag (21. Mai), 10.43 Uhr: Jetzt ist es offiziell: Der DWD hat es nun aus Meteorologen-Sicht bestätigt, was für viele Bürgerinnen und Bürger in Lippstadt und Paderborn schon längst klar gewesen sein dürfte: „Drei Tornados können wir bestätigten“, sagte ein Sprecher des DWD am Samstagmorgen der DPA. Demnach sind in Paderborn, Lippstadt und in Lütmarsen, einem Ortsteil der Stadt Höxter, Tornados aufgetreten.

BundeslandNRW
ThemaUnwetter
EreignisGefahr von Tornados

Drei Tornados treffen NRW: Ministerin bekundet Anteilnahme und dankt Einsatzkräften

Auch Nordrhein-Westfalens Kommunalministerin Ina Scharrenbach hat sich inzwischen zu den Unwetter-Folgen geäußert. „Schwerverletzte Menschen, viel Zerstörung in #Lippstadt u #Paderborn. Nach Sommer 2021 das nächste schwere Unwetter in #NRW“, schrieb die CDU-Politikerin auf Twitter. Sie bedankte sich bei den zahlreichen Einsatzkräften und teilte mit, dass sie in Gedanken bei den Betroffenen sei.

Das Unwetter in Paderborn und Lippstadt hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.

Im Nordosten von NRW laufen aktuell noch die Aufräumarbeiten. Die Polizei hat eindringlich dazu aufgerufen, die Innenstadt von Paderborn wegen der Tornado-Schäden, möglichen Gefahren und laufenden Aufräumarbeiten vorerst zu meiden.

Update, Samstag (21. Mai), 8.31 Uhr: Das Gewitter-Tief „Emmelinde“ ist mit gleich drei Tornados über NRW gezogen und hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Besonders schlimm hat es die Stadt Paderborn getroffen. Aktuell weiß man von mindestens 43 Verletzten, zehn Menschen sollen schwer verletzt sein. Die beiden anderen Tornados haben in Lippstadt und Höxter in NRW gewütet. Wie viele Menschen in NRW und Deutschland insgesamt durch das Unwetter verletzt wurden, ist noch nicht klar.

Tornados wüten in Paderborn und Lippstadt: Unwetter trifft auch andere Teile Deutschlands

Besonders stark hat es Paderborn und Lippstadt getroffen, bestätigt auch das Innenministerium. Im Lippstadter Freizeitbad Cabrioli wurden zeitweise etwa 120 Badegäste eingeschlossen, weil umgestürzte Bäume den Eingang blockierten. Im Ortsteil Hellinghausen sei durch den Sturm die Spitze einer Kirche heruntergestürzt. Die Bahnstrecke zwischen Paderborn und Altenbeken war gestern Abend nicht befahrbar, weil Bäume und Äste auf den Schienen lagen.

Auch in Bayern hat das Unwetter gewütet, 14 Menschen sind beim Einsturz einer Hütte verletzt worden. Es waren viele Kinder dabei, als die Hütte zur Seite kippe und in sich zusammen fiel. In Rheinland-Pfalz starb ein Mann in seinem überfluteten Keller an einem Stromschlag.

In Leipzig wurde das Rammstein-Konzert kurzzeitig unterbrochen wegen des Wetters. Heute zieht die Front weiter Richtung Mecklenburg-Vorpommern, wie der Deutsche Wetterdienst sagt. Die Aufräumarbeiten dauern aktuell noch in den Städten an.

Update, Freitag (20. Mai), 20.05 Uhr: In den Regionen Lippstadt und Paderborn ist es am Abend zu einem schweren Unwetter gekommen. Auf Social Media war in diversen Videos sogar ein Tornado zu sehen. Wie die DPA in Berufung auf den Kreis Paderborn berichtet, sind dabei 30 bis 40 Menschen verletzt worden – zehn Personen haben sogar schwere Verletzungen erlitten.

Viele Stellen sind laut Polizei Paderborn nicht passierbar, wie unter anderem das Riemekeviertel, die Innenstadt und das Gewerbegebiet. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt, Autos von Bäumen zerstört. Der Bus- und Bahnverkehr ist eingeschränkt oder nicht mehr möglich. Es wird dazu aufgerufen Zuhause zu bleiben, da Gefahrenstellen noch nicht gesichert werden konnten. Alle Einsatzkräfte sind im Einsatz. Es wird von Schäden in Millionenhöhe ausgegangen.

