Verdi ruft zu Streik bei AWO auf - Viele Kitas bleiben in ganz NRW dicht

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Warnstreik bei der AWO in Nordrhein-Westfalen. Diese Auswirkungen hat der Streik bei Kitas im Kreis Unna. Foto: dpa

AWO-Kitas in ganz NRW bleiben am Dienstag geschlossen. Die Gewerkschaft Verdi hat zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Sie will Druck machen im Tarifkonflikt.

Viele AWO-Kitas in ganz NRW bleiben am Dienstag geschlossen. Die Gewerkschaft Verdi hat zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Sie will Druck machen im Tarifkonflikt.

Update, Dienstag (29. Januar), 9.19 Uhr:In Dortmund scheint die Lage in den Kitas entspannt zu sein. Wie Christian Schäfer, Fachberater für Kitas bei der AWO, gegenüber Dortmund24 sagte, seien nur zwei von 16 AWO-Kitas in Dortmund vom Warnstreik betroffen. Es handelt sich um die Kitas "Auf dem Hohwart" und die Betriebskita der DSW21.

Update, Dienstag (29. Januar), 8.09 Uhr: Allein in Bochum und Herne seien 25 Kindertagesstätten geschlossen, sagte Agnes Westerheide von Verdi-Bochum am Dienstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur.

Erstmeldung, Dienstag (29. Januar), 7.19 Uhr: In vielen Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Nordrhein-Westfalen legen am Dienstag (29. Januar) Beschäftigte für einen Tag die Arbeit nieder. Zu dem Warnstreik aufgerufen hat die Gewerkschaft Verdi. Sie will damit ihren Forderungen bei den laufenden Tarifverhandlungen für die 65.000 Beschäftigten Nachdruck verleihen.

Betroffen sind insbesondere Kitas und Offene Ganztagsschulen. Gestreikt wird laut Verdi aber auch in Einrichtungen der Altenpflege, Sozialstationen, Beratungsstellen, ambulanten Pflegediensten, Verwaltungen und technischen Diensten. Im Bereich der Pflege gibt es bei Bedarf Notdienstregelungen.

"Einkommenslücke zu groß"

"Die Einkommenslücke zu vergleichbaren Beschäftigten im öffentlichen Dienst ist zu groß", heißt es im Streikaufruf der Gewerkschaft, der laut eigenen Angaben in der ersten Verhandlungsrunde zwar "ein verhandlungsfähiges, aber nicht ausreichendes Angebot" vorgelegt wurde,

Die Gewerkschaft geht davon aus, dass einige Kitas geschlossen bleiben müssen, auch im gesamten Ruhrgebiet.

Verdi rechnet mit 1000 Streikenden

Die Awo betreibt in NRW 729 Kitas, aber auch Seniorenzentren und Offene Ganztagsbetreuungen. Verdi rechnet mit insgesamt 1000 Warnstreik-Teilnehmern. Sie wollen sich am späten Vormittag in Düsseldorf zu einer Kundgebung treffen.

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Anlass ist die zweite Verhandlungsrunde im Tarifstreit um höhere Löhne, die auch an diesem Dienstag geplant ist. Die Geschäftsführung der AWO hält den ganztägigen Warnstreik für "nicht verhältnismäßig".

Die Arbeitgeberseite hatte die Forderung der Gewerkschaft Verdi nach zehn Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 13 Monaten nach der ersten Verhandlungsrunde am 9. Januar 2019 mit den Worten „Die Forderungen, die Gewerkschaftsvertreter vorlegten, stammten eher aus dem Zauberhut klassenkämpferischer Phantasien als aus der sozialpolitischen Wirklichkeit“ abgelehnt. Die Arbeitgeber bieten sieben Prozent mehr Lohn über eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren verteilt. mit dpa-Material