Arbeitskampf der Flugbegleiter

Streik bei Germanwings: Über 100 Flüge in Köln, Düsseldorf und Dortmund fallen aus

Wegen Flugbegleiter-Streiks bei Germanwings fallen bis Neujahr in ganz Deutschland Flüge aus. Besonders betroffen: Köln, Düsseldorf und Dortmund.

  • Seit Montag (30. Dezember) streiken die Flugbegleiter der Airline Germanwings.
  • Der Ausstand soll noch bis zum 1. Januar andauern - und vielleicht sogar darüber hinaus.
  • Deutschlandweit fallen rund 180 Flüge aus - viele davon an den Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf und Dortmund in NRW.

Dortmund/NRW - Im Streit um bessere Teilzeit-Regelungen haben die Flugbegleiter von Germanwings den Betrieb der Fluggesellschaft am Montag (30. Dezember) lahmgelegt. Seit Mitternacht streiken die Mitarbeiter der Airline, noch bis Neujahr soll der Ausstand andauern.

Streik bei Germanwings: 180 Flüge in Deutschland fallen aus - auch in NRW

Davon betroffen sind deutschlandweit rund 180 Flüge - der Großteil davon in NRW. Laut einer Liste auf der Homepage von Eurowings, in deren Flugbetrieb die Verbindungen von Germanwings integriert sind, fallen bis einschließlich 1. Januar 2020 allein am Flughafen Köln/Bonn 78 Starts und Landungen aus.

Betroffen seien davon vor allem Inlandsflüge sowie Verbindungen nach Wien und Zürich, sagte eine Sprecherin des Flughafens am Montagmorgen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Da die Fluggäste vorher informiert wurden, rechnen wir heute aber mit normalem, ruhigem Betrieb", heißt es weiter.

Streik bei Germanwings: Ausfälle auch in Düsseldorf und Dortmund

Am Flughafen Düsseldorf fallen während des dreitägigen Streiks insgesamt 20 Flüge von und nach Berlin-Tegel und München aus. Und auch die Verbindung Dortmund-München wird bestreikt. Von 30. Dezember bis Neujahr wurden 16 Flüge gestrichen.

Dennoch geht Matthias Eberle, der als Eurowings-Sprecher auch für Germanwings zuständig ist, von einem geregelten Flugbetrieb aus. Viele Fluggäste seien auf andere Flüge umgebucht worden, sagte er am Montag im ZDF-Morgenmagazin.

Arbeitgeber kritisieren Streik bei Germanwings scharf

Dort kritisierte Eberle den Streik und die Gewerkschaft Ufo, die dazu aufgerufen hatte, scharf. Man sei den Arbeitnehmern bereits weit entgegengekommen und habe ihnen die Teilzeit-Regelung der Lufthansa angeboten. "Der Teilzeitvertrag der Lufthansa ist nachweislich der beste, den es in der Industrie gibt", so Eberle.

Doch Ufo lehnte ab, weil die Gewerkschaft eigene Tarifregelungen zur Teilzeit will. Das zeige, so Eberle weiter, dass es bei dem Streik nicht mehr um sachliche Themen gehe, "sondern um andere Themen, auch um persönliche Themen." Seit langem liegen Ufo und die Germanwings-Mutter Lufthansa im Clinch. Dabei geht nicht nur um Tariffragen, sondern auch um die Anerkennung der Ufo als Gewerkschaft.

Gewerkschaft droht mit Verlängerung des Streiks bei Germanwings

Diese weist die Kritik zurück. "Die Kritik ist natürlich immer da, wenn wir streiken. Aber in diesem Fall ist sie inhaltlich nicht berechtigt", sagte Ufo-Vize Daniel Flohr ebenfalls im ZDF. Bei dem Angebot der Airline habe es sich nur um ein scheinbares Entgegenkommen gehandelt. "Das ist nicht das, was wir gefordert haben."

Zudem wiederholte Flohr die Drohung von Ufo, den Streik nach Neujahr weiter auszudehnen. "Wir können das kurzfristig verlängern", drohte er Germanwings. "Wir wollen das nicht", ergänzte er. Doch wenn die Gewerkschaft am Ende der drei Tage glaube, dass weitere Streiks nötig seien, werde sie dazu aufrufen. mit dpa-Material

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