Tornado zieht über NRW: Unwetter hinterlässt Spur der Verwüstung

Update, Freitag (20. Mai), 19.35 Uhr: Im Gegensatz zu den Ankündigungen war das Unwetter in vielen Teilen von NRW weitaus weniger dramatisch als erwartet. Den Nordosten des Bundeslandes hat es aber besonders schwer getroffen. Videos in den Sozialen Medien zeigen, wie ein Tornado über die Regionen Paderborn und Lippstadt fegte.

Wie die Deutsche Presseagentur (DPA) mitteilt, hat das Unwetter in Paderborn große Schäden angerichtet. Abgedeckte Dächer, entwurzelte Bäume, die auf Autos gestürzt seien und mehrere Verletzte. „Hier ist gerade Chaos“, so die Polizei gegenüber der DPA. Ein Video bei Twitter zeigt, dass in Paderborn ein Möbelhaus durch das Unwetter komplett zerstört wurde. Es ist ein Bild der Verwüstung, mit dem die Menschen im Nordosten von NRW konfrontiert sind.

Bei dem Unwetter in NRW wurde ein Möbelhaus in Paderborn komplett zerstört.

Unwetter mit Tornado fegt über NRW: Nordosten trifft es besonders schlimm

Rund 35 Kilometer weiter in Lippstadt sieht die Lage nicht besser aus. Die Feuerwehr teilt mit, dass das komplette Stadtgebiet von einem Tornado heimgesucht wurde. Zahlreiche Dächer seien abgedeckt worden und Bäume auf Autos gestürzt. Es habe aber weder Tote noch – nach bisherigen Meldungen – Verletzte gegeben.

Das Unwetter in NRW hat Paderborn besonders hart getroffen.

Update, Freitag (20. Mai), 15.47 Uhr: Laut dem Umweltministerium (LANUV) von NRW könnte es in Folge des Unwetters im Bereich der Erft am Freitag zu leichtem Hochwasser kommen. Auch andere Gebiete im Land könnten betroffen sein.

Eine genaue räumliche Vorhersage der betroffenen Gebiete ist nach Angaben des LANUV nicht möglich. Durch den voraussichtlich lokal begrenzten, kleinräumig vorkommenden Starkregen könnten vor allem an kleineren Bächen rasche und deutliche Anstiege der Wasserstände die Folge sein.

Unwetter über NRW: Schwere Gewitter erreichen die Städte im Ruhrgebiet

Update, Freitag (20. Mai), 15.23 Uhr: Für Dortmund warnt der Deutsche Wetterdienst vor schweren Gewittern sowie heftigen Starkregen mit Wassermengen zwischen 25 bis 35 Litern in der Stunde. Windböen können Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h erreichen und Hagelkörner mit einem Durchmesser bis zu drei Zentimetern vom Himmel fallen

Update, Freitag (20. Mai), 14.41 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor starken bis schweren Gewittern in nahezu allen Städten des Ruhrgebiets. Es sind unter anderem verbreitet schwere Schäden an Gebäuden möglich. Bäume können entwurzelt werden und Dachziegel, Äste oder Gegenstände herabstürzen. Überflutungen von Kellern und Straßen sowie örtliche Überschwemmungen an Bächen und kleinen Flüssen sind möglich.

Update, Freitag (20. Mai), 14.23 Uhr: Die Unwetterzelle hat NRW erreicht. Laut einer Karte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist gerade die Region westlich des Rheins betroffen. Dort gilt die zweithöchste Warnstufe 3.

Update, Freitag (20. Mai), 12.51 Uhr: Das Unwetter rauscht heran. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) ruft zu besonderer Vorsicht auf: „Bleiben Sie bitte zu Hause. Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien. Halten Sie insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen! Gehen Sie nicht in Keller oder tiefer gelegene Geschosse.“

Unwetter in NRW erwartet: Innenminister warnt, Schulen können schließen

Er appellierte an die Bürgerinnen und Bürger: „Nehmen Sie die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes sehr ernst.“ Die Menschen sollten sich über Warn-Apps wie Nina und „DWD Warnwetter“ informieren. Zudem sollten sie auf Sirenenalarm sowie Radio- und Lautsprecherdurchsagen achten.

