Neues Pilotprojekt

Wie eine Ziehharmonika: Spektakuläre Technik soll in Dortmund Tote auf Autobahnen verhindern

„Rambo II“ im ausgeklappten Zustand
+
„Rambo II“ soll die Sicherheit bei Straßenarbeiten in NRW erhöhen.

Straßenwärter leben gefährlich. Um Unfälle zu mildern, setzt Straßen.NRW jetzt „Rambo II“ ein. In Dortmund und Kreuztal läuft ein Pilotprojekt.

Dortmund – Ob bei der Grünpflege oder Reinigungsarbeiten: Straßenwärter sind bei ihrer Arbeit tagtäglich einem großen Risiko ausgesetzt. Werden sie von Autofahrern übersehen, drohen schlimme Unfälle. Um die Sicherheit für die Mitarbeiter zu erhöhen, hat der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) das Pilotprojekt „Rambo II“ gestartet.

LandesbetriebStraßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW)
AufsichtsbehördeNRW-Verkehrsministerium
Gründung1. Januar 2001
HauptsitzGelsenkirchen

NRW: „Rambo II“ wird in Dortmund und Kreuztal getestet – Wucht bei Aufprall wird abgefangen

Sylvester Stallone wird sich dabei nicht höchstselbst um den Schutz der Mitarbeiter kümmern, er könnte es aber vermutlich kaum besser machen. „Rambo II“ ist ein sogenannter Anpralldämpfer. Hergestellt wird das Schutzsystem von der Firma Nissen mit Sitz in Schleswig-Holstein. Für das Pilotprojekt in NRW wurden gleich zwei Rambos angeschafft, die in Dortmund und Kreuztal (bei Siegen) getestet werden. Doch wie funktionieren die?

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) führt „Rambo II“ zum Start des Pilotprojekts in Dortmund vor.

„Rambo II“ wird mit einer robusten Stahlkonstruktion an das Heck eines Absperrfahrzeugs montiert. So sollen die Straßenwärter bei Arbeiten auf dem Mittel- oder Seitenstreifen nach hinten abgesichert werden. Fährt jemand mit seinem Fahrzeug auf das Absperrfahrzeug auf, wird der Anpralldämpfer wie eine Ziehharmonika zusammengedrückt. Die Wucht des Aufpralls wird so abgefangen.

Straßen.NRW setzt „Rambo II“ ein – Totalschaden am System, aber nicht am Fahrzeuginsassen

„Im Idealfall bleiben alle Beteiligten unversehrt – das Betriebspersonal und die Fahrzeuginsassen des auffahrenden Fahrzeugs“, heißt es in einer Mitteilung von Straßen.NRW. Lediglich „Rambo II“ selbst erleidet einen Totalschaden und muss ersetzt werden (mehr News zu Verkehr und Unfällen bei RUHR24).

„Rambo II“ erleidet bei einem Crash einen Totalschaden – die Fahrzeuginsassen bleiben im Idealfall unversehrt.

Der Anpralldämpfer besteht aus einem Aluminiumkissen mit nachgiebiger Wabenstruktur – der sogenannte „Crash Absorber“. Im ausgeklappten Zustand ist „Rambo II“ 4,5 Meter lang und 2,4 Meter breit. Insgesamt wiegt das System 1,5 Tonnen. Laut Petra Beckefeld, Technische Direktorin von Straßen.NRW, bietet das System Schutz für Aufprallgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h – also die Geschwindigkeit, die auf Bundesstraßen gefahren wird.

Mobilität muss besser, sicherer und sauberer werden. Dazu gehört auch, den Arbeitsplatz Straße für unsere Straßenwärterinnen und Straßenwärter, die jeden Tag für uns im gefährlichen Einsatz sind, so sicher wie möglich zu gestalten. Moderne Anprallschutzsysteme wie ‚Rambo II‘ können die Sicherheit im Straßenbau entscheidend voranbringen.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) zum Start des Pilotprojekts

„Rambo II“ in Dortmund und Kreuztal: Nicht das einzige Pilotprojekt von Straßen.NRW

In Dortmund wird „Rambo II“ vorrangig auf der B236 eingesetzt. Die Bundesstraße verläuft ab der A2 durch Dortmund-Kirchderne bis zur Dortmunder Gartenstadt und weiter nach Schwerte. In Kreuztal kommt das Schutzsystem auf der B54 (Hüttentalstraße) zum Einsatz.

Das Pilotprojekt ist für mindestens ein Jahr angesetzt. In dieser Zeit werden die Erfahrungen des Einsatzes dokumentiert und nach Ablauf ausgewertet. Straßen.NRW-Direktor Dr. Sascha Kaiser verspricht sich nicht nur einen besseren Schutz für die Beschäftigten, sondern auch wichtige Erkenntnisse für den weiteren Arbeitsschutz im Straßenbau.

„Rambo II“ ist nicht das einzige Pilotprojekt von Straßen.NRW, welches derzeit in Nordrhein-Westfalen läuft. Ein „Test im Reallabor“ in Lemgo könnte etwa die Ampelschaltung in Nordrhein-Westfalen nachhaltig verändern. Eine Künstliche Intelligenz (KI) soll dort eine für den Verkehrsablauf möglichst optimale Phasendauer und -folge entwickeln.

Mehr zum Thema