Zusammenhang mit der Wahl

Haftbefehl nach mutmaßlich islamistisch motiviertem Messerangriff in Stolberg

In dem Fahrzeug saßen nach Zeugenaussage zwei Männer, die von einem MEK der Polizei festgenommen wurden.
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In dem Fahrzeug saßen nach Zeugenaussage zwei Männer, die von einem MEK der Polizei festgenommen wurden.

In Stolberg bei Aachen ist es zu einem vermeintlich islamistischen Angriff mit einem Messer gekommen. Ermittler in NRW haben einen bösen Verdacht.

Update, Montag (14. September), 18.44 Uhr: Aachen/Stolberg – Nach einer mutmaßlich islamistisch motivierten Messer-Attacke in Stolberg ist Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung gegen einen 21-jährigen Verdächtigen erlassen worden. Das teilte ein Sprecher der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agenur (dpa) mit.

Demnach wurde der Mann wegen Wiederholungsgefahr in Haft genommen, da er im März schon einmal mit einem Messer einen Menschen attackiert und "Allahu akbar" gerufen haben soll.

Messerangriff in Stolberg: Staatsanwaltschaft erlässt Haftbefehl gegen 21-Jährigen

Der mutmaßliche Täter hatte in der Nacht zum Sonntag in der nordrhein-westfälischen Stadt Stolberg um 0.40 Uhr die Autotür eines 23-Jährigen aufgerissen. Dann stach er mit einem Messer auf ihn ein. Vor oder während der Tat rief der Beschuldigte laut den Ermittlern "Allahu akbar" ("Gott ist groß"). Das Opfer wurde nach Angaben der Polizei schwer am Arm verletzt und musste operiert werden.

Der Verdächtige galt beim Staatsschutz bislang als islamistischer Prüffall und wurde nach der Tat in die Kategorie Gefährder hochgestuft. Die erste Tat sei während der Ermittlungen aufgetaucht, so der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Sie sieht einen möglichen Zusammenhang der Tat mit der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen. Der türkische Vater des schwer verletzten 23-Jährigen sei auf einem Werbemotiv der AfD zu sehen gewesen, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, deren Zentralstelle für Terrorismusverfolgung das Verfahren am Montag übernommen hatte. dpa

Update, Montag (14. September), 16 Uhr: Nach Informationen der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf könnte der Vater des Opfers Hintergrund für den Angriff gewesen sein. Vier Männer waren auf einem Wahlmotiv der AfD bei Facebook zusammen mit dem AfD-Vorsitzenden Hans Wolf zu sehen – zudem der Slogan "Auch Deutsch-Türken wollen Veränderung". 

Stolberg (NRW): Verwirrung um Wahlmotiv der AfD

Der Vater habe angeblich keine Einwilligung für die Wahlwerbung gegeben. Laut Staatsanwaltschaft sei der Vater Türke, der Sohn habe die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Angreifer sei ein Deutsch-Iraker. 

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bestätigte Hans Wolf, das Werbemotiv mittlerweile gelöscht zu haben. Seinen Angaben zufolge hätten die Beteiligten ihre Zustimmung für die Veröffentlichung gegeben. 

Die Polizei Köln habe zudem gegenüber der dpa bestätigt, dass Beamte noch am Sonntag beim AfD-Politiker gewesen sind, um ihn präventiv zu beraten. 

Stolberg (NRW): Vermeintlich islamistischer Messerangriff am Tag der Wahl 

Erstmeldung, Montag (14. September), 15.45 Uhr: Am Sonntag (13. September), am Tag der NRW-Kommunalwahl, ist es in Stolberg bei Aachen in NRW zu einem Messerangriff auf einem Mann gekommen. Die Ermittler schließen einen islamistischen Hintergrund nicht aus und haben einen Verdacht, warum es zu der Messerattacke gekommen ist.

Stadt

Stolberg

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Laut Polizei hat ein 21-jähriger Mann am Sonntag (13. September) in Stolberg in NRW (alle NRW-Artikel auf RUHR24) einen 23-jährigen Autofahrer mit einem Messer angegriffen und ihn lebensgefährlich verletzt. Der Autofahrer habe schwere Verletzungen erlitten und musste in einem Krankenhaus operiert werden. 

Gegen 18.20 Uhr konnten Spezialeinheiten der Polizei zwei Männer (21 und 23 Jahre) festnehmen. Die Polizei Köln hat die Einsatzleitung übernommen und teilte in einer Pressemitteilung mit, dass ein islamistischer Angriff nicht ausgeschlossen werden könne. 

Stolberg (NRW): Verletzte bei der Festnahme des Angreifers

Bei der Festnahme seien laut Polizei Köln sowohl der 21-jährige Angreifer, ein weiterer 23-Jähriger und ein Polizeibeamter verletzt worden. 

Möglicherweise islamistische Attacke in Stolberg am Tag der NRW-Kommunalwahl. 

Laut übereinstimmender Medienberichte soll der Angreifer bei seiner Tat "Allahu Akbar" ("Gott ist groß", Anm. d. Red.) gerufen haben. Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf würde aktuell einen Zusammenhang zwischen dem Angriff auf den 23-jährigen Autofahrer und der NRW-Kommunalwahl prüfen. 

Angeblich sei der Vater des 23-jährigen Opfers auf einem Wahlplakat der AfD zu sehen. Täter und Opfer hätten sich gekannt.

Stolberg (NRW): Hass auf die AfD als mögliches Motiv – die Polizei ermittelt 

Laut Bild habe es in Stolberg ein Wahlplakat gegeben, auf dem türkischstämmige Männer zu sehen gewesen sind. Daraufhin hätte es Drohungen im Internet gegeben. Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern an. 

Angeblich habe der Täter schon in der Vergangenheit als islamistischer Prüffall gegolten. Laut Bild würde er nun als islamistischer Gefährder eingestuft werden können.