Update, Freitag (20. Mai), 11.45 Uhr: Jetzt also doch: Das NRW-Schulministerium hatte am Freitagmorgen (20. Mai) etwaige Schulschließungen noch ausgeschlossen, die Verantwortung aber an die jeweiligen Bezirksregierungen weiter gegeben. Die Bezirksregierung in Arnsberg und Köln haben demnach beschlossen, Schülerinnen und Schüler früher nach Hause zu lassen.

Die Schulen könnten aber selbst entscheiden und Gebäude länger geöffnet lassen, um den Kindern und Jugendlichen einen sicheren Unterschlupf zu bieten.

Update, Freitag (20. Mai), 10.33 Uhr: Weil sich das Unwetter auch Dortmund nähert, bleibt der Zoo geschlossen. Die Tiere werden vorsorglich in die Innengehege geleitet oder erhalten Zugang zu diesen, so dass sie durch herabfallende Äste oder Hagel nicht verletzt werden können. Der Westfalenpark Dortmund ist derzeit und bis auf weiteres geöffnet. Das teilt die Stadt Dortmund mit.

Update, Freitag (20. Mai), 9.13 Uhr: Laut Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) soll das Unwetter gegen 13 Uhr das Ruhrgebiet erreichen, berichtet auch wa.de. Für die Schulen in NRW sei nach derzeitigem Stand kein Unterrichtsausfall geplant. Das teilt das Schulministerium auf DPA-Anfrage mit. Jede Bezirksregierung könne aber eigenständig entscheiden, ob Schülerinnen und Schüler früher nach Hause könnten. Zuletzt ist im Februar wegen eines Orkans die Schule in NRW ausgefallen.

Update, Freitag (20. Mai), 7.15 Uhr: Nachdem am gestrigen Donnerstag (19. Mai) eine große Gewitterfront über NRW gezogen ist und für Verwüstung und Verletzte gesorgt hat, erwarten Meteorologen am Freitag (20. Mai) eine weitere Unwetterzelle im Westen Deutschlands. Und die könnte weitaus schlimmere Auswirkungen haben, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienst gegenüber RUHR24.

Ab Freitagmittag zieht ein Tief über NRW und sorgt für eine „großräumige und heftige Unwetterlage“. Schwere und örtlich auch extreme Gewitter mit massiven Auswirkungen werden erwartet. Obendrauf gibt es schwere Sturmböen bis zu 130 Stundenkilometern sowie heftigem Starkregen. Der Regen kann für überflutete Straßen und vollgelaufene Keller sorgen.

Begleitet werden die schon zum Teil heftigen Wetterereignisse von starken Hagelschauern. Es besteht örtlich ein erhöhtes Tornado-Potenzial. „Bei einem Tornado gilt es, Leib und Leben in Sicherheit zu bringen“, so ein DWD-Meteorologe gegenüber RUHR24.

Die gute Nachricht: Gegen Abend beruhigt sich das Wetter relativ rasch.

Das Unwetter am Donnerstag hat in NRW erste Folgen hinterlassen.

Unwetter rast auf NRW zu: DWD warnt vor schweren Gewittern und Starkregen

Update, Donnerstag (19. Mai), 15.13 Uhr: Die Unwetterlage rückt immer näher. Der DWD hat seine Warnung aktualisiert und die Warnstufe für Teile des Ruhrgebiets von 2 auf 3 (von 4) erhöht. Im westlichen Teil des Ruhrgebiets soll es bereits in Kürze losgehen und die Gewitterfront soll sich entladen. Für Gelsenkirchen, Duisburg und Essen haben die Meteorologen eine Warnung ab 15.15 Uhr herausgegeben. In Dortmund soll es erst gegen 17 Uhr krachen. Am Donnerstag (19. Mai) soll sich die Unwetter-Gefahr jedoch schnell wieder beruhigen, bereits gegen 18 Uhr soll es in den meisten Regionen in NRW bereits vorbei sein. Am Freitag hingegen könnte es noch einmal heftig werden.

Update, Donnerstag (19. Mai), 10.38 Uhr: Nun warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) konkret vor schweren Gewittern ab dem frühen Nachmittag. Dabei besteht die Gefahr von heftigem Starkregen zwischen 25 und 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit. Zudem können Sturmböen oder schwere Sturmböen zwischen 80 und 100 km/h, lokal auch Orkanböen um 120 km/h auftreten. Örtlich ist auch größerer Hagel über zwei Zentimeter wahrscheinlich.

