Verbot in der Corona-Pandemie

Statt Silvester-Feuerwerk: Kurioser Vorschlag aus Köln erntet Spott

Wie in ganz NRW gilt auch in Köln an Silvester ein Verbot für öffentliche Feuerwerke. Nun warb die Stadt mit einer ungewöhnlichen Idee als Ersatz. Doch die kam nicht bei jedem gut an.

Dortmund/Köln - In diesem Jahr ist auch an Silvester alles anders. Denn auch zum Jahreswechsel erlaubt die Corona-Pandemie keine Ausnahme, kein feuchtfröhliches Feiern - und so bleiben auch jedes öffentlich veranstaltete Feuerwerk in 2020 verboten. In Köln wollte man die Bürger dennoch mit einem Feuerwerk der besonderen Art begeistern. Bislang ist die Meinung zu der Idee aber gespalten.

StadtKöln
Oberbürgermeisterin Henriette Reker
Einwohner 1.091.819 (2019)

Feuerwerk an Silvester: Nach Verbot wirbt die Stadt Köln mit Ersatz-Idee

Unter dem Hashtag #Silvesterfenster wirbt die Stadt Köln aktuell für ihr Vorhaben, an Silvester pünktlich zum Jahreswechsel um Mitternacht, ein „Lichtfeuerwerk“ zu entfachen. Unter dem Motto „Licht an. Jahr aus“ sollen die Einwohner von Köln dann in ihren Wohnzimmern, Küchen und Schlafzimmern immer wieder das Licht an und wieder aus machen.

Die Idee dahinter: Wenn in der ganzen Stadt zum Start in das neue Jahr die Lichter flackern, könnte das ein schöner Ersatz für das bunte Feuerwerk sein, welches in all‘ den übrigen Jahren über der Stadt im Nachthimmel zu sehen war und nun aufgrund der Corona-Beschränkungen verboten wurde (mehr News zur Corona-Pandemie auf RUHR24).

Feuerwerk an Silvester in Köln: Aktion Silvesterfenster soll Ersatz bieten

Anstatt also tausende abgefeuerte Raketen zu bestaunen, sollen die Kölner im Jahr der Corona-Pandemie ihr Licht an und aus knipsen, um dem alten Jahr Lebewohl zu sagen. Um möglichst nah an die bunten Lichter des Kölner Feuerwerks heranzukommen, schlägt die Stadt zudem vor, dass Fenster mit buntem Papier beklebt oder bemalt werden könnten. Dann, so die Idee der Stadt, könnte das „größte Lichtfeuerwerk der Welt“ in Köln zu sehen sein.

Ein gut gemeinte Idee – aber kommt die bei den Bürgern der Stadt auch an? Zumindest auf Twitter überschlagen sich die User seit bekanntwerden der Aktion vor allem mit hämischen Kommentaren. Nur wenige finden bislang gefallen an der Aktion.

Licht an, statt Feuerwerk? Twitter-User fühlen sich von Köln durch Silvester-Aktion vorgeführt

„Mit großem Abstand das Schwachsinnigste was ich dieses Jahr gelesen habe“, heißt es da zum Beispiel. Oder „Was für ein Blödsinn“. Andere wiederum vermuten einen schlechten Scherz hinter der Idee oder, dass die Verwaltung die Bürger Kölns für einen Kindergarten halten könnten. Manch einer fühlt sich durch die Idee sogar „vorgeführt“.

Einige befürchten sogar, das durch die heftigen Spitzen im Stromverbrauch ein Stromausfall in der Stadt ausgelöst werden könnte. Auch dass LED-Lampen das ständige an- und ausknipsen nicht verkraften köntnen, treibt so manchen User um.

Bei der Stadt Köln ist man von der Idee trotzdem weiterhin überzeugt. „Bereiten wir 2020 ein einzigartiges Finale“ so die Aufforderung. „Einzigartig und ganz leise - und auch ganz ohne Böller und Feuerwerk“ heißt es vonseiten der Stadt weiter. Das zumindest dürfte auch einige Kritiker des alljährlichen Silvesterfeuerwerks freuen. Am Ende hat Köln jedenfalls Kreativität bewiesen und das Silvesterfeuerwerk nicht einfach ersatzlos gestrichen - auch wenn die Idee nicht überall anklang findet.

Rubriklistenbild: © Maja Hitij/dpa

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