Gesundheitsrisiko

NRW-Ministerium warnt Bürger vor Seuche: „Wurstbrot nicht achtlos entsorgen“

Das NRW-Landwirtschaftsministerium geht mit Präventivmaßnahmen gegen eine Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest in NRW vor.

NRW – Die Afrikanische Schweinepest (ASP) gilt in Europa bereits seit einigen Jahren als gefährliche Tierseuche für Schweinebestände. Seit dem der erste Fall auch in Deutschland aufgetreten ist, sind Landwirte und die Agrarministerien alarmiert. In NRW wurde bislang noch kein Fall der ASP festgestellt. Damit das auch so bleibt, hat die NRW-Landwirtschaftsministerin, Silke Gorißen (CDU) nun Maßnahmen zur Prävention gegen die Seuchenausbreitung mitgeteilt, berichtet RUHR24.

BundeslandNordrhein-Westfalen
MinisteriumMinisterium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz
MaßnahmenMaßnahmen gegen die Ausbreitung der Schweinepest

NRW-Ministerium warnt vor Schweinepest: Intensivere Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Ausbreitung

Das Landwirtschaftsministerium von NRW hat sich zusammen mit der Landwirtschaftskammer, den Landwirtschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe, der Landesvereinigung Ökologischer Landbau NRW sowie mit den Tierärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe auf Präventivmaßnahmen geeinigt. Dabei soll vor allem ein Ausbruch in Tierbeständen verhindert werden.

Die beschlossenen Maßnahmen beinhalten eine strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen und mehr Blutuntersuchungen bei Tieren. Darunter sind Vorsichtsmaßnahmen zu verstehen, die eine Eintragung des Schweinepesterregers in Tierhaltungen erschweren und eine Weiterverbreitung unterbinden sollen. Alle Schweinehalter sind dazu aufgefordert, ihre Haltungsbedingungen diesbezüglich zu überprüfen.

Um mögliche Infektionen bei Tieren schneller festzustellen, werden zusätzliche Blutuntersuchungen vorgenommen. Auch bei verendeten Schweinen werde das Blut untersucht, um eine möglichst frühe Warnung für Betriebe aussprechen zu können (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Afrikanische Schweinepest: Appell an die Bevölkerung – Wurstbrote nicht in die Natur werfen

Wie die zuständige Ministerin, Silke Gorißen (CDU) mitteilt, handele es sich bei diesen Vereinbarungen um eine „Selbstverpflichtung der Branche“. NRW habe damit als erstes Bundesland präventive Maßnahmen gegen eine ASP-Ausbreitung getroffen, so das Landwirtschaftsministerium. Nach Niedersachsen gibt es in NRW die größte Schweinepopulation, sodass ein großer Wirtschaftszweig von der Eindämmung der ASP abhängt.

Die Afrikanische Schweinepest wurde in Deutschland im Jahr 2020 das erste Mal festgestellt.

Neben den Anordnungen für Betriebe, wird auch an die Bevölkerung appelliert. Gegen eine mögliche Ausbreitung der ASP könne jeder Bürger etwas tun. Der Erreger kann über Kleidung, Autoreifen oder Nahrungsmittel übertragen werden.

Der Verzehr von Schweinefleisch ist unbedenklich, allerdings kann ein weggeworfenes Wurstbrot durchaus zum Problem werden. Der Erreger kann in unerhitzten Fleischwaren über Monate hinweg infektiös bleiben.

Aus diesem Grund bittet das NRW-Ministerium um eine achtsame Entsorgung von Lebensmitteln. Insbesondere an Raststätten kann ein entsorgtes Wurstbrot Wildschweine anlocken, die sich mit dem Erreger infizieren können.

Afrikanische Schweinepest: Infektion endet für Schweine in fast allen Fällen tödlich

Die Schweinepest wurde erstmals 2020 in Deutschland festgestellt. Tausende infizierte Wildschweine wurden in Ostdeutschland tot aufgefunden. Seit dem verbreitete sich die Seuche auch in mehreren Schweinebetrieben.

Ein Politiker hat bereits gefordert, mehr Wildprodukte auf Speisekarten in Restaurants anzubieten, um eine Ausbreitung einzudämmen. Für den Menschen ist die Erkrankungen ungefährlich, teilt das Ministerium mit. Infiziert sich ein Schwein mit dem Erreger, endet es in fast allen Fällen tödlich.

Schweine überleben eine Infektion mit der Afrikanischen Schweinepest in den meisten Fällen nicht (Symbolfoto).

Schweinehalter in NRW können bei einem kostenfreien E-Learning-Kurs zum Thema Biosicherheit für Schweinehaltungen mehr über präventive Maßnahmen erfahren. Auch die Veterinärämter stehen für kostenlose amtliche Biosicherheitschecks zur Verfügung, so das Ministerium.

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