Bild: Mikko Schümmelfeder/dpa

Ein Mitarbeiter der Stadt Ahlen soll einen zuvor gepfändeten Mops im Internet angeboten haben. Die neue Besitzerin will nun klagen, die Stadt verspricht Aufklärung.

Update, Sonntag (3. März), 21.30 Uhr: Im Ahlener Rathaus gab es am Wochenende eine Krisensitzung zu dem Fall Edda. Heraus kam: Die Stadt Ahlen ist bereit, die Pfändung und Eddas Verkauf über Ebay rückabzuwickeln.

„Hier hat jemand aus unserer kreative Verwaltung vielleicht eine Idee zu viel gehabt“, sagte Bürgermeister Alexander Berger, der die Entscheidung verkündete. Der Mops könnte also schon bald wieder bei seiner alten Familie sein. Das geschieht allerdings nur, wenn alle Parteien damit einverstanden sind.

Eddas neue Besitzerin will den Mops behalten

Problem dabei ist: Der Rheinischen Post zufolge will Eddas neue Besitzerin den Hund behalten. Edda heißt mittlerweile Wilma, lebt bereits seit drei Monaten in Wülfrath und ist ihrem neuen Frauchen schon sehr ans Herz gewachsen.

Und das, obwohl Eddas neue Besitzerin mit der Pfändung auch alles andere als zufrieden ist: Die Stadt Ahlen sagte ihr nichts von der chronischen Augenkrankheit des Hundes. Wilma aka Edda brauchte schon Operationen im Wert von 2500 Euro – auf den Kosten bleibt das neue Frauchen bisher sitzen.

Trotzdem ist sie der Meinung: Ein Hund sei kein Ping-Pong Ball, den man beliebig hin- und herschieben könne. „Wilma bleibt, wo sie ist“, sagt sie.

Ursprungsmeldung vom 26. Februar: Ereignet hat sich der kuriose Fall in Ahlen im Münsterland. Weil die frühere Besitzerin – ausgerechnet wegen der Hundesteuer – Schulden bei der Stadt hatte, wurde das Tier bereits im Dezember 2018 gepfändet. Außerdem sei bei der Frau nicht viel wertvolles zu holen gewesen.

Anschließend hatte ein Mitarbeiter der Stadt Ahlen Mops „Edda“ über einen privaten Account bei Ebay Kleinanzeigen angeboten. Aufgedeckt hatte den Vorgang die Lokalzeitung Die Glocke.

„Süße Mopsdame, nicht kastriert!“

Inseriert hatte der Stadtmitarbeiter den Hund demnach als gesund: „Süße Mopsdame mit Stammbaum zu verkaufen! Nicht kastriert!“, stand in der privaten Anzeige bei Ebay Kleinanzeigen. Kontakt: Stadt Ahlen.

Eine Frau aus Wülfrath im Rheinland wunderte sich zwar, kaufte Mops „Edda“ aber trotzdem für mehrere hundert Euro. Das Problem: Der Hund war krank, hatte eine Verletzung am Auge. Vier Mal habe sie ihn operieren lassen, sagte die Frau der Glocke.

Stadt bemüht sich um Aufklärung

Die Kosten fordert sie nun von der Stadt zurück. Die bemüht sich indes um Aufklärung. Es sei das erste Mal, dass überhaupt ein Tier gepfändet wurde, sagte ein Sprecher der Stadt gegenüber der Zeitung.

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Das Verhalten des Mitarbeiters sei „unüblich“, so der Sprecher. Die Stadt lasse sich mittlerweile rechtlich vertreten. Wie die Sache am Ende ausgeht, ist noch unklar. Zurück zu seinem ursprünglichen Herrchen wird Mops „Edda“ aber vermutlich nicht kommen.