Verdi zieht in den Arbeitskampf

Streik im ÖPNV in NRW: Heute stehen Bus und Bahn still - Stau-Chaos droht

Streik der Gewerkschaft Verdi in NRW.
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Die Gewerkschaft Verdi streikt am Donnerstag in NRW.

Der nächste Streik von Verdi steht Nordrhein-Westfalen bevor. Die Gewerkschaft will heute (8. Oktober) halb NRW lahmlegen.

Update, Donnerstag (8. Oktober), 9.04 Uhr: NRW - Wegen des Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen fallen seit heute Morgen viele Busse und Bahnen aus. „In Dortmund steht alles still“, so Kirsten Rupiper von der Gewerkschaft Verdi. Seit Betriebsbeginn gegen 3 Uhr fahre für 24 Stunden kein Bus und keine Bahn. Die Verkehrsabteilung der Dortmunder Stadtwerke (DSW21) sei komplett im Streik.

NameVereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi)
Mitglieder 1.955.080 (Stand: 31. Dezember 2019)
VorsitzFrank Werneke; stellv. Andrea Kocsis und Christine Behle

Verdi-Streik in NRW: Busse und Bahnen stehen still

Auch in Köln hat der Streik im Nahverkehr begonnen. Die Kölner Verkehrs-Betriebe seien komplett dicht, teilte Verdi mit. Mit Schichtbeginn gegen 3.30 Uhr sei auch der Streik bei der Rhein Erft-Verkehrsgesellschaft gestartet, die zum ersten Mal dabei sind. Dort werde erwartet, dass etwa die Hälfte der Mitarbeiter die Arbeit niederlegen.

Erstmeldung, Montag (5. Oktober): Verdi startet nach dem Streik am 29. September die nächste Eskalationsstufe im Kampf um mehr Geld und bessere Verträge. Die Dienstleistungsgewerkschaft hat am Montag (5. Oktober) angekündigt, am heute (8. Oktober) flächendeckend in ganz Nordrhein-Westfalen zu streiken.

Verdi: Streik im ÖPNV legt am Donnerstag (8. Oktober) halb NRW lahm

Bei der letzten Verhandlungsrunde zwischen den Beschäftigten des Öffentlichen Personen und Nahverkehrs (ÖPNV) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) war es zu keiner Einigung gekommen. Die Arbeitgeber seien nicht bereit, einen bundesweiten Tarifvertrag einzuführen, beklagt Verdi.

Der Warnstreik am Donnerstag soll ganztägig und flächendeckend im gesamten Bundesland stattfinden. In Dortmund etwa teilten die Verkehrsbetriebe von DSW21 mit, dass Stadtbahnen und Busse den gesamten Donnerstag über nicht fahren werden. Das gelte von Betriebsbeginn am Donnerstag um circa 3.30 Uhr bis zum Betriebsende am 9. Oktober (Freitag) um circa 1.30 Uhr.

Streik im ÖPNV: In Dortmund und anderen NRW-Städten stehen Busse und Bahnen still

Ähnliche Folgen wie in Dortmund (hier mehr Nachrichten aus der Stadt auf RUHR24 lesen) dürfte es auch in allen anderen Städten in Nordrhein-Westfalen geben. Vom Verdi-Streik nicht betroffen ist dagegen der S-Bahn- und Regionalverkehr.

Mit dem Streik am Donnerstag will Verdi auf die hohe Belastung der Arbeitnehmer im ÖPNV aufmerksam machen. Derzeit gebe es in vielen Belegschaften überdurchschnittlich hohen Krankenstand und Überstunden. Peter Büddicker, Fachbereichsleiter Verkehr in NRW, warnt: Fahrgäste könnten Vertrauen verlieren, denn Personalmangel und hohe Krankenstände führten immer häufiger zu Fahrtausfällen. „Wer immer wieder erlebt, dass er vergeblich an der Haltestelle steht oder der Anschluss nicht kommt, verliert das Vertrauen in den ÖPNV“, so Büddicker.

Verdi-Streik im ÖPNV: Gewerkschaft fordert Tarifvertrag

Verdi fordert bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen in Fragen wie Nachwuchsförderung, Entlastung sowie den Ausgleich von Überstunden und Zulagen für Schichtdienste. Außerdem sollen zentrale Regelungen wie 30 Urlaubstage oder Sonderzahlungen künftig bundesweit vereinheitlicht werden.

Video: Verdi streikt in Marl und fordert 4,8 Prozent mehr Lohn

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände weist derweil darauf hin, dass sie weiterhin nicht zuständig für das Führen von Tarifverhandlungen im Nahverkehr sei. Tarifliche Regelungen im Nahverkehr könnten laut VKA nur die 16 Mitgliedsverbände vereinbaren, die kommunalen Arbeitgeberverbände (KAV) in den jeweiligen Bundesländern.

Mit denen laufen bereits parallel Verhandlungen mit Verdi. Dort geht es derweil um regional spezifische Forderungen der Beschäftigten. Hier wurde laut Verdi allerdings „noch kein tragfähiges Angebot“ vorgelegt.

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