Tierversuche in Nordrhein-Westfalen

Für die Forschung: In NRW werden über 300.000 Tiere für Tierversuche eingesetzt - pro Jahr

In der Forschung gehören Tierversuche oft zum Standard. In NRW werden dafür pro Jahr rund 300.000 Tiere eingesetzt - und nicht nur Ratten und Mäuse.

  • In NRW werden pro Jahr rund 300.000 Tiere bei Tierversuchen eingesetzt.
  • Einen Großteil davon machen Ratten und Mäuse aus - aber auch andere Tiere sind betroffen.
  • Seit 2010 sind die Zahlen nur leicht zurückgegangen.

Mehr als 300.000 Tierversuche pro Jahr in NRW

Spätestens seit der Veröffentlichung der schockierenden Bilder aus einem Labor bei Hamburg sind Tierversuche in aller Munde. Doch nicht nur im Norden Deutschlands finden Experimente an Lebewesen statt: In NRW hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz 2017 Versuche an insgesamt fast 306.000 Tieren genehmigt.

Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage im Landtag hervor. Demnach lagen schwankten die Zahlen seit 2010 stark. Im Jahr 2013 wurden in NRW die meisten Tierversuche durchgeführt (433.061), 2015 die wenigsten (266.156). Insgesamt ist ein leichter Abwärtstrend zu beobachten.

Tierversuche in NRW: Am häufigsten werden Ratten und Mäuse eingesetzt

Am häufigsten werden in NRW Ratten und Mäuse bei Versuchen eingesetzt - rund 85 Prozent der Versuchstiere gehören diesen Arten an. Doch auch andere Tiere kommen bei Experimenten zum Einsatz, 2017 zum Beispiel 336 Katzen, 1.115 Hunde, 1.775 Schweine und 2.115 Affen.

Tierversuche sind in NRW grundsätzlich genehmigungspflichtig. Vor ihrer Durchführung müsse ein entsprechender Antrag gestellt werden, schreibt das zuständige Landesamt auf seiner Homepage.

Zwei Millionen Tierversuche pro Jahr in Deutschland

Deutschlandweit wurden 2017 mehr als zwei Millionen Tiere bei Tierversuchen eingesetzt - vor allem bei der Grundlagenforschung und der Erforschung von Krankheiten (65 Prozent) sowie bei der Prüfung, Herstellung und Kontrolle von medizinischen Produkten (27 Prozent).

Tierversuche in NRW

Tierschützer fordern immer wieder, Tierversuche zu verbieten und auf alternative Methoden zu setzen. Diese seien jedoch noch nicht ausgereift, führen Kritiker an. Sie bezeichnen Tierversuche als "notwendiges Übel".

EU fordert weniger Tierversuche

Die EU hat ihre Mitgliedsstaaten bereits vor sechs Jahren dazu verpflichtet, Tierversuche zu reduzieren und strenge Vorgaben durchzusetzen. Deutschland hat diese Richtlinien noch immer nicht hinreichend umgesetzt, wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet.

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