Wegen der Corona-Krise

Muss Takko schließen? Unternehmen aus NRW braucht wegen Corona dringend Hilfe

Takko Filiale
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Der Modediscounter Takko hat kein Geld mehr und musste eine Landesbürgschaft in Millionenhöhe beantragen.

Während der Corona-Pandemie sind einige Unternehmen finanziell ins Straucheln geraten. Nun ist eine bekannte Mode-Kette aus Nordrhein-Westfalen betroffen.

Telgte - Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie und den damit verbundenen Lockdowns brechen vielen Unternehmen derzeit wichtige Einnahmen weg. Viel schlimmer noch: Sie schreiben rote Zahlen und können sich am Markt kaum noch halten. Die Folge sind Schließungen und Insolvenzen.

UnternehmenTakko
SitzTelgte (NRW)
Gründung1982 als Modea

Corona-Krise: Vielen Unternehmen in Deutschland droht die Insolvenz

Während die Einnahmen aus dem stationären Einzelhandel wegbleiben, laufen die Kosten für selbigen seit Monaten weiter. Miete, Strom, Wasser und die Gehälter der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen müssen bezahlt werden, auch wenn die Umsätze drastisch sinken. Besonders betroffen sind alle Händler, die keine Produkte des „täglichen Bedarfs“ anbieten. Zum Beispiel Klamottenläden, Deko-Geschäfte oder Elektro-Märkte. Zum Teil versuchen die Unternehmen, sich mit Click & Collect über Wasser zu halten, aber der Service kann kein offenes Geschäft ersetzen. (alle Nachrichten zu Corona in NRW auf RUHR24.de)

Die Folgen der Corona-Krise sind dem Einzelhandel in Form von Insolvenzen und zahlreichen Schließungen abzulesen. Zuletzt traf es das Hagener Süßwaren-Unternehmen Hussel, das in Deutschland aktuell noch circa 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Wie Patrick G. Weber, Geschäftsführer der DHC-Gruppe - zu der neben Hussel auch Arko und Eilles gehören - allerdings mitteilte, soll der Geschäftsbetrieb von der Insolvenz nicht beeinträchtigt werden. Im Gegenteil: Er werde sogar in „vollem Umgang“ weitergeführt.

Corona-Pandemie: Douglas schließt wegen Corona-Folgen etliche Filialen

Dass auch alteingesessene deutsche Großunternehmen unter der Corona-Pandemie leiden, zeigte Ende Januar die überraschende Bekanntgabe der Hagener Parfümerie-Kette Douglas, jede siebte Filiale in Deutschland schließen zu wollen. Von der Schließung der 60 Filialen sind rund 600 der etwa 5.200 Mitarbeiter betroffen.

Sie erhalten laut Radio 91.2 eine betriebsbedingte Kündigung, sofern keine Möglichkeit besteht sie, zum Beispiel in einer anderen Filiale, weiterzubeschäftigen. Grund für die Schließungen der Douglas-Filialen sei der boomende Online-Handel während der Corona-Pandemie. Es gebe keine Gründe, den stationären Einzelhandel so beizubehalten wie bisher.

Takko: Mode-Unternehmen aus NRW muss Kredit beantragen

Am Sonntag (14. Februar) wurde bekannt, dass ein weiteres Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen stark unter den Folgen der Corona-Krise leide: der Textildiscounter Takko aus Telgte (Münsterland), von dem auch msl24.de* berichtet. Wegen der Lockdown-Verlängerungen habe das Unternehmen eine Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen für einen Überbrückungskredit beantragt. Bei dem Kredit handele es sich um einen Betrag im mittleren zweistelligen Millionenbereich, bestätigte Interims-Vorstandschef Karl-Heinz Holland.

Wie es heißt, benötige Takko die Zusage über den Kredit „so bald wie möglich“, um die Arbeitsplätze der rund 14.000 deutschen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu sichern. „Takko ist ein gesundes Unternehmen, aber nach fast drei Monaten Lockdown brauchen wir diese Unterstützung“, sagt Holland. Dass, wie zuerst berichtet, alle liquiden Mittel bereits aufgebraucht seien, bestreitet das Unternehmen jedoch.

Takko ist einer der bekanntesten Textildiscounter in Deutschland und hat rund 18.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in ganz Europa.

Takko: NRW-Unternehmen hat kein Geld mehr, ist aber positiv eingestellt

Auf die Überbrückungshilfe III der Bundesregierung hat Takko keinen Anspruch, weil der Umsatz des NRW-Unternehmens über 750 Millionen Euro liegt. „Außer dem Kurzarbeitergeld für unsere Mitarbeiter hat es bisher keine Hilfen gegeben“, so Karl-Heinz Holland weiter.

Seit Beginn der Corona-Krise haben immer häufiger deutsche Unternehmen wie Esprit oder Tom Tailor Insolvenz angemeldet. Die würde Takko nicht drohen. Im Gegenteil: Man blicke bei dem Mode-Unternehmen aus Telgte positiv in die Zukunft. 2019 sei das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr seit zehn Jahren gewesen. 

Selbst nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hätte man „ein extrem starkes zweites Halbjahr gehabt“. Man sei deshalb zuversichtlich, die staatlichen Gelder schnell zurückzahlen zu können.

Video: Deutscher Einzelhandel - erschöpft in den verlängerten Lockdown

Takko: Mode-Kette aus Telgte in NRW wurde bereits vor fast 40 Jahren gegründet

Ein Vorteil für den Textildiscounter könnte sein, dass er nicht auf die Kunden in den Innenstädten angewiesen ist. Die meisten der Takko-Filialen befinden sich in der Nähe von Lebensmittel-Discountern oder Drogerien. Nichtsdestotrotz ist das Unternehmen aber abhängig von den Entscheidungen der Bundesregierung und davon, ob der Lockdown verlängert wird oder nicht.

Takko wurde 1982 als Modea in Münster gegründet. 1999 erfolgte die Umbenennung des Modediscounters in Takko. Der momentane Sitz des Unternehmens befindet sich im münsterländischen Telgte. Knapp 18.000 Mitarbeiter werden in ganz Europa beschäftigt, davon alleine rund 14.000 in Deutschland.

In Nordrhein-Westfalen gibt es in beinahe jeder Klein- und Großstadt eine Takko-Filiale. In manchen Städten, darunter Dortmund oder Essen, sogar mehrere Filialen. *msl24.de ist wie RUHR24.de Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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