Übers Wochenende

GDL-Streik läuft ab heute – tagelange Einschränkungen trotz verbessertem Angebot

Die Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen ab heute mit heftigen Einschränkungen leben. Der Streik der GDL läuft 2 Uhr.

Update, Donnerstag (2. September), 7 Uhr: NRW – Die Deutsche Bahn hat der GDL noch am Mittwoch (1. September) ein verbessertes Angebot vorgelegt. Eigentlich habe es, nach eigenen Angaben, alle Forderungen erfüllt. Der Streik der GDL läuft dennoch seit Donnerstagmorgen um 2 Uhr.

Erstmeldung, Montag (30. August): Der Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL spitzt sich weiter zu. Nun hat die GDL innerhalb weniger Wochen bereits zum dritten großen Streik aufgerufen. Dieses Mal soll die Streikwelle ab Mittwoch (1. September) im Güterverkehr losrollen. Ab Donnerstag (2. September, 2 Uhr) sollen dann die Streiks im Personenverkehr folgen.

LokführergewerkschaftGDL
VorsitzenderClaus Weselsky
Nächster Streik im PersonenverkehrAb Donnerstag (2. September, 2 Uhr)

GDL streikt erneut: Wieder tagelange Einschränkungen bei der Deutschen Bahn

Gewerkschaftschef Claus Weselsky erklärte am Montag (30. August) bei einer Pressekonferenz in Frankfurt, dass der GDL-Streik bis Dienstag (7. September, 2 Uhr) andauern werde. Der Grund für den erneuten Streik: „Wir haben kein Angebot bekommen, dass mit Zahlen, Daten, Fakten arbeitet,“ so Weselsky.

Die Lokführergewerkschaft setzt sich für eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten ein. Dabei will die GDL auch im Konkurrenzkampf mit der größeren der beiden Bahn-Gewerkschaften punkten, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). „Es ist eine der längsten Arbeitskampfmaßnahmen, die wir durchführen und zwar absichtlich“, sagte Weselsky.

GDL-Streik bei der Deutschen Bahn: Zuletzt auch vielen Züge in NRW betroffen

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Lokführer-Streik auch in NRW viele Züge der Bahn lahmgelegt. Der Streik war in der Nacht zu Mittwoch (25. August) zu Ende gegangen. Nach Zahlen der Bahn hatten sich insgesamt knapp 8.500 Beschäftigte daran beteiligt. Die GDL sprach von mehr als 10.000 Streikenden während des gesamten Zeitraums des Arbeitskampfes.

Von dem Streik waren vor allem viele Berufspendler an drei Wochentagen (Montag bis Mittwoch) betroffen. In NRW fielen jede Menge Zug- sowie S-Bahn-Linien im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) komplett aus. Darunter unter anderem der RE8, RE9 sowie der RE42 und der RE57 (weitere News zum Verkehr in NRW bei RUHR24 lesen).

Deutsche Bahn wieder von Streiks betroffen: Zugausfälle auch in NRW erwartet

Auch dieses Mal streikt die GDL deutschlandweit, weshalb sich Fahrgäste der Deutschen Bahn in NRW ebenfalls erneut auf Ausfälle und massive Einschränkungen im Zugverkehr einstellen müssen. Welche Linien konkret betroffen sind, ist noch unklar.

Allerdings wird der Arbeitskampf neben hunderttausenden Pendlern wohl auch wieder viele Reisende treffen. Die Urlaubssaison läuft, in mehreren Bundesländern sind noch Schulferien. Auf den vergangenen Streik hatte die Deutsche Bahn mit Notfahrplänen reagiert. Im Fernverkehr konnten bis zu 30 Prozent des Angebots aufrechterhalten werden, im Regionalverkehr waren es den Angaben zufolge im Schnitt 40 Prozent.

Tarifstreit zwischen GDL und der Deutschen Bahn: Einige Punkte sind noch unklar

Aber warum sieht sich die GDL überhaupt gezwungen erneut in den Streik zu gehen? Immerhin will die Bahn die Löhne und Gehälter wie von der GDL gefordert um 3,2 Prozent erhöhen. Umstritten ist jedoch, zu welchen Zeitpunkten die einzelnen Stufen greifen sollen und wie lange der neue Tarifvertrag gelten soll.

Auch eine Corona-Prämie für dieses Jahr hat die Bahn angeboten, allerdings ohne sie zu beziffern. Die GDL fordert 600 Euro. Gerungen wird auch um die Betriebsrenten – hier haben sich beide Seiten noch nicht aufeinander zubewegt. mit dpa-Material

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt

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