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NRW: Brutale Videos aus Viehhof – Tiere wurden vor Augen von Kinder gequält

Kreis Unna Viehsammelstelle
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Die Video-Aufnahmen zeigen brutale Szenen.

Im Kreis Unna wurde den Mitarbeitern einer Viehsammelstelle der Umgang mit Tieren untersagt. Hintergrund sind Verstöße gegen das Tierschutzgesetz.

Update, Mittwoch (28. Juli), 14.49 Uhr: Nach Bekanntwerden der Umstände auf der Viehsammelstelle im Kreis Unna, durchsuchte die Polizei mehrere Standorte aus dem Umfeld der Metzgerei Mecke aus Werne. Wie die Tierrechtsorganisation SOKO Tierschutz e.V. jetzt mitteilt, seien hier Tiere in den vergangene Monaten „systematisch misshandelt“ worden.

So sollen Arbeiter bis auf Knochen abgemagerte Tiere „auf das brutalste bis zur Bewusstlosigkeit“ verprügelt haben. Kranke Kälber seien getreten und an den Ohren geschleift worden. Außerdem bestehe der Verdacht auf illegale Tierversuche. Die Firma soll nach aktuellen Vermutungen mit dem Blut der schwachen Tiere handeln.

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Tierquälerei im Kreis Unna: Szenen aus Viehsammelstelle zeigen Schreckliches

Das Blut soll dem Schlachtvieh bei lebendigem Leibe literweise abgenommen worden sein, die Tiere würden dabei zusätzlich gequält. Der Vorgang gilt laut SOKO Tierschutz e.V. als meldepflichtiger Tierversuch.

Die Tierrechtsorganisation hat nun Strafanzeige gegen den Betrieb und seine Beteiligten gestellt, auch in puncto Jugendschutz. Auf dem Material sei zu sehen, dass Kinder regelmäßig zu sehen würden, wie Tiere gequält werden. Des Weiteren würden die Kinder sogar zur Tierquälerei angestiftet. In einem Video soll ein Mitarbeiter eine minderjährige Person auffordern, Tieren auf den Kopf zu schlafen.

Viehsammelstelle in Unna: Tierquälerei wird in der ARD gezeigt

Erstmeldung, Dienstag (27. Juli). Bereits am Freitagabend (23. Juli) wurde eine Viehsammelstelle im Kreis Unna vorerst geschlossen. Den Mitarbeitern wurde in Abstimmung mit dem Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerium sowie dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) jeglicher weiterer Umgang mit Tieren untersagt.

Das bedeutet auch: Bis auf Weiteres wird an der Viehsammelstelle im Kreis Unna nicht mehr mit Tieren gehandelt (alle News aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24). Wie das Land NRW mitteilt, habe es Hinweise einer Tierrechtsorganisation erhalten. Es besteht der Verdacht auf massive Verstöße gegen das Tierschutzgesetz.

Doch was genau ist in der Viehannahmestelle passiert? Die Tierrechtsorganisation hat zu den Umständen im Kreis Unna Videomaterial an die Staatsanwaltschaft Dortmund übermittelt. Dieses soll am Dienstagabend (27. Juli) um 21.45 Uhr im Rahmen der Sendung „Fakt“ auf Das Erste teilweise zu sehen sein.

Laut dem Dortmunder Staatsanwalt Henner Kruse handelt es sich um einen Straftatbestand laut Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes. Es geht also konkret um das Quälen von Tieren. Das Material ist offenbar so grausam, dass die zuständigen Veterinärbehörden unverzüglich tierschutzsichernde Maßnahmen ergriffen haben, um „weiteres Leiden und Schmerzen von Tieren sofort zu binden“, wie das Land NRW schildert. In Baden-Württemberg schockieren derzeit ähnliche Aufnahmen von Tierquälerei aus einem Schweinebetrieb*, berichtet echo24.de.

Viehsammelstelle im Kreis Unna: Vor allem Kühe sind betroffen

Allerdings werde das Beweismaterial aktuell noch ausgewertet werden. Die Staatsanwaltschaft Dortmund wird dabei demnach von Tierärzten des Veterinäramtes Unna unterstützt. Die Ermittlungen dauern an, die Quantität der Beweise sei aber enorm. Laut Kruse hätte die Staatsanwaltschaft sogar Probleme dabei gehabt, die Datenmenge zu speichern.

Bei den Tieren in der Viehsammelstelle soll es sich nach seinen Angaben hauptsächlich um Schlachtvieh, wie etwa Kühe, handeln. Pferde seien auch nicht ausgeschlossen, bestätigen könne die Staatsanwaltschaft Dortmund das aber nicht. Die Kühe seien auf dem Weg von dem Viehlager in die Schlachtung gequält worden.

Video: „Entsetzlicher Todeskampf“: Geheimaufnahmen aus bayerischen Schlachthöfen zeigt Qualen

Tierquälerei: Das könnte auf die Mitarbeiter der Viehsammelstelle zukommen

Die Ermittlungen in dem Fall der Viehsammelstelle im Kreis Unna sind zwar noch nicht abgeschlossen. Sollte tatsächlich der „Tatbestand des Quälens“ ermittelt werden, droht den Mitarbeitern eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Laut Paragraph 17 Tierschutzgesetz kann diese Strafe auf jeden zukommen, der ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder ihm erhebliche oder länger anhaltende Schmerzen bereitet. In Gießen erhitzt ein Fall derzeit außerdem die Gemüter von Naturschützern*, wie die Fuldaer Zeitung berichtet.

Bei dem Fall aus dem Kreis Unna sollen laut dem Videomaterial der Tierrechtsorganisation einige Menschen gut zu erkennen gewesen sein. Ein mögliches Verfahren würde sich sowohl gegen die Mitarbeiter der Viehsammelstelle als auch gegen die Zulieferer richten, erläutert Kruse. Auch Privatwohnungen seien zur Ermittlung in dem Fall bereits untersucht worden. *echo24.de und Fuldaer Zeitung sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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