In der Nacht soll sich die Lage wieder etwas beruhigen. Allerdings warnt der DWD vor einer „sehr schweren Unwetterlage ab Freitagmittag mit gebietsweise massiven Auswirkungen.“ Der Wetterdienst weist darauf hin, dass die Wettervorhersage mit „besonderer Aufmerksamkeit“ verfolgt werden solle.

Wetter in NRW: Gewitter und Starkregen können für überflutete Straßen sorgen

Erstmeldung, Mittwoch (18. Mai), 16.01 Uhr: Noch genießen die Menschen am Mittwoch (18. Mai) die Sonne und die hohen Temperaturen. Teilweise steigt in NRW das Thermometer auf 30 Grad im Schatten an – ein Sommertag mitten im Mai. Doch damit ist voraussichtlich am Donnerstag (19. Mai) Schluss. Ein Unwetter braust auf Nordrhein-Westfalen zu – und das kann echt gefährlich werden.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für Donnerstag und Freitag vor schweren Unwettern und Starkregen. Auf Nachfrage von RUHR24 berichtet Meteorologe und Tornado-Beauftragter Andreas Friedrich, dass am Donnerstag örtlich bis zu 40 Millimeter Regen innerhalb kürzester Zeit fallen kann. „Bei diesen Regenmengen können Keller volllaufen, Gully-Deckel in die Luft katapultiert und Straßen überflutet werden.“

Wann und wo genau diese enorme Menge an Regen herunterkommen wird, können die Meteorologen vom DWD derzeit noch nicht sagen. „Es kann sein, dass ein Dorf jede Menge Regen abbekommt, das Nachbardorf aber verschont bleibt“, so Friedrich.

Neben dem Regen kann es auch zu starken Hagelschauern, Windböen sowie starken Gewittern kommen. „Ab etwa Donnerstagnachmittag erreicht die Unwetterzelle die deutsche Grenze zu den Benelux-Ländern. Ganz NRW kann es treffen.“

Unwetter über NRW: Tornados haben enormes Gefahrenpotential – „Leib und Leben in Sicherheit bringen“

Als klinge das alles noch nicht dramatisch genug, hat Andreas Friedrich eine weitere Hiobsbotschaft für die Menschen in NRW: „Das Unwetter am Donnerstag ist nur Teil eins. Der weitaus schlimmere Teil folgt am Freitag. Es wird feucht und schwül in Nordrhein-Westfalen, ab mittags schwenkt das Wetter nach den derzeitigen Berechnungen aber um. Örtliche Tornados sind dann möglich.“

Tornados entstehen, wenn sich bodennahe sehr feuchtwarme Luft und trockenkalte Luft in der Höhe übereinander schichten. Die leichtere, feuchtwarme Luft steigt auf, die schwerere, trockenkalte sinkt ab. Dadurch entstehen heftige Gewitter. Wenn dazu noch am Boden andere Windgeschwindigkeiten und -richtungen herrschen als in der Höhe, kann es zu einem Tornado kommen.

Und genau solche Voraussetzungen sehen die Meteorologen in einem Modell für den kommenden Freitag. „Mir ist wichtig, dass das nicht als konkrete Tornado-Warnung verstanden wird. Es gibt aber ein Tornado-Potenzial für NRW. Örtlich und zeitlich lässt sich das aber auch nicht einschränken.“

Schwere Unwetter sollen NRW Gewitter, Hagel und womöglich sogar Tornados bringen.

Tornados über NRW: Was muss man beachten? Wie verhält man sich am besten?

Der Deutsche Wetterdienst kann einen Tornado sowie starke Gewitterzellen bis zu 60 Minuten vor deren Auftreten örtlich eingrenzen und die Gemeinden und Städte warnen. „Wenn eine solche Warnung ausgesprochen wird, können Städte eigentlich nicht mehr viel machen. Aber jeder einzelne sollte bei einem Tornado Leib und Leben in Sicherheit bringen“, so Friedrich, der zugleich Tornado-Beauftragter beim DWD ist.

Seine Tipps: Einen Innenraum ohne Fenster aufsuchen oder sich in den Keller in Sicherheit bringen. „Anders als beim Gewitter ist das Verharren im Auto eine tödliche Gefahr. Das Fahrzeug wird einfach durch die Luft gewirbelt“, so Friedrich gegenüber RUHR24.

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